Die Mauthäuschen am Walchensee werden versetzt. Dafür und für den Bau von Ausweichparkplätzen bleibt die Zufahrt zur Mautstraße je zwei Wochen auf einer der beiden Seiten geschlossen.
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Die Mauthäuschen am Walchensee werden versetzt. Dafür und für den Bau von Ausweichparkplätzen bleibt die Zufahrt zur Mautstraße je zwei Wochen auf einer der beiden Seiten geschlossen. (Archivfoto)

Einschränkungen auf Mautstraße

Bauarbeiten am Walchensee: Immer nur von einer Seite ans Südufer

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Die Mautstraße am Walchensee-Südufer sollte eigentlich für vier Wochen voll gesperrt werden. Nach Protesten wurde kurzfristig eine andere Lösung gefunden.

Jachenau – Dass die Jachenau ein beliebtes Ausflugsziel ist, hat sich erst wieder vor ein paar Tagen gezeigt. „Es war der pure Wahnsinn“, sagt Bürgermeister Klaus Rauchenberger. Sämtliche Wanderparkplätze seien vergangenen Sonntag übervoll gewesen – inklusive der provisorischen Ausweichstellfläche im Ortsteil Laich. „Gott sei Dank“, so das Gemeindeoberhaupt, sei der Untergrund am Sonntag wieder soweit trocken gewesen, dass diese Zusatzkapazität nutzbar war.

Für Rauchenberger auffällig war aber auch, dass dieser für Spitzentage hinzugenommene Parkplatz am Montag ebenfalls zur Hälfte gefüllt war. Bei schönem Wetter gibt es also auch an Wochentagen regen Ausflüglerandrang – und genau das macht dem Bürgermeister für die kommenden Wochen Sorgen.

Am Walchensee-Südufer werden Mauthäuschen versetzt und Parkplätze gebaut

Denn an diesem Montag, 17. Mai, beginnen am Walchensee-Südufer die Bauarbeiten. Wie berichtet versetzen die Staatsforsten die beiden Mauthäuschen und errichten jeweils daneben Ausweichparkplätze, die bei Überfüllung der Mautstraße zur Verfügung stehen.

Für die Bauarbeiten war vorgesehen, dass die Mautstraße vier Wochen lang unter der Woche für Ausflügler gesperrt wird. In diesen Zeitraum fallen auch die Pfingstferien. Bei diesen Aussichten wurde dem Bürgermeister schon mulmig. Seine Sorge: Familien, die einen Ausflug an den Walchensee machen möchten, könnten bei Einsiedl und Niedernach unversehens mit dem Auto vor der Straßensperrung stehen: „Und es gibt keine richtige Wendemöglichkeit.“ Das könne für Verkehrsprobleme und Stau sorgen.

Befürchtung: Sperrung bringt Verkehrsprobleme für jachenau

Aus Sicht der Gemeinde auch nicht gerade verheißungsvoll: Autofahrer, die nicht zum Walchensee können, parken womöglich geballt im nächstgelegenen Ortsteil Mühle. Und Motorradfahrer suchen sich Ersatzrouten durch die Jachenau. „Das werden vier spannende Wochen“, sagte Rauchenberger am Dienstag gegenüber dem Tölzer Kurier.

Auf wenig Begeisterung stießen die Sperrungspläne offenbar auch bei den Gastwirten in Niedernach und Altlach. Gerade erst seit Freitag dürfen sie wieder die Außen-Sitzplätze betreiben – und ausgerechnet da sollte Ausflüglern in den Ferien der Weg ans Walchensee-Südufer weitgehend verwehrt bleiben.

Ganz kurzfristig wurde daher nun umdisponiert. „Wir haben uns noch mal zusammengesetzt“, sagt Rudolf Plochmann, Chef des Tölzer Forstbetriebs. „Wir haben eine Lösung gefunden, die beides ermöglicht: dass Leute, soweit möglich, an den See kommen und dass die Bauarbeiten ungestört ablaufen können.“ Bürgermeister Rauchenberger erklärt, er habe am Freitagmorgen von der geänderten Regelung erfahren und führt diese auf „massive Kritik“ zurück.

Erst auf der Niedernacher, dann auf der Einsiedler Seite gesperrt

Die neue Lösung besagt: In den ersten beiden Wochen, ist die Straße nur auf der Niedernacher Seite gesperrt. Dann können Ausflügler von der Einsiedler Seite auf die Mautstraße einfahren und bis zur „Waldschänke“/Niedernacher Brücke fahren. Wobei es auch dort wegen des Verlegens des Stromkabels zu Behinderungen kommen könne, so Plochmann.

In den folgenden zwei Wochen ist es umgekehrt: Dann ist die Mautstraßeneinfahrt auf Einsiedler Seite geschlossen, und das Südufer nur über die Jachenau und Niedernach erreichbar.

Anlieger haben während der gesamten Bauphase durchgehend von beiden Seiten freie Durchfahrt – das war auch immer so geplant. Am Wochenende ist die Straße jeweils komplett frei.

Gemeinde Jachenau wünscht sich weiträumige Hinweise auf Sperrung

Diese Regelung „können wir nur begrüßen“, sagt Rauchenberger. Ganz verflogen sind seine Sorgen aber nicht. Er erwartet weiterhin Belastungen für die Jachenau – wechselnd durch Auto- und Motorradfahrer, die in Niedernach vor versperrter Straße stehen, und durch diejenigen Fahrzeuge, die keine Rundtour um den Walchensee mehr machen können, sondern durch die Jachenau hin und zurück müssen.

Um frühzeitig auf die Sperrung hinzuweisen, hatte Rauchenberger daher beim Landratsamt beantragt, dass in Wegscheid und an der Bretonenbrücke leuchtende Wechselverkehrszeichen aufgestellt werden, die frühzeitig auf die Sperrung hinweisen – sodass die Autofahrer ihren Weg an den Walchensee im Idealfall gar nicht erst fortsetzen. Solche Schilder seien aktuell allerdings nicht verfügbar, sagte Rauchenberger am Freitag. Wie die Beschilderung gelöst wird, liege bei Landratsamt und Staatlichem Bauamt. Ein kleiner Trost: Zumindest Anfang der Woche dürfte das Verkehrsproblem wegen der regnerischen Wetteraussichten noch nicht so akut werden.

Baumfällungen am Walchensee-Südufer hatten kürzlich für Diskussionen mit dem Bund Naturschutz gesorgt.

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