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An alter Wirkungsstätte: Der Jachenauer Gemeinderat tagte am Dienstag noch einmal im alten Rathaus (v. li. unten im Uhrzeigersinn: Rudi Tiefenbrunner, Korbinian Oswald, Nikolaus Stock, Georg Kohlhauf, Klaus Rauchenberger, Georg Riesch, Gemeindesekretär Martin Staltmair, Peter Krauß, Eugenie Grünwald und Jost Gudelius). Demnächst aber werden die Räume frei. 

Gemeinderat

Was wird aus dem alten Jachenauer Rathaus? Kreisbäuerin hat Vorschlag

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Was wird aus dem jetzigen Jachenauer Rathaus, wenn die Gemeindeverwaltung demnächst in die „Post“ umzieht? Kreisbäuerin Ursula Fiechtner hat dazu einen Vorschlag: Eine Pflege-WG oder eine Tagespflege könnten dort unterkommen.

Jachenau– Noch einmal kam der Jachenauer Gemeinderat am Dienstag an seiner alten Wirkungsstätte zusammen. Doch es dürfte eines der letzten Male gewesen sein, dass das Gremium im jetzigen Rathaus tagte: Wie berichtet steht der Umzug der Gemeindeverwaltung in die umgebaute „Post“ kurz bevor. Doch was wird dann aus den Räumen im Erdgeschoss unter der Adresse Dorf 51 ½?

Eigentlich hatte die Gemeinde bislang vor, die Räume künftig als Wohnung zu vermieten – so wie es im 1. Stock der Fall ist. Jetzt aber hat Kreisbäuerin Ursula Fiechtner, die auch Mitglied des Kreis-Seniorenbeirats ist, eine andere Idee an Bürgermeister Georg Riesch herangetragen. Man solle überlegen, die Räume für Senioren zu nutzen – entweder als Pflege-WG oder als Tagespflege.

Fiechtner verweist darauf, dass im Jahr 2028 voraussichtlich 10 000 Menschen über 80 im Landkreis leben. Aktuell seien es rund 7000. Da sei es dringend geboten, auch im ländlichen Raum mehr wohnortnahe Pflegeplätze für Senioren zu schaffen.

Sie kenne die Situation in vielen kleinen Weilern. Pflegedienste – teils auch noch verschiedene – würden oft lange Wege zurücklegen, um einzelne Pflegebedürftige in deren Wohnungen aufzusuchen. Da gehe viel Zeit auf der Straße verloren. Aus Fiechtners Sicht hätte eine Pflege-WG große Vorteile. Dort könnten zwei bis drei ältere Menschen zusammenleben. Dabei sei entweder eine 24-Stunden-Pflege denkbar oder auch eine stundenweise Pflege. So könnten nebenbei auch wohnortnahe (Teilzeit-)Arbeitsplätze für Jachenauer entstehen. Überhaupt seien Wohnmöglichkeiten für Pflegebedürftige in ländlichen Gemeinden wichtig. „Es können nicht alle in die städtischen Pflegeheime.“

Fiechtner kann sich auch vorstellen, dass eine Tagespflege gerade in der Jachenau dankbar angenommen würde. „Pflege geht den Angehörigen an die Substanz, Freiräume tun jedem gut.“ Und für die Senioren selbst könne eine Tagespflege helfen, um soziale Kontakte zu pflegen. Gerade auf den abgelegenen Anwesen sieht die Kreisbäuerin die Gefahr, dass Senioren vereinsamen.

Nachdem sie im Tölzer Kurier gelesen hatte, dass die Räume der Jachenauer Gemeindeverwaltung frei werden, habe sie sich die Freiheit genommen, dem Bürgermeister ihre Idee vorzutragen.

„Es ist eine gute Anregung, darüber nachzudenken. Wir wollen uns dieser Aufgabe nicht verschließen“, sagte Riesch am Dienstag im Gemeinderat. Zunächst einmal gelte es aber, viele Fragen zu klären. „Ganz wichtig ist es, vorab bei unseren Bürgern nachzufragen, welchen Bedarf wir im Dorf haben und in welche Richtung“, so der Rathauschef. Gemeinderätin Eugenie Grünwald, die im Tölzer Kreis-Sozialamt arbeitet, erklärte: „Zu einer Pflege-WG ist es ein weiter Weg.“ Für die Gemeinde müsse sich so ein Projekt wirtschaftlich tragen – und es sei auch die Frage, ob die Bewohner sich so etwas dann leisten könnten. „Für ein kleines Dorf wie uns ist das eine große Aufgabe.“ Grünwald regte an, sich mit der Gemeinde Dietramszell kurzzuschließen, die wie berichtet eine Pflege-WG vorbereitet.

Korbinian Oswald konnte sich spontan mehr für die Idee einer Tagespflege erwärmen. „Es wären sicher Jachenauer da, die das nutzen würden“, meinte er. „Denn wenn pflegende Angehörige Amtsgeschäfte oder Einkäufe zu erledigen haben und 50 oder 60 Kilometer fahren müssen, um eine Betreuungsmöglichkeit zu finden, ist das ein Problem.“ Bevor die Diskussion weitergeht, will die Gemeinde nun erst die Nachfrage und die rechtlichen Voraussetzungen prüfen.

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