Die Gemeinde möchte nach wie vor den Abriss der Kasernengebäude vorantreiben. Jetzt soll ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden. Foto: arp/A

Kaserne: Wieder zurück zur grünen Wiese

Lenggries - Verkauft oder nicht – die Gemeinde lässt sich vom Kurs in Sachen Kaserne nicht abbringen: Am Montag wurde erneut der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Grüne Wiese gefasst.

Das offizielle Planungsziel lautet natürlich nicht grüne Wiese, sondern "Renaturierung des Kasernengeländes und Nutzung als Fläche für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen". Gerade für Letztere werde der Platz knapp, sagte Bauamtsleiter Anton Bammer. Die Gemeinde braucht aber für jede Ausweisung von Baugebiet Ausgleichsflächen, die im Gegenzug zur Bebauung ökologisch aufgewertet werden müssen. Das ist in Lenggries schwierig, weil weite Teile sowieso schon unter Natur- oder Landschaftsschutz stehen. Auf dem Kasernenareal dagegen könne die ökologische Aufwertung leicht erfolgen: durch Rückbau der Gebäude und Entsiegelung der Flächen. Ausgenommen ist der Sportplatz, der erhalten werden soll.

Manchem mag das bekannt vorkommen: Bereits 2006 und 2007 hat der Gemeinderat ähnliche Beschlüsse zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst. dass dieser nun noch einmal bekräftigt wird, dazu hatte das Anwaltsbüro der Gemeinde geraten.

Unkommentiert wollte SPD-Fraktionschef Dr. Karl Probst das alles nicht lassen. "Die Situation, in der die Gemeinde ist, ist äußerst unangenehm." Ziel sei es immer gewesen, nach dem Abriss der Kaserne das Areal günstig von der Bundesanstalt zu kaufen und als Vorratsflächen für künftige Generationen vorzuhalten. Das sei ja nun nicht mehr möglich. Generell sei die SPD-Fraktion aber schon immer gegen die "Grüne Wiese" gewesen, da die Verwirklichung von jeher "unrealistisch" gewesen sei. Außerdem frage er sich, warum man nun zum dritten Mal denselben Beschluss fasse, das Verfahren aber nie vorwärts gehe.

Bürgermeister Werner Weindl (CSU) fand das Ziel alles andere als unrealistisch. Gerade sei er auf ein Urteil aus Hessen gestoßen. Dort habe eine Gemeinde den Abbruch einer Kaserne vor Gericht durchgesetzt. "Und es gibt noch mehr Gemeinden, die so vorgehen." Dass der Bebauungsplan bislang nicht vorwärts kam, lag daran, dass man ins Zuschussprogramm Stadtumbau West wollte. Nach der Aufnahme habe es ziemlich lang gedauert, bis mit der Regierung von Oberbayern die Architektenverträge abgestimmt waren. "Aber jetzt passt alles, und wir können weitermachen", so Weindl. Dass nun Angriffe von der SPD kommen, wundere ihn nicht: "Man sucht jetzt halt einen Schuldigen."

Gegen die Stimmen der drei SPD-Räte und Peter Gascha (FW) wurde die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. Direkt im Anschluss erließ das Gremium einstimmig eine Veränderungssperre für das Areal.

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