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Strom tanken, leicht gemacht: An der Kfz-Werkstatt von Andreas Danner können E-Auto-Besitzer ihre Akkus mit Strom aufladen, der direkt vom Gebäudedach kommt. 

Innovative E-Tankstelle in Jachenau

Energie fürs E-Auto kommt direkt vom Werkstatt-Dach

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An der Kfz-Werkstatt von Andreas Danner können E-Auto-Besitzer ihre Akkus mit Strom aufladen, der direkt vom Gebäudedach kommt. 

Jachenau – Benzin und Diesel tanken kann man in der Jachenau nicht – dazu muss man bis nach Lenggries fahren. Dafür gibt es seit Kurzem eine E-Tankstelle im Sonnental: An der Kfz-Werkstatt von Andreas Danner können alle Besitzer von elektrischen Autos ihre Akkus mit Strom aufladen. Eine Besonderheit: Der Strom kommt direkt vom Dach des Betriebs.

„Jeder redet von E-Tankstellen, aber keiner macht sich einen Kopf, wo der Strom dafür herkommt“, sagt der Jachenauer. Deswegen entschied er sich, seinen Betrieb im neuen Baugebiet Friedelweide, das direkt neben dem Ortsteil Bäcker an der Staatsstraße 2072 liegt, gleich mit einem Rundum-Paket auszustatten: Auf das südseitige Dach der Werkstatt kam eine 30-Kilowatt-Fotovoltaikanlage. Im Keller hat er Akkus – untergebracht in kompakten Kästen –, die den gewonnenen Solarstrom speichern. Die eigentliche Stromtankstelle besteht aus einem kleinen Kästchen an der Außenwand neben dem Eingang zur Werkstatt, an das man über ein Kabel sein E-Auto anschließen kann. Insgesamt rund 90 000 Euro hat Danner für alles zusammen ausgegeben. Er ist überzeugt, dass sich die Investition lohnt.

„Keiner macht sich einen Kopf, wo der Strom herkommt.“

Auf die Idee zur E-Tankstelle brachte ihn die Kundennachfrage. Danner ist entsprechend geschult, um E-Autos reparieren zu dürfen, und hat auch eine Reihe von Kunden in diesem Bereich. Allerdings war es ihm bisher nicht möglich, die Autos „vollgetankt“ zurückzugeben. „An der normalen Steckdose hätte es 14 Stunden gedauert, ein Auto aufzuladen. So lange haben wir die Autos gar nicht in der Werkstatt.“

Mit der neu installierten Technik ist das Aufladen deutlich schneller – je nachdem, wie viel Strom das Auto aufnehmen kann. Danner erlaubt übrigens jedem E-Auto-Fahrer, sein Fahrzeug bei ihm kostenlos aufzuladen. Er betrachtet diesen Service als gute Werbung. Zudem hat er nun auch selbst einen E-Golf bestellt, als Leihwagen, den er seinen Kunden gratis anbietet, während ihr Auto in der Werkstatt ist. Im Gegensatz zu den spritbetriebenen Ersatzautos müssten die Kunden den E-Golf vor dem Zurückgeben nicht wieder volltanken. Für die meisten, die von der Jachenau aus zur Arbeit pendeln, sei die Reichweite eines E-Autos perfekt.

Mit dem Strom vom Dach versorgt Danner freilich nicht nur E-Fahrzeuge, sondern deckt auch den Energiebedarf der eigenen Werkstatt. Das gilt zumindest rechnerisch übers Jahr gesehen. Aktuell muss er im Winter wohl noch etwas Strom zukaufen, zu anderen Jahreszeiten dagegen kann er überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Danners Ziel ist es aber, in Zukunft das ganze Jahr lang mit seinem Betrieb autark zu sein. „Dann sind wir unabhängig von Stromanbietern, die machen, was sie wollen.“

Nie wieder Stromausfall 

Auch vor einem Stromausfall, wie es ihn in der Jachenau zuletzt während der schneereichen Tage Anfang des Jahres gab, muss sich der Unternehmer nicht mehr fürchten: Sein Strom kommt dann weiter aus den Akkus im Keller. 

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