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Riegelahorn: Was aussieht wie ein gewöhnlicher Baumstamm , ist unter Kennern viel wert. 

Waldbesitzervereinigung

Ein Diamant unter den Bäumen

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Ein Bergahorn aus der Jachenau wurde für eine stolze Summe verkauft: 3460 Euro erzielte er bei der Wertholzsubmission und war damit der teuerste Baum. Der besondere Stamm soll nun auf große Fahrt gehen.

Jachenau – Wäre der Jachenauer Wald eine Mine, dann hätte der Besitzer einen Diamanten gefunden. Dort wuchs ein Bergahorn heran, dessen Stamm bei der 19. Oberland Wertholzsubmission für das höchste Gebot verkauft wurde: Für 3460 Euro wechselte er den Besitzer.

Viel Geld für einen Stamm mit 5,50 Metern Länge und einem Durchmesser von 47 Zentimetern, der sonst etwa für 600 Euro veranschlagtwird.

Allerdings war das nicht irgendein Stamm, sondern ein sogenannter Riegelahorn. „Er wurde aufgrund seiner besonderen Struktur so hoch bewertet“, erklärt Gerhard Penninger, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen. Wenn die Rinde des Bergahorns entfernt wird, erinnert die Oberfläche an die geriffelte Struktur eines Waschbretts. „Dadurch entsteht ein besonderes Bild, wenn der Stamm furniert wird“, sagt Penninger.

Solche ungewöhnlichen Stämme werden europaweit zusammengesucht und sind in der Furnier-Industrie sehr gefragt. Dort ist auch der Jachenauer Stamm gelandet. Er wird also nicht als Massivholz für Möbelstücke verarbeitet, wie viele andere hochwertige Hölzer. Der Käufer beliefert laut Penninger hauptsächlich Luxus-Kreuzfahrtschiffe, in denen das Furnier mit der „geriegelten“ Struktur gerne für die Innenausstattung verwendet wird.

Um einen Riegelahorn zu erkennen, braucht es ein geschultes Auge. Deswegen werden solche Besonderheiten häufig übersehen, wenn der Käufer die Stämme eines Waldbesitzers an der Straße begutachtet. Dann erzielt später der Säger den höheren Preis. „Durch die Submission bleibt die Wertschöpfung bei den Waldbesitzern“, sagt Penninger. Dort werden jedes Jahr Einzelstämme schriftlich versteigert.

Der Stamm, der das höchste Gebot pro Kubikmeter erzielt, wird „Braut“ genannt. Wie die „Braut“ aus der Jachenau zu ihrer „geriegelten“ Struktur gekommen ist, darüber „streiten sich die Gelehrten“, meint Penninger. Es könne an der Genetik des Baums oder am Standort liegen. So oder so: Zwei Generationen von Waldbesitzern haben bei dem über 100 Jahre alten Bergahorn in der Jachenau ganze Arbeit geleistet.

„Einen Laubholzbaum muss man hochziehen, damit er schön schlank wächst“, erklärt der Geschäftsführer der WBV. Ab einer bestimmten Höhe müsse man dem Baum Raum geben, damit er eine kräftige Krone entfalte. „So kann er Sonne, Wasser, Kohlendioxid und die Nährstoffe aus dem Boden in mehr Holzmasse speichern.“

Führung

Der Submissionsplatz kann am Donnerstag, 9. Februar, von allen Interessierten besichtigt werden. Die traditionelle Führung für Holzfüchse und Waldbesitzer beginnt um 13.30 Uhr. Auf dem Platz in St. Heinrich am Starnberger See lagern die versteigerten Einzelstämme.

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