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Die Söhne des Kochler Schusters, die Brüder Michael, Mathias und Joseph Schöfmann, gehörten zu den Kriegsteilnehmern. Alle drei kehrten zurück.

100 Jahre Erster Weltkrieg

Zeitreise zu Marcs Feldkameraden

Kochel am See - Wer war eigentlich mit Franz Marc an der Front im Ersten Weltkrieg? Bislang war es in Kochel vor allem der Maler, der im Mittelpunkt der Erinnerung stand. Engagierte Bürger haben nun Feldpostbriefe von Soldaten sortiert und werden am 4. Juni Lebensgeschichten vorstellen.

100 Jahre ist es her, dass Franz Marc in der Nähe von Verdun im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Im Schatten des – anschließend – weltberühmt gewordenen Malers sind andere Schicksale aus Kochel verblasst. Aber wer war denn aus Kochel noch an der Front? Hatten sie Kontakt zu Franz Marc? Die Gemeinde Kochel organisiert nun zusammen mit dem Theaterverein und dem Verein für Heimatgeschichte eine ganz besondere Veranstaltung unter dem Titel „Kochel und Kochler im Kriegsjahr 1916“. Sie wird kommenden Samstag, 4. Juni, in der Heimatbühne stattfinden.

Die drei Veranstalter haben eine Lesung konzipiert, die Ausschnitte aus den berühmten „Briefen aus dem Felde“ von Franz Marc jenen Feldpostbriefen gegenüberstellt, die Kochler Soldaten ebenfalls 1916 aus der Nähe von Verdun in die Heimat geschrieben haben. Zudem werden die Lebensumstände für die Menschen in Kochel im Jahr 1916 genauer beleuchtet, etwa die Versorgungsengpässe.

„Ich habe beim Transkribieren oft feuchte Augen gehabt.“

„Es wird sicherlich ein sehr nachdenklicher Abend“, sagt Max Leutenbauer, Vorsitzender des Kochler Heimatvereins. Im Vereinsarchiv, wo kistenweise Feldpostbriefe von Kochlern lagern, haben er und andere Mitglieder einige davon für die Lesung ausgewählt. Etwa Briefe von Johann Sebald vom Hotel „Grauer Bär“, der im Krieg gefallen ist. Oder von den fünf Brüdern der Familie Resenberger aus Ort. Oder von Benedikt Lautenbacher, einem Verwandten des Kochler Künstlers, der unter anderem die Fischerstatue am See gefertigt hat. „Viele von ihnen waren gar nicht weit weg von Franz Marc stationiert“, sagt Leutenbauer.

Wie ist es den Kochler Soldaten an der Front ergangen? Welche Ängste und Nöte haben sie gequält? Dazu gibt ihre Feldpost Einblicke. „Es sind bewegende Briefe. Sicher auch spannend und bedrückend“, sagt Leutenbauer. „Ich habe beim Transkribieren oft feuchte Augen gehabt.“

Zu grausame Stellen werden die Vorleser – alle Mitglieder des Theatervereins, die derzeit unter der Regie von Liesel Brunner proben – aber auslassen. Historische Fotografien von den Soldaten und aus dem Krieg werden die Lesung bildlich umrahmen. „Die Veranstaltung ist für alle Geschichtsinteressierten geeignet. Sie beleuchtet eine Zeit, die in vielen Kochler Familien eine Rolle gespielt hat, die aber oft verdrängt wurde“, so Leutenbauer. Passend zu der Lesung wird der Verein für Heimatgeschichte auch eines seiner Mitteilungshefte herausbringen, in dem man die Situation der Kochler im Krieg und zu Hause im Jahr 1916 noch einmal nachlesen kann.

Infos zur Veranstaltung

Die Lesung „Kochel und Kochler im Kriegsjahr 1916“ findet am Samstag, 4. Juni, um 19.30 Uhr in der Heimatbühne statt. Für passende Musik sorgen die Kochler Bläser sowie Melanie Ebersberger (Hackbrett) und Susanne Riedl (Harfe). Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

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