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Chrissy Baader (re.) und Nico Bücherl vom BRK bilden mit Ärztin Claudia Gudelius das medizinische Notfall-Team in Jachenau.

Gemeinde ist seit dem Wochenende eingeschneit

Rettungsengel im Tiefschnee: Sie helfen den Jachenauern bei einem medizinischen Notfall

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Ärztin Claudia Gudelius sowie Chrissy Baader und Nico Bücherl vom BRK stehen derzeit bei medizinischen Notfällen rund um die Uhr in Jachenau zur Verfügung. Und sie haben schon die ersten Einsätze absolviert.

Jachenau – Was tun, wenn das Kind krank wird, eine Erkältung sich verschlimmert oder wichtige Medikamente ausgehen? Um Fälle wie diese kümmerte sich am Donnerstag das Rettungs-Trio in der Jachenau. „Wir hatten drei kleine Einsätze, und das BRK war dabei sehr hilfreich“, sagt Ärztin Claudia Gudelius. Eine ältere Person hatte beispielsweise Sorge, dass eine Bronchitis zur Lungenentzündung werden könnte. Gudelius konnte Abhilfe schaffen und Entwarnung geben.

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Ärztin Claudia Gudelius.

 Am Donnerstagnachmittag besprach sie sich noch mit dem Leitenden Notarzt Dr. Tobias Reploh aus Bad Tölz, denn einige Medikamente müssen beschafft werden: Heilmittel für Kinder, die erkältet sind oder Durchfall haben, Schmerzmittel und Antibiotika werden gebraucht, ebenso Pampers, berichtet Gudelius und betont: „Die Windeln werden aber nur im absoluten Notfall weiter gegeben.“ Die „Übergabe“ dieser Sachen in die Jachenau übernimmt dann wieder die Feuerwehr in einem geländegängigen Fahrzeug.

 Gudelius und auch das BRK-Team betonen, dass es den Jachenauern aber grundsätzlich gut gehe und auch die Stimmung gut sei. Laut Jost Gudelius liegen derzeit 1,20 Meter Schnee. „Das ganze Tal hilft zusammen, aus unserer Sicht ist das keine Katastrophe“, sagt Claudia Gudelius über den ganzen Medien-Rummel. Die Gemeinde habe „vorbildlich zur rechten Zeit alles organisiert“, sagt die Ärztin. Zudem gebe es im Dorf „super Handwerker, die für alles eine Lösung haben“. Die Hydranten seien freigeschaufelt, die Landwirte würden mit großen Fahrzeugen überall mit anpacken. „Hier ist alles ruhig, es wird sinnvoll gehandelt, die Leute halten zusammen.“

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 Seit Mittwoch hat das BRK einen Rettungswagen in der Jachenau stationiert, der von Nico Bücherl und Chrissy Baader betreut wird. Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter im Rettungsdienst engagieren sich ehrenamtlich für diesen Sondereinsatz und sind auf dem Bauernhof der Familie Schwaiger in einer Ferienwohnung untergebracht. Tag und Nacht stehen sie für Einsätze zur Verfügung, vorerst bis Freitag. Sollte die Hauptverbindungsstraße dann immer noch nicht frei sein, werden sie von einem anderen Team abgelöst. „Die Stimmung ist sehr gut, ja sogar richtig familiär“, sagt Nico Bücherl. Man halte engen Kontakt zur Feuerwehr und werde bei deren Einsätzen mitalarmiert. „Wir werden hier richtig liebevoll aufgenommen“, sagt Bücherl.

 Das mit Schneeketten ausgestattete BRK-Fahrzeug hat für diesen besonderen Einsatz die dreifache medizinische Ausrüstung dabei als sonst, sagt Jörg Kastner, Kreisbereitschaftsleiter des BRK. Die beiden Helfer seien auf alles vorbereitet, vom Herzinfarkt bis zum schweren Schneeschaufel-Unfall. „Sie werden dann die Erstversorgung übernehmen und besprechen, wie der Patient weiter transportiert wird“, erklärt Kastner. Je nach Lage des Gesundheitszustands und je nach Wetter werde der Patient dann entweder an der Sperrung einem anderen Rettungswagen übergeben oder, falls möglich, mit dem Hubschrauber abgeholt. Man stehe auch mit der Bergwacht in Kontakt, falls diese etwa mit Skidoos kommen müsse. 

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Personal für diesen Dienst zu finden, sei nicht schwierig gewesen, sagt Kastner. Werde ab dem Wochenende ein neues Team benötigt, „dann werden wir dafür sicher nicht lange suchen müssen“, sagt er lächelnd.

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