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Jagdbomber stürzt in bayerischen See - Geistertaucher erzählt in TV-Doku faszinierende Details

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Von: Johannes Welte

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Unterwasserarchäologe Florian Huber aus Lenggries
Unterwasserarchäologe Florian Huber aus Lenggries. © ZDF/Uli Kunz

Im Oktober 1943 wurde München von britischen Jagdbombern angegriffen. Einer davon sollte Minuten später ein Fiasko im Walchensee erleben. Eine TV-Doku über die Spurensuche.

Garmisch/Lenggries - Es ist eine Schreckensnacht, als am 3. Oktober 1943 rund 250 britische Flugzeuge München angreifen. 223 Menschen sterben, 906 werden verletzt, 21.872 obdachlos. Nach der Attacke sammeln sich die Bomber im Süden der Stadt, um zurückzufliegen.

Bayern: Jagdbomber wird getroffen - Notlandung auf dem Walchensee endet im Fiasko

Fünf Bomber werden abgeschossen, einer wird bei Bad Tölz von einem deutschen Messerschmitt-Nachtjäger getroffen. Die siebenköpfige Besatzung der Avro Lancaster (30 Tonnen, 40 Meter Spannweite) wirft ihre letzten Bomben über der Jachenau ab und versucht, auf dem Walchensee notzulanden* – ein Fiasko: „Er schwebte wie eine lodernde Fackel am nachtdunklen Himmel, bis er in rauchschwarzen Wolken im See versank“, berichtet Augenzeugin Marie Staidl später. Eine Leiche wird ans Ufer getrieben und schnell begraben. Die weiteren sechs Crewmitglieder bleiben im See verschollen. Der Volksmund tauft sie die „Gespensterpiloten“.

Ein Jagdbomber vom Typ Avro Lancaster stürzte im Oktober 1943 in den Walchensee
Ein Jagdbomber vom Typ Avro Lancaster stürzte im Oktober 1943 in den Walchensee. © FKN

1952 fischen Bergungstaucher weitere Teile der Lancaster aus dem See — und bergen zwei weitere Besatzungsmitglieder. Die restlichen vier sind bis heute vermisst.

Bayern: Flugzeug-Wrack im Walchensee - Beeindruckende Aufnahmen in TV-Doku

Der aus Lenggries stammenden Unterwasserarchäologe Florian Huber* hat nun die Überreste des Flugzeuges wissenschaftlich untersucht. Mit Teilnehmern eines Kurses in Unterwasserarchäologie erfasste, vermaß, fotografierte und filmte er einen Großteil der Überreste in 10 bis 30 Metern Tiefe. Einen ähnlichen Fund gab es kürzlich in Island - freigegeben aufgrund des Klimawandels:

In der Terra X-Doku Geheimnisse aus der Tiefe (Sonntag, 19.30 Uhr, ZDF), berichten Huber und sein Team von den Ergebnissen, aber auch von der Entdeckung bronzezeitlicher Knochen in der Wimsener Unterwasserhöhle auf der Schwäbischen Alb, im 1715 in der Ostsee versenkten schwedischen Schlachtschiff Hedvig Sophia und im schwedischen Meeresnationalpark Kosterhavet. Die Sendung steht auch schon in der ZDF-Mediathek zur Verfügung. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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