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Kasernen-Verkauf: Bürgermeister beantwortet Fragen

Lenggries - Wann hat die Gemeinde vom Verkauf der Kaserne erfahren? Was wird aus dem Sportplatz? Gibt es ein Vorkaufsrecht? Beim Infoabend versuchte Bürgermeister Weindl, Antworten zu geben.

Seit wann wusste die Gemeinde vom Verkauf? "Wir haben am 24. August davon erfahren", sagt Werner Weindl. Allerdings sei bereits am 26. Mai ein Brief der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) im Rathaus eingetroffen: Dort heißt es: "Nun zeichnet sich ab, dass ein Kaufinteressent angeboten hat, die Immobilie einschließlich des Sportplatzes zu erwerben. Über die dabei zu übernehmenden (...) Verpflichtungen ist Einvernehmen erzielt worden." Da hätten doch "alle Lampen angehen müssen", wandte Zuhörer Karlheinz Beyerlein ein. Dazu der Rathauschef: "Ich habe sofort bei der Bima angerufen und gefragt, wie der Interessent heißt und darum gebeten, dass er Kontakt zu uns aufnimmt." Allerdings habe die Bundesanstalt die Namensnennung stets verweigert. Bis heute gebe es keinen Kontakt zu den Käufern Luitpolderhöfe GmbH und zu Arcavest. "Wir werden aber das Gespräch mit den Investoren suchen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass es umgekehrt sein sollte."

Angesichts des Preises von 165 000 Euro: Warum hat die Gemeinde die Kaserne nicht selbst gekauft? "Die Gemeinde würde das nie zu diesem Preis bekommen, weil wir bestimmen, was dort oben passiert", sagt Weindl. Bei Verträgen mit Kommunen würde genau festgeschrieben, was aus dem Areal wird: Gewerbe-, Wohngebiet oder anderes – je nachdem würde sich der Preis gestalten. "Gibt es später eine höherwertige Nutzung, muss Geld an den Bund nachbezahlt werden", so Weindl.

Warum kostet ein über 15 Hektar großes Areal überhaupt nur 165 000 Euro? Zum Kaufpreis kommen erhebliche Zusatzkosten - vor allem für die Altlastensanierung: Die Schadstoff-Beseitigung in den Gebäuden schlägt mit fünf Millionen Euro zu Buche. Dazu kommt die Sanierung des Bodens, die ebenfalls in die Millionen gehen dürfte.

Für die jetzigen Investoren birgt der Kauf ein weiteres Risiko: Die Gemeinde hat die Planungshoheit. Das heißt: Wenn sie nicht will, kann eine Bebauung – in welcher Form auch immer – bestenfalls auf dem Klageweg durchgesetzt werden.

Was ist mit dem Sportplatz? "Wir stellen als Nutzer fest, dass sich seit dem Verkauf dort Gruppen tummeln, die unendlich viel Müll hinterlassen", klagte Sigi Kerwien, Chef des Turnvereins, der auf der Anlage trainiert. "Müssen wir nun jeden auf den Platz lassen?", wollte er wissen. Weindl beruhigte ihn: Der mit der Bima geschlossene Nutzungsvertrag gelte weiter. Von dem Müllproblem höre er zum ersten Mal, werde sich aber darum kümmern. Nach wie vor möchte die Gemeinde die Anlage kaufen – zumal bereits einige 1000 Euro in die Schadstoffuntersuchung gesteckt wurden. Hier haben die Investoren Bereitschaft zum Verkauf signalisiert – für 160.000 Euro.

Wie geht es weiter? Weindls Devise: "Ruhe bewahren." Dazu gehört, dass man das Bebauungsplanverfahren fortsetzt. Ziel ist weiter der Abriss der Gebäude. Weindl: "Wir werden uns aber einer vernünftigen, ortsverträglichen Nutzung nicht verschließen." Das sei beispielsweise eine Bildungseinrichtung.

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