Leere Pappbecher, Flaschen, Tüten - so sieht das Walchenseeufer nach Badetagen nicht selten aus.
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Leere Pappbecher, Flaschen, Tüten - so sieht das Walchenseeufer nach Badetagen nicht selten aus.

Den Abfall liegen zu lassen, ist keine Option

Walchensee-Ufer ist nach Badetagen stark verschmutzt

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Einige Badegäste lassen ihren Abfall rücksichtslos am Walchenseeufer zurück. Speziell die Dixiklos werden immer wieder als Müllhalden missbraucht – und deshalb verrichten wiederum manche Menschen ihr Geschäft in freier Natur.

  • Nach heißen Sommertagen ist das Walcheseeufer oft mit Müll übersäht
  • Die Dixiklos werden als Müllablageplatz missbraucht
  • Auch private Anlieger entfernen aus Verzweiflung die Sauerei der Badegäste

Jachenau/Kochel am See – Sollte man den ganzen Müll, der nach einem schönen Badetag am Walchensee zurückbleibt, einfach mal liegen lassen? Die Anregung von Christl Oefele in einem Leserbrief klingt erst mal plausibel. Doch die Umsetzung kommt für die beiden betroffenen Anliegergemeinden Jachenau und Kochel am See nicht in Frage.

„Das ist Landschaftsschutzgebiet“, sagt Nicole Lutterer, Rathaus-Geschäftsführerin in Kochel. „Außerdem können wir das den Anwohnern nicht antun.“ Und auch der Jachenauer Bürgermeister Klaus Rauchenberger findet: „Damit würde man ja auch die vielen anständigen Badegäste bestrafen.“

Schon 200 uneinsichtige Badegäste reichen für eine Verwüstung

Es sei nur eine kleine Minderheit, die ihren Abfall wild zurücklässt. Wenn unter den 10 000 bis 12 000 Seebesuchern – die Zahl habe ein Anwohner am Sonntag hochgerechnet – nur 200 „Dreckbären“ sein, reiche das freilich schon aus, dass es Auflüglerchaos , sagt Rauchenberger.

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Dixiklos werden als Müllablageplatz missbraucht.

Mit Freuden übernimmt dann niemand die Aufgabe, anderen Leuten den Dreck hinterherzuräumen. Besonders viel zu tun gab es am Montag. Da brauchten zum Beispiel die Mautposten, die normalerweise in ihren Freischichten Müll an der Forststraße einsammeln, Unterstützung von Lehrlingen des Forstbetriebs (wir berichteten). Auch die Gemeinde Jachenau musste ihr Personal aufstocken. Regulär ist ein Betriebshof-Mitarbeiter im Einsatz, um die Hundetoiletten zu leeren und dabei aufzuräumen. Nun mussten laut Rauchenberger zusätzlich zwei private Subunternehmer mit anpacken. Am Südufer von Einsiedl bis Niedernach abseits der Mautstraße und weiter am Ostufer bis Sachenbach lässt die Gemeinde sauber machen. „Aber jeden Montag drei Leute zu beschäftigen, das können wir uns nicht leisten“, stellt Rauchenberger klar. Wie er ergänzt, reinigen zusätzlich noch etliche private Anlieger die Uferbereiche. Von Urfeld bis Einsiedl beziehungsweise Richtung Sachenbach bis zur Gemeindegrenze sind laut Nicole Lutterer zwei Mitarbeiter des Kochler Betriebshofs bis zu fünf Stunden am Tag mit dem Müll beschäftigt.

„Da schaut's übel aus"

Übereinstimmend berichten Rauchenberger und Lutterer von der Unsitte, Dixiklos als Müllabladestellen zu missbrauchen: die Kloschüssel, den Boden, einmal angeblich die ganze Kabine bis unters Dach und auch den Umgriff der Häuschen. „Da schaut’s übel aus“, sagt der Jachenauer Bürgermeister. Nicole Lutterer zufolge sind die Betreiber der Dixiklos nicht in der Lage, bei der Toilettenleerung den Müll zu entsorgen. Der bleibe dann an Ort und Stelle zurück und müsse wiederum vom Betriebshof aufgeräumt werden.

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Die Badegäste gehen, der Müll bleibt oft liegen.

Als noch öffentliche Mülleimer am Ufer standen, sei das auch keine gute Lösung gewesen, meint Rauchenberger. „Da haben alle erst recht gemeint, sie bräuchten ihren Müll nicht mit nach Hause nehmen.“ Aktuell müsse man einfach „hoffen, dass die Leute vernünftig sind“, meint Nicole Lutterer. Für Rauchenberger ist klar: „Wenn ich an einen schönen See fahre, möchte ich doch, dass es dort beim nächsten Mal immer noch so schön ist.“

Wo man steht und geht liegt Abends der Müll herum.

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