+
Am Walchensee tummeln sich an schönen Tagen die Badegäste und Freizeitsportler. Der große Andrang kann aber auch zu brenzligen Situationen führen.

Um illegale Feuer einzudämmen

Walchensee: Ranger und Feuerwehr sollen gemeinsam auf Streife gehen

  • schließen

Um der Probleme durch den Besucheransturm Herr zu werden, sind an Walchensee außerdem ein Ufer-Verbot für Wohnmobile und eine Versetzung der Mautstationen geplant.

Jachenau– Am Walchensee sollen ab sofort Isar-Ranger gemeinsam mit Ehrenamtlichen der Feuerwehr auf „Streife“ gehen, um zu kontrollieren, ob es unerlaubte Grill- und Lagerfeuer gibt. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die Bürgermeister Georg Riesch am Dienstag im Jachenauer Gemeinderat ankündigte, um die Probleme rund um den See anzugehen. Außerdem sei geplant, Wohnmobilen am Wochenende die Zufahrt zum Seeufer zu verbieten. Die Mautstellen an beiden Enden der Forststraße am Südufer sollen laut Riesch versetzt werden, und es soll dort Möglichkeiten zum Wenden und zum Parken geben.

„Es ist nicht so, dass wir den ganzen Winter nur zusammengesessen sind und jetzt passiert nichts“, betonte Riesch. Wie berichtet war in einem aufwendigen Prozess in einer Reihe von Workshops ein Konzept mit vielen Vorschlägen entwickelt worden, um dem überhand nehmenden Freizeitdruck an dem malerischen See Herr zu werden.

Bürgermeister will überprüfen, ob man Quad-Touren am Walchensee verbieten kann

Zuletzt hatten noch einmal zwei Unfälle den Handlungsdruck verdeutlicht, bei denen der Rettungsdienst im dichten Ausflugsverkehr Probleme hatte, zu den Unfallstellen am Südufer vorzudringen. Auch darauf ging Riesch im Gemeinderat ein. Nachdem am Sonntag ein Teilnehmer einer geführten Quad-Tour mit zwei E-Bike-Fahrern kollidiert war, meinte der Bürgermeister: „Solche Kolonnen von sechs bis acht Quads stellen eine zusätzliche Verkehrsbelastung dar, und jeder weiß, wie viel Lärm die machen. Das muss nicht sein.“ Er habe schon vor Jahren überprüfen lassen, ob man geführte Quad-Touren auf der Forststraße verbieten könne. Dieses Thema wolle er jetzt noch einmal in Angriff nehmen.

Am Sonntag hatten die Mitarbeiter der Mautstellen die Straße kurzzeitig gesperrt, damit der Rettungsdienst durchkam. Die Folge war, dass sich auf den Zufahrten – auf der B 11 sowie Richtung Jachenau – der Verkehr unverzüglich zurückstaute. Diese Situation bestätige ihn im Vorhaben, die Mautstellen auf beiden Seiten zu versetzen und davor Parkmöglichkeiten und Platz zum Wenden zu schaffen. „Eine Sperrung, die bei chaotischen Verhältnissen nötig sein könnte, ist nur möglich, wenn man an den Mautstellen auch umdrehen kann.“ An diesem Thema werde zusammen mit den Staatsforsten „massiv gearbeitet“, so Riesch. „Bis zum Frühjahr sollte es umsetzbar sein.“

Isar-Ranger und Feuerwehr kontrollieren ab sofort, ob jemand am Walchensee illegal Feuer macht

Sofort verwirklicht wird dagegen die Zusammenarbeit von Rangern und Feuerwehr, um wilde Feuerstellen zu bekämpfen. Dies sei „eine Notlösung für heuer“, so Riesch, da das Landratsamt adhoc keine zusätzlichen Stellen für eigene Walchensee-Ranger schaffen könne. Wie Landratsamts-Sprecherin Marlies Peischer bestätigt, werde nun „ungefähr die Hälfte“ der bereits angestellten Isar-Ranger einen Teil ihrer Arbeitszeit an den Walchensee verlegen und dort – verstärkt durch die örtlichen Feuerwehren – auf Tour gehen.

