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Über Stock und Stein: Von der geplanten Wanderwegenetz-Beschilderung im südlichen Landkreis sollen nicht nur Gäste sondern auch Einheimische profitieren. 

Jachenau und Wackersberg stellen sich quer

Wanderwegenetz im Südlandkreis: Notfalls auch mit Lücken

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Obwohl die Jachenau abwinkt und Wackersberg bei den Kosten nachverhandeln will, hält Lenggries an dem Projekt „Wanderwegenetz“fest

Lenggries– Ein Wanderwegenetz für den südlichen Landkreis, digital erfasst und einheitlich beschildert: Für dieses Ziel ergriff vor wenigen Wochen die Gemeinde Lenggries die Initiative. Seither haben sich wie berichtet die Gemeinderäte fast aller angefragten Kommunen dafür ausgesprochen mitzumachen. Mit der Jachenau und Wackersberg stellen sich aber ausgerechnet zwei wichtige Wandergemeinden quer. Steht damit das ganze Projekt auf der Kippe? Nein, sagt der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl.

„Generell muss jede Gemeinde selbst entscheiden, ob sie mitmacht, und das haben wir zu respektieren“, sagt Weindl auf Anfrage. Die Jachenau hat der Teilnahme am Wanderwege-Konzept als einzige eine klare Absage erteilt – „fürs Erste“, wie es im Gemeinderat hieß. Auch die Wackersberger hadern noch. Hier beauftragte der Gemeinderat Bürgermeister Alois Bauer, mit Weindl noch einmal über die Kostenaufteilung zu verhandeln.

Probleme ausgerechnet mit den Wandergemeinden

Probleme gibt es nun also ausgerechnet mit den beiden Gemeinden, die hinter Spitzenreiter Lenggries (400 Kilometer) mit jeweils rund 160 Kilometern über das streckenmäßig größte Wanderwegenetz verfügen.

Natürlich sei es „schade, wenn Lücken entstehen“, sagt dazu Weindl. Umsetzen will er das Vorhaben aber in jedem Fall. „Es ist ja nicht auszuschließen, dass zu einem späteren Zeitpunkt der eine oder andere noch dazustößt.“

Denn vom Sinn des Ganzen ist der Lenggrieser Bürgermeister nach wie vor überzeugt – selbst wenn es die Brauneck-Gemeinde allein umsetzen würde. Das sei sogar ursprünglich der erste Gedanke gewesen. „Wir fanden es dann aber sinnvoll, auch den anderen Gemeinden Bescheid zu geben“, so Weindl. „Der Wanderer richtet sich schließlich nicht nach Kommunalgrenzen, ihm ist es egal, in welchem Gemeindegebiet er sich gerade bewegt.“

Ein „Mischmasch“: Die Wanderwege-Beschilderung

Es sei einfach ungünstig, wenn bei der Wanderwege-Beschilderung „im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein Mischmasch entsteht“. Die Auswirkungen seien dann unter anderem in Form von Beschwerden zu spüren, die in der Lenggrieser Tourist-Info aufgelaufen seien. Hier könne die geplante Digitalisierung dann eine große Hilfe sein. „Wenn jemand sagt: ,Da und dort fehlt ein Schild‘, ist für uns bislang oft schwer nachzuvollziehen, wo genau das Schild stand und was eigentlich draufstand.“ Seien aber erst einmal alle Wanderwege digital erfasst, genüge ein Knopfdruck, um festzustellen, was zum Beispiel mit „dem Schild am Steg in Obergries“ gemeint war.

Die Zustimmung aus fast allen Gemeinderäten im südlichen Landkreis habe dem Projekt nun zusätzlichen Rückenwind verliehen, findet Weindl. Und auch die Wackersberger hätten ja durchaus die Vorteile anerkannt.

Die finanzielle Belastung von rund 14 000 Euro allein für die erste Phase – also die digitale Erfassung – schreckte jedoch einige Wackersberger Gemeinderäte ab. Überproportional belastet fühlen sich auch die Jachenauer. Hier lautete die Argumentation kurz zusammengefasst: „Wir haben die meisten Kilometer, aber die wenigsten Einwohner.“ Profitieren würden von einem schönen Jachenauer Wegenetz aber nicht in erster Linie die Jachenauer Bürger, sondern alle.

Die diesbezüglichen Gespräche mit seinem Wackersberger Amtskollegen stünden noch aus, sagt Weindl. Er hält jedoch nach wie vor die Wegekilometer als Basis für die „fairste Lösung“. Alles andere sei schwierig. „Wie soll man einen Verteilungsschlüssel aufstellen, der auch Übernachtungen oder Einwohnerzahlen miteinbezieht?“

Kommende Woche werde die Chefin der Lenggrieser Tourist-Info, Ursula Dinter-Adolf, das Projekt vor der Leader-Aktionsgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen vorstellen. Sobald es einen Bescheid über die Aufnahme ins Leader-Förderprogramm gibt, solle das Vorhaben in die Umsetzungsphase gehen, kündigt der Lenggrieser Bürgermeister an.

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