Hier kommt keiner mehr durch: Falschparker blockieren immer wieder die Mautstraße und behindern unter anderem den Rettungsdienst. Fotos: Zweckverband
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Hier kommt keiner mehr durch: Falschparker blockieren immer wieder die Mautstraße und behindern unter anderem den Rettungsdienst.

Walchensee-Südufer

Supersommer ohne großes Chaos

Jachenau – Heiß und sonnig war der Sommer heuer. Da zog es viele Gäste an den Walchensee. Der große Park-Kollaps am Südufer blieb glücklicherweise aus. Beschwerden gab es aber durchaus einige.

Georg Riesch ist zufrieden mit dem Sommer. Denn trotz des hohen Verkehrsaufkommens gab es keine größeren Zwischenfälle am Walchensee-Südufer – anders als in den vergangenen Jahren. „Die Zusammenarbeit mit der Kommunalen Verkehrssicherheit läuft gut“, sagt der Jachenauer Bürgermeister. „Man kommt gut durch die Mautstraße. Mehr wollen wir nicht.“

Ende des Jahres möchte Riesch mit allen Beteiligten über die Erfahrungen sprechen. „Eine Lösung ohne Strafzettel wäre mir natürlich lieber.“ Der Gemeinde gehe es nicht darum, die Leute abzuzocken. „Es geht uns nur um die Sicherheit, dass im Notfall auch die Feuerwehr durchkommt.“

„Insgesamt hat sich die Parksituation im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert, aber wir sind noch nicht im dunkelgrünen Bereich“, sagt Außendienstleiter Thorsten Preßler. In 70 Überwachungsstunden hat der Zweckverband knapp über 1000 Verstöße am Südufer festgestellt. Viele Fälle konnten bereits vor Ort gelöst werden. „Wir erfassen nicht, wenn jemand sein Auto gleich wegfährt“, sagt Preßler. Manchmal treffen die Kontrolleure etwa jemanden beim Ausladen und können ihn direkt auf das Parkverbot hinweisen.

Viele Falschparker würden laut Zweckverband einen Strafzettel in Kauf nehmen. Aber „bevor wir abschleppen, parken die Leute doch lieber um“. Dadurch musste die Polizei heuer auch nur einmal tatsächlich den Abschleppdienst rufen. „Während der Anfahrt hat aber auch dieser Fahrer das Fahrzeug selbst entfernt“, sagt Preßler.

„Das war der stärkste Sommer seit dem Jahr 2003“, sagt Robert Krebs, stellvertretender Forstbetriebsleiter. Im Vergleich zu damals seien inzwischen aber mehr Wohnmobile und Fahrradfahrer unterwegs. Für diesen starken Sommer sei es eigentlich gut gelaufen. Das liege auch daran, dass der Zweckverband eingeschaltet wurde, so Krebs. Außerdem haben die Staatsforsten als Grundeigentümer heuer die Rasengittersteine am Bankett und die Holzplanken erneuert, so dass nicht an der Straße geparkt werden kann.

Meistens seien die Badegäste am Südufer einsichtig, wenn die Kontrolleure unterwegs sind, sagt Preßler von der Kommunalen Verkehrssicherheit. Allerdings mussten sich die Kontrolleure heuer auch einige Beleidigungen anhören. „Die Leute wollen das Wetter genießen und am See liegen, da wird keiner gerne auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht“, sagt der Außendienstleiter. Begriffe wie „Volldepp“, „Arsch“ und „blöde Kuh“ würden häufig fallen, doch die Parkraumüberwacher hätten ein dickes Fell. So sei es heuer am Südufer zu keiner Anzeige wegen Beleidigung gekommen.

Krebs vom Forstbetrieb hat häufig verärgerte Badegäste im Telefon. Beschwerden gebe es auch über die Mautposten. „Die sind letzten Endes die Prellböcke, die alles abbekommen“, bedauert Krebs. Dabei machen die Mitarbeiter – meist ehemalige Waldarbeiter – einen guten Job. „Nach 3000 Autos an einem guten Sommertag ist man ermattet. Sie bemühen sich aber immer noch, jedem freundlich zu antworten“, sagt Krebs.

Insgesamt beobachtet der stellvertretende Forstbetriebsleiter, dass die Badegäste am Südufer immer egoistischer werden. „Jeder ist auf das maximale Erholungserlebnis aus und niemand nimmt Rücksicht auf die anderen.“ Das habe zur Folge, dass das Südufer jeden Montag „entmüllt“ werden muss. Einmal wurde er sogar von einem Badegast angerufen und auf eine unschöne Stelle am See aufmerksam gemacht, an der schmutzige Windeln lagen. „Wir müssen im Herbst überlegen, wie wir die Situation verbessern können.“

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