Badeparadies Walchensee-Südufer: Nicht immer geht es dort so ruhig und idyllisch zu. Oftmals ist das Gebiet überlastet. Eine Reihe von Maßnahmen soll ab dem kommenden Sommer gegensteuern.
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Badeparadies Walchensee-Südufer: Nicht immer geht es dort so ruhig und idyllisch zu. Oftmals ist das Gebiet überlastet. Eine Reihe von Maßnahmen soll ab dem kommenden Sommer gegensteuern.

Maßnahmen für die Sommersaison

Walchensee: Autofahrer zahlen künftig doppelt so viel - bei großem Andrang wird gesperrt

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Am Südufer des Walchensees werden künftig neben der Maut zusätzlich 5 Euro Parkgebühr fällig. Zudem wird die Mautstraße bei zu großen Andrang gesperrt.

Jachenau – Die Gemeinde Jachenau und die Bayerischen Staatsforsten stellen die Weichen für den erwarteten sommerlichen Ansturm von Badegästen am Walchensee-Südufer. Wie die Gemeinde am Gründonnerstag mitteilte, haben beide Seiten einen Vertrag unterzeichnet, der die Parkraum-Bewirtschaftung in dem oft überlasteten Gebiet neu regelt. Für die Ausflügler bedeutet das, dass sie künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn zusätzlich zur Mautgebühr für die Nutzung der Forststraße zwischen Einsiedl und Niedernach müssen sie künftig auch noch Parkgebühr in gleicher Höhe berappen.

„Der Druck der Erholungssuchenden auf den Walchensee ist in den letzten Jahren stark gestiegen“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde. „Dies brachte unhaltbare Zustände für die Natur und der Anwohner am Walchensee mit sich.“ Aus diesem Grund hätten die Staatsforsten als Betreiber der Mautstraße gemeinsam mit der Gemeinde Jachenau im Rahmen des Walchenseekonzeptes einige Maßnahmen beschlossen.

Gemeinde Jachenau betreibt künftig die Parkplätze am Walchensee-Südufer

Kernpunkt: Die Gemeinde pachtet von den Staatsforsten die Parkflächen am Walchensee-Südufer an und betreibt sie künftig. Dafür erhebt sie eine Parkgebühr in Höhe von 5 Euro pro Tag. Dieses Ticket wird zusätzlich zur Mautgebühr von ebenfalls 5 Euro fällig. Faktisch wird das Parken am Südufer somit doppelt so teuer wie bisher. Wohnmobile dürfen innerhalb der Mautstraße nur noch an drei ausgewiesenen Flächen parken, und zwar gegen eine Gebühr von 10 Euro pro Tag. „An allen anderen Parkplätzen innerhalb der Mautstellen ist das Abstellen von Wohnmobilen künftig verboten“, teilt die Gemeinde mit.

Vertragsunterzeichnung: Der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger (Mi.) sowie Rudolf Plochmann (re.) und Robert Krebs von den Staatsforsten haben die Parkraum-Bewirtschaftung am Walchensee-Südufer neu geregelt.

Zudem wird die Zahl der Fahrzeuge, die man in die Mautstraße einfahren lässt, begrenzt, um eine Überlastung zu vermeiden. Die Staatsforsten errichten zu beiden Seiten neue Mautstationen. An diesen werden die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge per Radar gezählt. Ab einer Anzahl von 1000 Fahrzeugen wird die Mautstraße gesperrt. „So wird einerseits sichergestellt, dass Rettungskräfte im Notfall die Straße noch passieren können, andererseits sollen dadurch Störungen der Natur im Landschaftsschutzgebiet reduziert werden“, begründet die Gemeinde den Schritt.

Ist die Mautstraße voll, können Ausflügler ihre Autos auf Ausweich-Parkplätzen abstellen

Für all diejenigen, die an den Mautstationen nicht mehr einfahren können, errichten die Staatsforsten zwei zusätzliche Ausweich-Parkflächen. „Hier können zum einen Wohnmobile geparkt werden, falls die innerhalb der Mautstraße ausgewiesen Parkmöglichkeiten belegt sind, andererseits können Erholungssuchende bei Überlastung der Uferstraße ihr Fahrzeug hier abstellen um dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum See zu kommen“, heißt es in der Presserklärung.

„Es waren zielführende Gespräche und wir wollen in die gleiche Richtung“, wird der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger zu den Verhandlungen mit Rudolf Plochmann und Robert Krebs vom Forstbetrieb Bad Tölz zitiert. Die Beteiligten hoffen auf eine Verbesserung der Situation für alle Beteiligten und auf das Verständnis der Erholungssuchenden. „Uns ist bewusst, dass diese Maßnahmen Einschränkungen mit sich bringen. Aber die Zustände am See in jüngerer Vergangenheit machten ein Handeln notwendig“, so Rauchenberger.

Mit der Umsetzung der einzelnen Gewerke wurde laut der Mitteilung bereits begonnen. Das Projekt soll bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein.

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