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Kaserne Lenggries

Eigentümer Wasner klagt gegen Bebauungsplan

Lenggries - Die Mehrheit des Lenggrieser Gemeinderats möchte auf den ehemaligen Kasernenflächen, die jetzt der Luitpolderhöfe GmbH gehören, ein Gewerbegebiet schaffen. Der entsprechende Bebauungsplan wurde in der Sitzung am Montag beschlossen. Grundstückseigentümer kündigte an dagegen zu klagen.

Im hinteren Bereich des Areals, das an die Flächen grenzt, auf denen Camp Woodward entstehen soll, könnte sich Wasner durchaus mit einer gewerblichen Nutzung anfreunden. Das gilt aber nicht für den vorderen Bereich, wo das Offiziersheim, die beiden Unteroffiziersunterkünfte und das sogenannte Jägerhäusl stehen. Die Luitpolderhöfe GmbH hatte daher noch einmal eine umfangreiche Stellungnahme zu den Plänen abgegeben. Wasner und sein Anwalt waren zudem in die Sitzung gekommen.

Die Argumentation ist bereits aus früheren Stellungnahmen bekannt: Wasner prangert die Planung als „Verhinderungsplanung“ an. Zudem seien die vorderen Häuser früher Wohngebäude gewesen. Schließlich waren dort Soldaten, aber auch deren Familien untergebracht. Auch das Jägerhäusl, das in späteren Jahren als Büro diente, sei 1934 als Wohnhaus genehmigt und auch so genutzt worden. Daher wäre es für Wasner nur eine logische Konsequenz, wenn die Flächen nun auch wieder für Wohnbebauung genutzt werden dürften. Beziehungsweise möchte er einfach eine Wohnnutzung in den bestehenden Häusern wieder aufnehmen, beispielsweise, um dort Asylbewerber unterzubringen (wir berichteten). Der Bebauungsplan sieht aber beispielsweise die Beseitigung der Unteroffiziers-Gebäude vor. „Die Gemeinde kann den Abbruch aber weder verfügen, noch die bisherige Nutzung einfach umwidmen“, heißt es in der Stellungnahme.

Für eine Wohnnutzung spreche auch der Denkmalschutz, der eine Wiederaufnahme der ursprünglichen Nutzung empfehle. Unter Schutz stehen das Offiziersheim und das Jägerhäusl.

Die Gemeinde widerspricht Wasner in allen Punkten, führt den Bedarf für Gewerbeflächen an und verweist darauf, dass die ursprüngliche Nutzung mit dem Ende der Kaserne vor elf Jahren „aufgegeben wurde“. Sie macht aber auch klar, dass man „mittelfristig mit der Umsetzung“ der Vorgaben des Bebauungsplans durch den Eigentümer rechne. Sollte der nicht mitspielen, werde man alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um ihn dazu zu bringen.

Wasner allerdings denkt überhaupt nicht daran mitzuspielen. „Wir werden Normenkontrollklage einreichen.“ Das habe er schon immer angekündigt, und das werde er jetzt auch umsetzen.

Der Gemeinderat hatte den Satzungsbeschluss am Montagabend mit 15:6 Stimmen gefasst. Dagegen war ein Großteil der Freien-Wähler-Fraktion.  va

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