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Die Feuerwehren Jachenau, Lenggries und Wegscheid sind seit Sonntagmittag in Jachenau-Wieden im Einsatz.

Glut im Fehlboden

Brand in altem Holzhaus in der Jachenau schwelte offenbar seit Monaten

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Wegen eines vermeintlichen Dachstuhlbrandes wurde die Feuerwehr am Sonntag gegen 11.30 Uhr zu einem 400 Jahre alten Holzhaus in der Jachenau gerufen. Bei den Löscharbeiten erlebten die Einsatzkräfte eine Überraschung.

Update 17 Uhr: 

Mittlerweile liegen detailliertere Informationen zum Brand im Jachenauer Ortsteil Wiesen vor. Hier der ausführliche Bericht.

Jachenau - Zu einem Brand in einem rund 400 Jahre alten Holzhaus im Jachenauer Ortsteil Wieden ist die Feuerwehr am Sonntagmittag ausgerückt. Im Lauf der Löscharbeiten machten die Einsatzkräfte eine unerwartete Entdeckung. Es stellte sich heraus, dass es über alle Stockwerke hinweg in den Fehlböden schwelte. Dies war nach Einschätzung der Feuerwehr zuvor über Monate hinweg unbemerkt geblieben.

Zunächst wurde die Feuerwehr gegen 11.30 Uhr wegen eines Dachstuhlbrands alarmiert. Ein Passant hatte die starke Rauchentwicklung bemerkt. Als die Jachenauer Wehr eintraf, quoll aus einem Fenster im Dachgeschoss starker Rauch nach draußen. Eine erste Erkundung zeigte, dass dort auch offene Flammen loderten. Der erste Trupp musste sich gewaltsam Zutritt zu dem Haus verschaffen, das zu diesem Zeitpunkt verlassen war, und lokalisierte mehrere Brandherde im Fehlboden. „Die konnten wir zügig löschen“, berichtet Kommandant Andreas Demmel.

Brand in der Jachenau: Holzhaus war gerade von Urlauberfamilie bewohnt

Daraufhin begab sich ein zweiter Trupp mit Wärmebildkameras ins Haus. Dabei entdeckten diese Kräfte, „dass die ganzen Zwischendecken brannten“, so Demmel. „Wir waren sehr überrascht.“ Je weiter die Löscharbeiten fortschritten, als desto weitreichender erwies sich der Schwelbrand. Es stellte sich heraus, dass sich die Glut über sämtliche Stockwerke – also Erd-, Ober- und Dachgeschoss – erstreckte, jeweils ausgehend vom Kaminschacht. Neben den Fehlböden war auch eine Blockbauwand betroffen. „Der Brand muss sich über Monate, wenn nicht Jahre entwickelt haben“, so Demmels Einschätzung. 

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Nach außen ersichtlich wurde der Schwelbrand wohl erst dadurch, dass am Sonntag Luft in den Bereich des Obergeschosses gelangte und das Feuer anfachte. „Es war großes Glück, dass das tagsüber und nicht in der Nacht passierte“, sagt Demmel. Hätte sich das offene Feuer unbemerkt ausgebreitet, hätte dies noch schlimmere Folgen haben können. Das Haus wurde aktuell von einer Urlauberfamilie mit Kindern bewohnt, die sich am Sonntagmittag aber nicht im Haus aufhielt. 

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Den Sachschaden schätzt die Polizei vorerst auf rund 80.000 Euro, kann aber noch keine abschließende Aussage dazu treffen. Die Außenhülle des historischen Hauses blieb stehen. Doch während sie „dem Feuer hinterherliefen“, so Demmel, mussten die Einsatzkräfte mit großem Aufwand die Böden öffnen und eine vorgemauerte Wand wegbrechen. Zur Brandursache hat die Kripo die Ermittlungen übernommen. 

Neben den Jachenauer Kameraden waren auch die Feuerwehren Lenggries und Wegscheid vor Ort. Insgesamt waren es rund 60 Einsatzkräfte. Das BRK rückte vorsorglich mit einen Rettungswagen und einem Krankentransportwagen an. Die Staatsstraße 2072 war zeitweise voll, zeitweise halbseitig gesperrt. Aufgrund der schwierigen Umstände erstreckte sich der Feuerwehreinsatz über mindestens fünf Stunden

Die Ursprungsmeldung von 14.30 Uhr:

Jachenau - Zu einem Brand im Jachenauer Ortsteil Wieden, in der Nähe der Schule, sind am Sonntagmittag die Feuerwehren Jachenau, Lenggries und Wegscheid ausgerückt. Nach Auskunft von Kreisbrandrat Alfred Schmeide, der ebenfalls vor Ort ist, entstand der Brand im Fehlboden am Kaminausgang eines alten Holzhauses. Es entwickelte sich starker Rauch.

Die rund 60 Feuerwehrleute sind zur Stunde (14.45 Uhr) noch immer im Einsatz und öffnen die Fehlboden und die Hauptglutquelle zu lokalisieren.

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Nur vorsorglich ist das Bayerische Rote Kreuz mit einem Rettungswagen und einem Krankentransportwagen vor Ort. Verletzt wurde laut Schmeide niemand. Die Staatsstraße 2072 war an der Einsatzstelle zeitweise voll gesperrt, mittlerweile ist sie wieder einseitig für den Verkehr freigegeben. 

Brand in der Jachenau: Die Bilder

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