+
Trau mhafte Bedingungen von Mitte Dezember bis Ende März: Die Jachenauer Loipen waren mehr als drei Monate lang durchgehend gespurt. Nicht immer ging es dort so einsam zu wie auf diesem Foto

Saisonfazit

Wintersport-Bilanz: Langes Vergnügen auf Pisten und Loipen

  • schließen
  • Andreas Steppan
    Andreas Steppan
    schließen

Der Winter begann früh und endete spät – nur in der Mitte hatte er einen Durchhänger. Das spiegelt sich in der Bilanz der Wintersportgebiete im Isarwinkel wider. Sie fällt insgesamt positiv aus – für die Jachenauer Loipen war die Saison sogar rekordverdächtig.

Lenggries/Wackersberg/Jachenau – Im Tal sind längst Frühlingsgefühle eingekehrt, doch auf dem Brauneck kann man noch immer Ski fahren: 11 von 21 Liften und Pisten sind geöffnet. Mit diesem Sonntag aber kommt eine lange Wintersportsaison endgültig zum Schluss. Die Brauneck-Bergbahn fährt dieses Wochenende noch, bevor sie am Montag, 9. April, in Revision geht.

Wintersportler fanden in den vergangenen Monaten im Isarwinkel meist gute Bedingungen vor. „Wir hatten in dieser Saison einen sehr guten Skibetrieb“, konstatiert Peter Lorenz, Geschäftsführer der Brauneck-Bergbahn. „Wir hatten einen frühen Anfang im Dezember, es war alles in Betrieb, es war kalt, und wir hatten genug Naturschnee“, zählt er einige Faktoren auf, die für den positiven Verlauf entscheidend waren. In der ersten Woche der Weihnachtsferien sorgte schönes Wetter für guten Betrieb, in der zweiten Woche war das Wetter zwar nicht so besonders, dafür ging aber das Skifahren richtig gut. „Der Januar war dann nicht ganz so stark besucht. Aber im vergangenen Jahr hatten wir dafür nur den Januar als guten Monat.“ Und im Februar, vor allem in den Faschingsferien, gingen wieder richtig viele Menschen auf die Pisten.

Lorenz’ Resümee: „Das war ein starker Winter. Viel besser als die letzten beiden Jahre.“ Es habe über 120 Skitage gegeben, an denen alle Lifte geöffnet werden konnten und keine künstliche Beschneiung notwendig war. 10 bis 15 Prozent mehr an Skipässen seien in diesem Winter verkauft. Der Sommerbetrieb am Brauneck startet übrigens am 29. April oder 1. Mai – das entscheidet sich noch. Gefahren wird bis Ende der Herbstferien.

Hochbetrieb auf den Pisten herrschte mehr als einmal am Brauneck.

Im Freizeitgebiet am Blomberg werden die Winterrodelbahnen dieser Tage abgebaut. Bergbahn-Chef Hannes Zintel verzeichnet diesen Winter ein kleines Minus von fünf bis sechs Prozent. Im Dezember sei es noch gut losgegangen. „Aber dann kam ein desaströser Januar“, sagt er. In diesem Monat habe die Bahn nur 20 Prozent des Geschäfts vom Vorjahr gemacht. Februar und März hätten dann noch einiges aufgefangen, so dass Zintel sich nun „alles in allem zufrieden“ mit der Saison zeigt.

Überschattet wurde der Winter allerdings von schweren Rodelunfällen. „Das ist etwas, das uns ungeheuer berührt“, sagt Zintel. Einem 13-jährigen Buben aus England, der Anfang Januar schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, geht es laut Zintel inzwischen zum Glück wieder gut.

Zintel ist nun nach eigenen Angaben in Gesprächen mit der Stadt Bad Tölz als Eigentümer der Wege. Es geht darum, wie sich die Abfahrten noch sicherer gestalten lassen könnten. Eventuell sei es sinnvoll, einen externen Sachverständigen einzuschalten, der die Rodelstrecken von außen unter die Lupe nimmt, findet Zintel.

Rodeln liegt im Trend: Davon profitierte der Blomberg, hatte aber auch eine Durststrecke zu überwinden.

Zu überlegen sei etwa, ob auch gerade Strecken – wie die, von der der 13-Jährige abgekommen war – mit Zäunen gesichert werden sollten. Ein weiteres Thema sei eine weitere Intensivierung der Hinweise auf die Schwierigkeitsgrade der verschiedenen Rodelstrecken. „Wir haben viele alpin unerfahrene Gäste“, sagt Zintel. Schon jetzt informiere man sie eindringlich, welche Abfahrten für Anfänger geeignet sind und welche nicht. Aber vielleicht könne man da noch etwas optimieren. Im Februar war eine Rodlerin aus Polen gestürzt, die sich zusammen mit ihren zwei Kleinkindern (neun Monate und drei Jahre) eine „schwarze“ Piste hinuntergewagt hatte – also eine mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Die Frau stürzte und erlitt ein Hirntrauma, die Kinder bleiben unverletzt.

Von solchen Sorgen verschont ist man in der Jachenau. Rosmarie Fischer von der Tourist-Info freut sich über eine „Bombensaison“ auf dem rund 40 Kilometer umfassenden Loipennetz auf Gemeindegebiet. Einen solch idealen Winter hat Fischer in ihren nein Jahren bei der Tourist-Info noch nie erlebt. „Wir hatten die Loipen vom 15. Dezember bis zum 24. März durchgehend gespurt“, sagt sie.

Auch im Januar, als das Langlaufen sonst nirgends mehr im Landkreis möglich war, herrschten in der Jachenau gute Loipenverhältnisse. Wie viele Sportler genau die drei Euro Loipengebühr entrichteten, ist noch nicht ganz abgerechnet. Auf den Loipen war laut Fischer jedenfalls „immer wahnsinnig viel los“ – und bei der Tourist-Info sei eine ganze Reihe von Lobes- und Dank-E-Mails eingegangen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tipps gegen Langeweile: Das steht an am Donnerstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das steht an am Donnerstagabend
Neuausrichtung der Sparkasse: Schlank, digital und regional
Die Zahlen der Jahresbilanz 2017 passen. Dennoch schließt die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen mehrere Standorte. Das Geldinstitut arbeitet an seiner Neuausrichtung, …
Neuausrichtung der Sparkasse: Schlank, digital und regional
Fußballer Lebenshilfe-HPT treffen Firmlinge der Stadtpfarrei
Fußballer Lebenshilfe-HPT treffen Firmlinge der Stadtpfarrei
Vor Abriss eines Wohnhauses: Kunstausstellung als Hommage an die Erbauer-Generation 
Die Ausstellung „Shelter in Transition“ wird mit einem Knall enden: Nämlich mit dem Abriss des Wohnhauses, in dem die Ausstellung stattfindet.
Vor Abriss eines Wohnhauses: Kunstausstellung als Hommage an die Erbauer-Generation 

Kommentare