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Der Walchensee soll ein Naturjuwel bleiben und nicht zum Rummelplatz ausgebaut werden.

Zwischenbilanz des Workshops

Vom Shuttle-Service bis zur App: 14 Ideen für den Walchensee

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Parkgebühren, ein Shuttle-Service, eine App oder eine Tages-Kurkarte: Der Walchensee-Workshop hat konkrete Vorschläge erbracht, wie sich die Situation im überlasteten Naturparadies verbessern lässt.

Jachenau/Kochel am See – Der Walchensee-Workshop hat erste Zwischenergebnisse erbracht. Am Freitag präsentierte Tourismus-Berater Christian Oberleiter gemeinsam mit Landrat Josef Niedermaier, den Bürgermeistern Thomas Holz (Kochel am See) und Georg Riesch (Jachenau) sowie Rudolf Plochmann, Chef des Tölzer Forstbetriebs, eine Liste mit 14 Vorschlägen, die aus dem Diskussionsformat hervorgegangen sind. Jetzt sollen die zuständigen Stellen prüfen, was davon rechtlich, technisch und finanziell umsetzbar ist – und auch wirklich gewollt.

Nach der Auftaktveranstaltung im Dezember fanden drei weitere Treffen statt, wie Oberleiter berichtete. 50 Teilnehmer – vom Grundbesitzer bis zum Naturschützer, vom Feuerwehrmann bis zum Behördenvertreter – seien in drei Gruppen bunt zusammengewürfelt worden. Ergebnis waren knapp 200 Vorschläge, wie sich die Situation am Walchensee verbessern ließe. Das malerische Naturidyll ächzt bekanntlich an schönen Tagen unter dem Besucheransturm – Verkehrschaos und Vermüllung inklusive.

Die Workshops erbrachten 14 Vorschläge für den Walchensee

Bei zwei „Evaluierungsworkshops“ im März und April in Bad Tölz wurden 14 Ideen herauskristallisiert.

Die Verkehrsströme sollen analysiert werden. Wie viele Fahrzeuge kommen aus dem Großraum München, wie viele zum Beispiel aus dem Innsbrucker Land? Wer bleibt am See, wer reist nur durch? „Eine solide Datengrundlage ist die Basis für alles weitere“, so Oberleiter.

• Es soll über Parkgebühren nachgedacht werden. „Im Radius vom 100 Kilometern muss man an jedem See fürs Parken bezahlen“, fasste der Berater zusammen. Am Walchensee-Südufer hingegen ist es bislang kostenlos.

• Eine klare Beschilderung soll der Verwirrung abhelfen, wo am See Park- und Halteverbots- beziehungsweise Abschleppzonen sind.

• Ein Parkleitsystem könnte einen Überblick bieten, wo man am See sein Fahrzeug abstellen kann – „idealerweise gekoppelt mit einer Kapazitätsanzeige“.

• Vorgeschlagen wurden „Park & Ride“-Parkplätze, von denen ein Shuttle die Besucher ans Ufer fährt. Im Gegenzug sollten sukzessive die Stellplätze direkt am Seeufer reduziert werden, „denn in der Summe sollen es nicht mehr Autos werden“.

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• Erwünscht ist eine Verkehrsregulierung auf der B 11. „Dass sie als Ausweichroute für die A 95 dient, darunter leidet die Bevölkerung in Kochel und Walchensee“, so Oberleiter. Das Vorhaben, hier Entlastung zu schaffen, sei freilich komplex. „Wenn man aufzeigen kann, was am Walchensee in Richtung Nachhaltigkeit passiert, wird man dafür bessere Argumente haben.“

• Die Anbindung mit dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) soll verbessert werden. Möglichkeiten seien hier der Ringschluss mit den Bahnhöfen in Kochel und Lenggries oder eine Überprüfung, ob Busse am Südufer fahren können.

• Die vorhandenen Wohnmobilstellplätze sollen attraktiver werden, damit weniger Wohmobilisten mit ihren Fahrzeugen über Nacht am Ufer stehen bleiben – was bekanntlich verboten ist.

Stellten im Jachenauer Rathaus die Ergebnisse des Walchensee-Workshops vor: (v. li.) Landrat Josef Niedermaier, Forstbetriebs-Chef Rudolf Plochmann, der Kochler Bürgermeister Thomas Holz, Tourismus Berater Christian Oberleiter und das Jachenauer Gemeindeoberhaupt Georg Riesch.

• Für die Überwachung von Parkverstößen sollen verstärkt private Dienstleister und/oder der Tölzer Zweckverband hinzugezogen werden.

• Es soll die Möglichkeit geben, höhere Bußgelder zu erheben, indem man zum Beispiel das Falschparken abseits der Straße als Verstoß gegen das Naturschutzrecht ahndet. „Da beginnen die Bußgelder bei 50 Euro und können bis 5000 Euro gehen“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Jachenaus Bürgermeister Riesch ergänzte: „Das Ziel soll aber nicht sein, möglichst viele zu bestrafen. Mir wäre lieber, die Leute lassen ihr Geld in der Region, als dass sie es für Strafen aufbringen müssen.“ Bei einigen ewig Uneinsichtigen komme man jedoch nur mit Bußen weiter, erwiderte Niedermaier. Oberleiter verspricht sich davon einen „Lerneffekt“.

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• Am Südufer ließe sich ein Naturlehrpfad einrichten, „um der Bevölkerung das Naturjuwel nahezubringen“. Diese Einrichtung könne den Walchensee auch im Herbst und Frühjahr sowie bei durchwachsenem Wetter zu einem lohnenden Ziel machen.

• Vorgeschlagen wurde eine „Tages-Kurkarte“. Je nach Ausgestaltung könnte Parken inklusive sein.

• An Presse und Radio sollen organisiert Informationen weitergegeben werden, wie die aktuelle Parkplatzbelegung aussieht.

• Angedacht ist auch eine App, mit der sich Ausflügler per Smartphone informieren, ob es sich noch lohnt, den Walchensee anzusteuern.

Niedermaier freute sich, dass im Walchensee-Workshop „alle Interessengruppen die gleiche Zielrichtung“ hatten. Wie Oberleiter ausgeführt hatte, bestand große Einigkeit, den Walchensee als einzigartiges Naturjuwel zu erhalten und nicht etwa zu einem „Rummelplatz“ oder „Disneyworld“ auszubauen. Man wolle den Walchensee aber auch keinesfalls in eine „Verbotsregion“ verwandeln, sondern sichtbar machen, dass die Region für Nachhaltigkeit stehe und damit automatisch Respekt und Wertschätzung steigern.

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Riesch und Holz waren sich einig, dass mit dem Maßnahmenkatalog zwar ein guter Anfang gemacht sei, aber die eigentliche Arbeit erst beginne. Für jeden der 14 Punkte wurde ein „Kümmerer“ benannt, der im Auge behalten soll, dass die Ideen weiterverfolgt werden. „Wir sind jetzt einen großen Schritt weiter, und ich bin zuversichtlich, dass sich die Situation für alle Beteiligten verbessern könnte“, resümierte Plochmann. Das sah Riesch genauso. „Durch diese Maßnahmen stiegt auch die Erholungsqualität für alle.“

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