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Der Geh- und Ragweg in die Jachenau: Der Bauabschnitt auf Lenggrieser Flur ist blau eingezeichnet.

Verbindung Lenggries-Jachenau

Unerwartet: Freistaat bezahlt den Radweg

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Durchbruch für den geplanten Radweg von Lenggries in die Jachenau: Überraschend hat sich nun der Freistaat bereit erklärt, die Baukosten komplett zu übernehmen. Geht alles gut, könnte 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Lenggries/Jachenau– Ein Fahrradweg von Lenggries in der Jachenau als Alternative zur gefährlichen Nutzung der Staatsstraße 2072: Dies ist ein lang gehegter Wunsch vieler Bürger und der beiden beteiligten Gemeinden. Nach jahrelangen Planungen, vielen Unwägbarkeiten und manchen Rückschlägen rückt die Verwirklichung jetzt in greifbare Nähe. Die Finanzierung jedenfalls kann als gesichert gelten. Denn wie Martin Bachhuber, CSU-Landtagsabgeordneter aus Bad Heilbrunn, gestern mitteilte, hat sich der Freistaat bereit erklärt, die Kosten vollständig zu übernehmen.

Diese Zusage kommt einigermaßen überraschend. Gefordert hatten sie die Gemeinden Jachenau und Lenggries freilich schon lange. „Unsere Argumentation war immer, dass der Radweg ja eine Staatsstraße begleitet und somit der Freistaat zuständig ist“, sagt der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl. Doch das Innenministerium hatte dies stets abgelehnt. Lange galt die Vereinbarung: Die Gemeinden planen und bauen den Radweg selbst. Anschließend können sie über den Zuschusstopf für „kommunale Sonderbaulasten“ bis zu 75 Prozent wieder zurückbekommen.

Hinter den Kulissen liefen die Gespräche aber weiter – auf Betreiben des Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, wie Weindl und sein Jachenauer Amtskollege Georg Riesch berichten. „So haben wir einen Termin beim Innenstaatssekretär Gerhard Eck bekommen“, so Riesch. Dabei habe er, Riesch, unter anderem erläutert, dass die Radwegkosten – selbst mit Zuschüssen – „für eine kleine Gemeinde fast nicht zu schultern sind“.

Dass der Freistaat jetzt eingelenkt hat, „das ist für uns sehr erfreulich“, sagt Riesch. „Für uns ist das jetzt eine einmalige Gelegenheit. So eine Chance bekommen wir so schnell nicht wieder.“ Tatsächlich ist ein Radweg eine teure Sache. Weindl kalkuliert, dass allein der erste geplante Bauabschnitt zwischen der Einmündung des Rehgrabenwegs in die Staatsstraße 2072 bis zum Jachenauer Ortsteil Ort mit seinen rund vier Kilometern Länge rund eine Million Euro kosten wird. Die Gemeinden selbst haben nun lediglich die Planungskosten zu tragen, die Weindl auf 50 000 bis 100 000 Euro schätzt. Außerdem kommen sie für den Grunderwerb auf. Bauherr und auch künftiger Baulastträger wird hingegen der Freistaat sein.

Besagter Bauabschnitt ist es, der gute Chancen hat, als erstes verwirklicht zu werden. Auf Lenggrieser Seite wurden die nötigen Grundstücksverhandlungen Ende 2016 abgeschlossen, auf Jachenauer Seite ist es auch beinahe soweit. „Als nächstes wollen wir die Detailplanung in Auftrag geben“, sagt Weindl. Zudem sei noch ein landschaftspflegerischer Begleitplan nötig. Beides werde voraussichtlich den Sommer über passieren, so dass der Bau „im Herbst oder Ende des Jahres“ ausgeschrieben und 2018 in Angriff genommen werden könne.

Parallel plant die Gemeinde Jachenau an einem anderen Bauabschnitt fast am anderen Ende des Radwegs: nämlich zwischen Schule/Sportplatz in Wieden und Niggeln/Bäcker. Auch hier ist Riesch „sehr zuversichtlich“, dass die Grundstücksverhandlungen gut voranschreiten. Von den Grundeigentümern werde der Radweg jedenfalls „zum größten Teil sehr positiv gesehen“.

Für Bachhuber ist die nunmehr gefundene Lösung für ein Projekt, das an Grundstücksfragen, Herausforderungen mit dem Naturschutz und der Finanzierung schon zu scheitern drohte, „fast ein kleines Wunder“. Dass man jetzt kurz vor dem Ziel stehe, sei nur möglich gewesen, „weil alle Beteiligten, insbesondere aber die Bürgermeister Weindl und Riesch, stets an dieses Projekt geglaubt und alles dafür getan haben“, betont der Abgeordnete. Von Staatssekretär Eck bekamen die beiden Rathauschefs einen klaren Auftrag: „Jetzt schließt ihr den letzten Grunderwerb noch ab, und dann feiern wir im kommenden Jahr den Spatenstich.“

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