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Kaserne: Zwist um Lagerflächen

Lenggries - Gemeinderatssitzungen in Lenggries sind meist harmonisch. Nur nicht, wenn es um die Luitpolderhöfe GmbH, deren Chef Peter Wasner und seine Pläne für einen Teil des Kasernenareals geht.

Wasner gehören die Flächen, die südöstlich an das künftige Camp Woodward angrenzen. Vor einiger Zeit hatte der Bauunternehmer beantragt, die früher als militärisches Lager genutzte Raufutterscheune in eine gewerblich genutzte Lagerhalle umzuwidmen. Im August hatte der Gemeinderat das abgelehnt. Schließlich verfolgte man da noch den Bebauungsplan „Grüne Wiese“, der den Abriss aller Gebäude vorsah. Der wanderte allerdings im September in die Tonne, seitdem strickt die Gemeinde an einem Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet Luitpolderhöfe. In dem wären Lagerflächen durchaus möglich. Das dachte auch das Landratsamt und gab den abgelehnten Antrag zur Wiederbehandlung an den Gemeinderat zurück.

Vom Grundsatz her könnte man dem Antrag nun zustimmen, sagte Bauamtsleiter Anton Bammer. Das wollten die Räte aber auf gar keinen Fall - allerdings aus unterschiedlichen Gründen. SPD-Fraktionschef Dr. Karl Probst ist generell gegen ein Gewerbegebiet an dieser Stelle. „Das ist für mich eine Fehlplanung.“ Außerdem vermisse er ein Gesamtkonzept. Schließlich habe Wasner ja schon alles mögliche für sein Areal beantragt - von der Gastronomie bis zur Wohnbebauung.

Auch Zweitem Bürgermeister Franz Schöttl fehlten klare Aussagen. Allerdings wandte er sich mit dieser Kritik an Probst. Der habe im August keinen Ton davon gesagt, dass er keine Gewerbenutzung wolle. „Ja, weil’s darum gar nicht gegangen ist“, sprang Freie-Wähler-Fraktionschef Günter Haubner Probst zur Seite. Im August habe man den Antrag mit Blick auf den Bebauungplan „Grüne Wiese“ abgelehnt. Und in der September-Sitzung hätten sowohl Freie Wähler als auch SPD sehr deutlich gemacht, dass sie kein Gewerbegebiet wollen. Und das wüsste Schöttl auch, „wenn Sie unseren Antrag gelesen und aufgepasst hätten“, so Probst. „Ich lese sehr genau. Das muss ich mir von Ihnen nicht sagen lassen“, konterte Schöttl (CSU).

Thomas Murböck (CSU) hatte ein ganz anderes Problem: „Eine Lagerhalle ist ein weites Feld“ - sprich: Dort sei vieles denkbar. „Ich hätte schon gerne ein Aussage, was da auf uns zukommt.“ Schließlich habe man ja auch schon darüber geredet, einige Nutzungen auf dem Areal auszuschließen, die dort nicht hinpassen, merkte August Maerz (CSU) an. Das solle im Zuge der Bebauungsplanaufstellung erfolgen.

Mit Hinweis auf die „zu unkonkreten Planungen“ von Wasner und den noch nicht fertigen Bebauungsplan wurde der Antrag einstimmig abgelehnt.

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