1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Jachenau

Rund 500 Strafzettel am Walchensee

Erstellt:

Von: Andreas Steppan

Kommentare

null
Die Parksituation am Walchensee-Südufer sorgt an schönen Sommertagen für viele Staus. © Foto: Archiv

Es gibt Lichtblicke, was die Parksituation am Walchensee betrifft. Zwar gab es in diesem Jahr einen regelrechten Besucheransturm. Zumindest aber waren die Rettungswege kaum noch zugeparkt.

Jachenau – Der Sommer 2018 war reich an Badetagen. Weil er im Gegensatz zu manch anderem Gewässer noch etwas mehr Abkühlung bot und wegen der landschaftlichen Reize erfreute sich der Walchensee als Ausflugsziel besonderer Beliebtheit – sodass das Gebiet an etlichen Tagen unter dem Besucheransturm regelrecht ächzte (wir berichteten).

Zieht man zur Beurteilung der angespannten Verkehrslage in dem Erholungsgebiet die Zahlen und Eindrücke der Verkehrsüberwachung heran, ergibt sich jedoch ein differenziertes Bild. Nach Einschätzung des Außendienstleiters Thorsten Preßler besteht zwar nach wie vor Handlungsbedarf, es sind aber auch Verbesserungen zu beobachten.

Seit einigen Jahren ist der „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum“ im Auftrag der Gemeinde Jachenau zur Parküberwachung am Walchensee-Südufer im Einsatz. Auf Anfrage des Tölzer Kurier gab Außendienstleiter Preßler nun die Bilanz des vergangenen Sommers bekannt. Demzufolge stellten die Parküberwacher im Juli und August im Bereich zwischen Einsiedl und Niedernach 495 Strafzettel aus. Dazu ist allerdings festzuhalten, dass im August auch Beamte der Polizeiinspektion Mittenwald verstärkt vor Ort waren. Zweckverband und Polizei sprachen sich ab, um nicht doppelt zu kontrollieren. So kommt es, dass der Zweckverband im Juli 373 Parkverstöße registrierte und im August nur noch 122. Am Walchensee-Südufer sind es laut Preßler im Wesentlichen drei Arten von Verstößen, die zu ahnden sind. Am häufigsten: Parken im eingeschränkten Halteverbot. Das besteht entlang der Mautstraße überall dort, wo nicht ausdrücklich Parkplätze ausgewiesen sind. Etliche Autofahrer stellen sich verbotenerweise dennoch an den Straßenrand.

Lesen Sie auch: Schlehdorf will Parkplatz für Badegäste ausweisen

Verstöße gegen das Nachtparkverbot fallen am Walchensee ebenfalls reihenweise an. Das Bußgeld für beide Verstöße beträgt 15 Euro. Steht das Fahrzeug nach einer Stunde immer noch, steigt der Preis auf 25 Euro.

Ein wenig teurer – nämlich 30 Euro – wird es, wenn die Ausflügler die Straße verlassen und ihre Autos auf Feld- und Waldwegen abstellen – somit also das „Ein- und Durchfahrtverbot“ missachten. Das sei im vergangenen Sommer im Gegensatz zu früher allerdings kaum noch feststellbar gewesen, erklärt Preßler. Auch dass Rettungswege zugeparkt waren, „gab es so gut wie nicht mehr“.

Die Mitarbeiter des Zweckverbands leisteten laut Preßler den Sommer über insgesamt knapp 60 Überwachungsstunden am Walchensee-Südufer. Sie seien „nahezu an jedem Wochenende in den Monaten Juli und August“ dort gewesen. Die Überwachung dieses Bereichs sei sehr aufwendig und personalintensiv, da der Zweckverband sehr flexibel sein müsse. Bei Regenwetter könne man es sich sparen, an den Walchensee zu fahren. Bei schönem Wetter werden die Überwacher dagegen dringend gebraucht und müssen speziell zur Kontrolle des Nachtparkverbots auch Schichten am späten Abend beziehungsweise frühen Morgen schieben. Wegen Überwachungsgebieten wie dem Walchensee gelte für die Parküberwacher im Sommer eine Urlaubssperre.

Lesen Sie auch: Sperrung der Kirchelwand-Parkplätze am Walchensee vorerst vom Tisch

Die Bilanz des Außendienstleiters: Trotz teilweiser Entspannung sei die Zahl der Parkverstöße „weiterhin nicht unerheblich“. Auch wenn in den vergangenen Jahren viele zusätzliche Parkplätze geschaffen wurden: „Zu Spitzenzeiten reichen sie trotzdem nicht aus“, so Preßler. „Man kann gar nicht so viele bauen, dass sie reichen würden.“ Daher hält auch Preßler neue Lösungsansätze in einem umfassenden Gesamtkonzept für nötig. Darüber soll beim Walchensee-Workshop gesprochen werden.

Auch interessant

Kommentare