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K.-Gruppe insolvent

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Bad Tölz - Die K.-Unternehmensgruppe ist zahlungsunfähig. Gestern meldete die Versicherungsagentur Insolvenz an. Allerdings bestehen gute Aussichten, dass die Firma fortgeführt werden kann.

Insolvenzverwalterin Birgitt Breiter ist zuversichtlich. „Das ist ein gutes Unternehmen, mit sehr motivierten und kompetenten Mitarbeitern“, sagt die Holzkirchner Anwältin, die seit Montag die Geschäftsvorgänge prüft. Wichtig ist ihr zu betonen, dass die Insolvenz keinerlei Auswirkungen auf die Kunden der Unternehmensgruppe hat. K. International sowie Au-Pair- und Erntehelfer-Assekuranzmakler vermitteln lediglich Versicherungen und sind nicht selber als Versicherer aktiv.

Und auch der Betrieb im schwarz verspiegelten „K.-Haus“ auf der Flinthöhe (zwischen Landratsamt und Golfplatz) läuft uneingeschränkt weiter. Das hat die Insolvenzverwalterin bei einer Betriebsversammlung am Dienstag mit den Mitarbeitern vereinbart. Daniela Gögler und Karen Schumann gehen der Anwältin dabei zur Seite. Das Ziel von Breiters Bemühungen: Die Firma entweder an einen Investor zu verkaufen oder sie in die Hände der Belegschaft zu geben. Erste Gespräche dazu liefen gestern Abend.

Ein Erfolg dieser Bemühungen wird allerdings weder die geschäftsführende Gesellschafterin Birgit K. noch ihren getrennt lebenden und nach Bonn verzogenen Ehemann Horst K. – bis Mitte Juli der eigentliche Chef – vor den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bewahren. Denn die betreffen auch ganz unmittelbar die Ursachen der Insolvenz.

Die fristlose Kündigung der Zusammenarbeit durch einen großen Versicherer lähmt nämlich seit Anfang November einen Gutteil der Geschäfte der Unternehmensgruppe, vor allem in den Bereichen Au-Pair und Erntehelfer. Wie der Versicherer bei einer Überprüfung festgestellt haben soll, hatten die Ks. in großem Stil und über einen längeren Zeitraum Versicherungsbeiträge widerrechtlich einbehalten. Das Geld, angeblich soll es sich um einen siebenstelligen Betrag handeln, nutzten sie zur Quersubventionierung innerhalb des Unternehmens und zur Finanzierung des eigenen hohen Lebensstils. Die entsprechenden Ermittlungen hatten im Juli bereits zu einer Durchsuchungsaktion geführt. In der Folge hatte Birgit K. ihren Mann auch geschäftlich an die Luft gesetzt (wir berichteten).

Für Birgit K. ist die Kündigung des langjährigen Versicherers denn auch nur ein Baustein auf dem Weg in die Insolvenz. Die Expansion des 1995 gegründeten Unternehmens sei zuletzt nicht mehr plangemäß erfolgt, dadurch habe man zu hohe (Personal-)Kosten gehabt. Und auch die vermutlich der Wirtschaftskrise geschuldete stark gesunkene Nachfrage nach Au-Pair-Kräften habe die K.-Gruppe schwer getroffen.

Die Mitarbeiter habe das Hin und Her der vergangenen Wochen stärker beansprucht als die jetzige Insolvenz, sagt Daniela Gögler. „Wir wollen unbedingt weitermachen.“ Von den 34 Mitarbeitern sind fünf zum Jahresende gekündigt. Fünf weitere hatten sich selbst neue Jobs gesucht. Bis Ende Januar sind alle Gehälter über das Insolvenausfallgeld gesichert. (job)

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