Lesen Sie auch: Verhinderten die Gegner des Pumpspeicherkratftwerks am Jochberg einst ein Klimaschutz-Projekt?

Laut Riesch werden sich dabei die Feuerwehren Jachenau und Walchensee im Wochenrhythmus abwechseln. Das sei als freiwillige Aufgabe dem vorbeugenden Brandschutz zuzuordnen. Bei den wechselnden Einsatzgebieten würden auch Nord- und Ostufer sowie die Halbinsel Zwergern einbezogen. In jedem Fall soll immer mindestens eine Person dabei sein, die berechtigt ist, Personalien aufzunehmen und Verstöße zur Anzeige zu bringen. Dies könne laut Peischer neben den Rangern auch mal ein Polizist oder ein Mitarbeiter der Staatsforsten sein. Konzentrieren sollen sich diese Patrouillen auf verbotene Feuer. Als Nebeneffekt hofft Riesch, dass damit auch das illegale Nachtparken reduziert werden kann.

In der Praxis sei zu beobachten, dass Wohnmobile oft das ganze Wochenende direkt am Walchensee stehen. Tagsüber dürfen sie das bislang auch. Es sei aber ein Problem, dass die großen Gefährte teils mehrere von den ohnehin knappen Parkplätzen in Anspruch nehmen, so Riesch.

Lesen Sie auch: Filmkulisse Walchensee: Gemeinde Jachenau erhebt jetzt eine Gebühr

Deswegen sei geplant, dass den Wohnmobilen in einem ersten Schritt samstags und sonntags generell die Zufahrt auf die Mautstraße verboten wird – allerdings erst dann, wenn man ihnen ausreichend Alternativparkplätze vor den Mautstellen anbieten kann. „Die meisten haben sowieso ein Fahrrad dabei und können dann die letzten 500 Meter zum See radeln“, sagte Riesch. Auch könne es ein Vorteil sein, wenn sich die Wohnmobilisten die Maut sparen und günstiger auf für sie ausgewiesenen Plätzen stehen könnten. Man wolle „niemanden vergraulen“.

Weil ein knapp unter der Wasseroberfläche liegender Baumstamm Boote zum Kentern bringt, darf die Isar auf einem Teilstück nicht befahren werden.

Lesen Sie auch: 100 Jahre Walchensee-Kraftwerk: Wie alles begann

Diese Maßnahme will Riesch so schnell wie möglich umsetzen – es werde aber „eher nächstes Jahr“ klappen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Winter-Wetter 2019/20: Kult-Orakel wagt mit uralter Methode Schnee-Vorhersage
An Kult-Orakel Sepp Haslinger und seinen Winterprognosen scheiden sich die Geister. Hier lesen sie, was er für das Winter-Wetter 2019/20 voraussagt. 
Winter-Wetter 2019/20: Kult-Orakel wagt mit uralter Methode Schnee-Vorhersage
Pläne für die Tölzer Nordspange: Gemeinderäte in Greiling erzürnt
Geht es nach dem Willen der Befürworter der Nordumfahrung von Bad Tölz, könnte noch im Herbst der Planfeststellungsbeschluss gefasst werden. 
Pläne für die Tölzer Nordspange: Gemeinderäte in Greiling erzürnt
Auf den Spuren von Nixen und Rittern in der Region: Spannendes Wanderbuch von Ursula Weber
Als Erzählerin von Sagen und Märchen hat sich Ursula Weber einen Namen gemacht. Jetzt hat die Tölzerin ein Wanderbuch geschrieben, das zu besonderen Orten in der Region …
Auf den Spuren von Nixen und Rittern in der Region: Spannendes Wanderbuch von Ursula Weber
Lektüre für die Sommertage: Neue Medien in der Benediktbeurer Bücherei
Das Team der Gemeinde- und Pfarrbücherei Benediktbeuern wartet für die Leser in den Sommerferien mit neuen Büchern auf.
Lektüre für die Sommertage: Neue Medien in der Benediktbeurer Bücherei

Kommentare