Kaserne könnte Fall für Denkmalrat werden

Lenggries - Landesamt für Denkmalschutz kontra Gemeinde Lenggries: Was die ehemalige Prinz-Heinrich-Kaserne angeht, stehen diese beiden Institutionen derzeit für zwei unvereinbare Positionen.

Wenn es weiterhin zu keiner Einigung kommt, könnte der Streitpunkt vor dem Landesdenkmalrat landen.

Wie berichtet, sind die Standpunkte gegensätzlich. Das Landesamt hält die Gebäude der früheren Kaserne für denkmalschutzwürdig. Sie würden dokumentieren, auf welche Art das Nazi-Regime seinerzeit mit Mitteln der Architektur Menschen manipulierte. Der Lenggrieser Gemeinderat jedoch verweigerte dem Denkmalschutz die Zustimmung - unter anderem mit dem Argument, NS-Architektur sei nicht erhaltenswert.

Wie geht es nun weiter? Zunächst will das Landesamt die Gemeinde mit einer um weitere Erläuterungen ergänzten Stellungnahme umstimmen. „Bleibt es bei der Ablehnung, wird die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt um eine Stellungnahme gebeten“, erklärt Dr. Detlef Knipping vom Landesamt. „Wenn sich der Gemeinderat dem dann anschließt, können wir den förmlichen Eintrag in die Denkmalliste abschließen.“

Andernfalls geht der Fall vor den bayerischen Denkmalrat - „eine Art Clearing-Gremium“, wie Knipping erklärt. Besetzt ist der Rat mit Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Institutionen. Unter anderem sind Repräsentanten der Kirche, von Städte- und Gemeindetag, Bauernverband, Landesverein für Heimatpflege, Burgenvereinigung und Wissenschaftsministerium mit dabei. 33 Mitglieder hat das Gremium derzeit.

Der Rat kann allerdings lediglich ein Votum ohne bindende Kraft abgeben. „Letztlich entscheiden wir über die Denkmaleigenschaft“, betont Knipping. (ast)

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