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Dass der Walchensee ein beliebtes Ausflugsziel ist, ist nur zu verständlich.

Probleme mit Wildparkern und Feuerstellen

Walchensee-Südufer: Lösungssuche mit Konzept

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Dringenden Handlungsbedarf sieht die Gemeinde Jachenau für das Walchensee-Südufer. Sie will deshalb ein Gesamtkonzept in Auftrag geben, um die Verkehrsprobleme an sommerlichen Ausflugstagen zu entschärfen.

Jachenau– Wie Bürgermeister Georg Riesch im Gemeinderat berichtete, hat das Wirtschaftsministerium zugesagt, die Kosten für das Gutachten zu übernehmen.

Die Situation in dem landschaftlich wunderschönen und entsprechend beliebten Gebiet stellte Riesch differenziert dar. „Von Jahr zu Jahr nimmt dort die Zahl der Erholungsuchenden zu“, erklärte er. „Einerseits sind wir froh, dass wir Gäste haben und dass es den Leuten bei uns gefällt“, fügte der Rathauschef hinzu. „Aber es gibt überall Regeln, und die werden leider von manchen Leuten missachtet.“

Ein Hauptproblem sei, dass an „stark frequentierten Wochenenden“ die Rettungswege zugeparkt würden. „Da wird es schwierig, dass die Feuerwehr noch zu einem Brand oder einer anderen Hilfeleistung anrückt.“ Zum anderen nähmen die Verstöße gegen das Nachtparkverbot überhand. „Das Feuermachen im Landschaftsschutzgebiet ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr“, mahnte der Bürgermeister. Das Risiko von Waldbränden werde auf diese Weise „extrem herausgefordert“.

Der staatliche Forstbetrieb führe über die zahlreichen Verstöße Buch, berichtete Riesch. „Da gibt es jedes Wochenende eine Bilanz, wie viele Fahrzeuge in der Nacht geparkt haben und wie viel Feuerstellen entdeckt wurden. Das bekomme ich immer per E-Mail.“ Er habe beim Forstbetrieb nachgehakt: „Wenn sie schon zählen, könnten sie die Verstöße doch auch zur Anzeige bringen und die Nummernschilder aufschreiben.“ Riesch räumte allerdings ein, dass es nicht leicht sei, sich mit den Regelbrechern auseinanderzusetzen. „Wenn man hingeht und ihnen sagt, dass sie ihr Feuer ausmachen sollen, wird man manchmal noch ausgelacht oder bedroht.“ Genauso wenig wie den Staatsforsten könne man diese Aufgabe den ehrenamtlichen Naturschutzwächtern zumuten. Die Polizei wiederum sei zu schwach besetzt, um in einem so abgelegenen Gebiet nachts die Überwachung zu übernehmen. Und eine mögliche Beauftragung der kommunalen Verkehrsüberwachung könne wegen des hohen Personalaufwands – „man kann dort ja nachts keinen alleine losschicken“ – für die Gemeinde sehr kostspielig werden. „Insgesamt ist die Situation momentan nicht zufriedenstellend“, fasste Riesch zusammen.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssten sich viele Akteure beteiligen: vom Innenministerium über die Untere Naturschutzbehörde bis hin zu den Staatsforsten, die als Grundbesitzer auch „erhebliche Einnahmen“ an der Mautstraße hätten. „Man muss die Sache höher aufhängen“, so Riesch. Das sei auch Tenor bei einem Gespräch mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner gewesen. Dort sei vereinbart worden, dass das Ministerium nach Möglichkeit die Kosten eines Gesamtkonzepts übernehme, dass aber bei der Gemeinde als Straßenbaulastträger die Fäden zusammenlaufen.

Gemeinderat Rudi Tiefenbrunner kritisierte, dass die Strafen fürs Falschparken zu gering seien. Die Beträge könnten Münchner Ausflügler nicht beeindrucken, „die rechnen schon damit“. Bürgermeister Riesch entgegnete: „Ich bin nicht für immense Strafen.“ Man wolle niemanden von einem Besuch am Walchensee abschrecken. „Und wenn man sich in eine Münchner Familie hineinversetzt, die den ganzen Weg hergefahren ist und keinen Parkplatz findet, kann man teilweise nachvollziehen, dass sie das Auto einfach irgendwohin stellt.“

Peter Krauß regte an, das geplante Gesamtkonzept gleich auf andere Gebiete auszuweiten, wie das Rißbach- oder das Staffelbachtal. „Der Freizeitdruck betrifft nicht den Walchensee allein.“ Riesch meinte, man müsse natürlich bedenken, wohin sich der Ausflugsverkehr durch eventuelle Maßnahmen am Walchensee verlagern kann, plädierte dafür, das Gesamtkonzept vorerst auf das südliche Seeufer zu beschränken.

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