Ausgedient haben die alten Mauthäusl am Walchensee. Sie werden durch neue Stationen mit Schranke ersetzt.
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Ausgedient haben die alten Mauthäusl am Walchensee. Sie werden durch neue Stationen mit Schranke ersetzt.

Stationen und Parkplätze sollen bis zum Sommer fertig sein

Walchensee: Bau der Mauthäusl und der Ausweichparkplätze beginnt im Mai

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Voraussichtlich Mitte Mai beginnt am Walchensee-Südufer der Bau der beiden neuen Mautstationen bei Einsiedl und Niedernach sowie der Ausweichparkplätze. Das erklärt Rudolf Plochmann, Chef des Tölzer Forstbetriebs, auf Anfrage. Er geht davon aus, dass spätestens vor den Sommerferien alles fertig ist.

Jachenau - Wie berichtet haben sich die Gemeinde Jachenau und die Staatsforsten auf die Umsetzung einer Maßnahme geeinigt, um in Zukunft chaotische Verhältnisse bei einem Ansturm von Badegästen zu verhindern: Die Staatsforsten verpachten die Parkplätze an der Mautstraße an die Gemeinde. Diese betreibt die Parkplätze und erhebt eine Parkgebühr von 5  Euro am Tag. An den Mautstationen werden per Radar die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge gezählt. Sind 1000 davon am See, wird die Straße gesperrt. Die Anreisenden können ihre Autos dann auf Ausweichparkplätzen vor den Mautstationen abstellen – ebenfalls für 5 Euro – und den restlichen Weg ans Ufer zu Fuß oder mit dem Radl zurücklegen. Auf beiden Seiten werden die Mautstationen näher am See liegen als bisher.

Baubeginn darf frühestens am 15. Mai sein

Für die Bauarbeiten läuft laut Plochmann aktuell eine Ausschreibung. Ein Baubeginn sei aber schon wegen naturschutzrechtlicher Vorgaben frühestens am 15. Mai erlaubt. Es geht dabei um die Rücksichtnahme auf geschützte Arten, die in dem Bereich vorkommen, etwa die Haselmaus und bestimmte Eidechsenarten. Wann tatsächlich gearbeitet werden kann, hänge freilich auch von der Witterung und der Verfügbarkeit der Firmen ab. Während der Bauarbeiten werde man Rücksicht auf Anrainer und Pendler nehmen und die Mautstraße zu keinem Zeitpunkt sperren.

Forstbetrieb würde sich schwer tun, selber Parkgebühren zu erheben

Dass der Forstbetrieb die Parkplätze verpachtet statt sie selbst zu betreiben, hat nach Plochmanns Worten mehrere Gründe. „Für uns ist es schwierig, Parkgebühren zu erheben“, erklärt er. Beispielsweise könnten die Staatsforsten nicht den Tölzer Zweckverband mit der Überwachung beauftragen – dem dürfen nämlich nur Kommunen beitreten. Zudem hätten die Gemeinden es in der Hand, die nötigen verkehrsrechtlichen Anordnungen zu treffen, zum Beispiel festzulegen, wer wo parken darf. Am Walchensee-Südufer etwa ist das Abstellen von Wohnmobilen künftig nur noch an drei ausgewiesenen Stellen erlaubt.

Das Modell, dass die Staatsforsten Parkflächen an Kommunen verpachten, kommt nicht nur in der Jachenau zum Einsatz. Wie berichtet läuft es in Lenggries genauso: Die Gemeinde pachtet 14 Wanderparkplätze und erhebt dort Parkgebühren. Laut Plochmann ist es nur sinnvoll, das Konzept „im größeren Umfeld“ abgestimmt umzusetzen. Es ergebe schließlich keinen Sinn, wenn die Ausflügler wegen der Parkgebühren am Walchensee scharenweise auf andere benachbarte Ausflugsziele ausweichen. Auch bei der Höhe der Parkgebühren hätten sich die Nachbargemeinden abgestimmt. In Kochel, Mittenwald und Wallgau verfahre man ebenso, „teils schon länger“, sagt Plochmann.

Modell ist auch für die Mautstraße Wallgau-Vorderriß im Gespräch

Wie der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger erklärt, ist das gleiche Modell auch für die Mautstraße Wallgau-Vorderriß im Gespräch. Hier habe die Gemeinde allerdings abgewunken. Die Pflege der dortigen Parkplätze sei zu aufwendig, weil sie zu weit weg seien. Eventuell komme eine Anpachtung für die Nachbarn in Wallgau oder Lenggries in Frage. Plochmann möchte sich unter Verweis auf laufende Verhandlungen nicht zu dem Thema äußern.

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