Auch Nebengebäude wie das Offiziersheim hat die Bima mit an die Investoren verkauft. Foto: arp

Kasernen-Verkauf: Erste Reaktionen

Lenggries - Eher verhalten fallen die ersten Reaktionen auf die Nachricht aus, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) die Lenggrieser Kaserne verkauft hat.

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Prinz-Heinrich-Kaserne ist verkauft (mit Diskussionsbeiträgen)

"Man muss sich erst einmal die Verträge anschauen, hören, was der Rechtsanwalt der Gemeinde dazu sagt und überhaupt abwarten, was die Investoren machen wollen", sagt Freie-Wähler-Fraktionschef Günter Haubner. Er sei von der Nachricht ziemlich überrascht worden. Wirklich bewerten könne er die Situation im Moment nicht, zu wenig sei über die künftigen Pläne bekannt. "Bei allen früheren Interessenten wusste die Gemeinde immer ungefähr, was geplant war", sagt Haubner. Das sei jetzt nicht der Fall. "Wir müssen jetzt einfach mit Bedacht an diese Sache herangehen."

Ähnlich im Dunklen tappt SPD-Fraktionschef Dr. Karl Probst. Über die Investoren sei einfach nichts bekannt. Natürlich befinde sich die Kommune nun in einer "äußerst unglücklichen" Situation. Wirklich überrascht ist Probst allerdings nicht: "Die SPD hat sich mit der Strategie der Gemeinde ,Rückbau zur grünen Wiese‘ nie anfreunden wollen." Es sei doch "illusorisch gewesen" zu glauben, "dass sich der Bund diese Taktik gefallen lässt". Schließlich würde ein Abriss Millionen kosten. Dass die Taktik nicht aufgeht, hätte man auch weit früher sehen können. Probst: "Man hätte das Risiko erkennen können, als das Landratsamt die 2006 von der Gemeinde beantragte Beseitigungsanordnung nicht unterschrieben hat."

Für den Erlass dieser Anordnung fehle auch jegliche Grundlage. Davon ist nicht nur Katharina Patermann, Baujuristin am Landratsamt, überzeugt, sondern auch Landrat Josef Niedermaier selbst. Er stärkt Patermann auch bei ihrer Einschätzung, Teile des Kasernen-Areals könnten als Innenbereich gesehen werden, den Rücken: "Das ist keine Einzelmeinung von ihr. Die Regierung von Oberbayern sieht das genauso, nachdem sich Vertreter die Situation vor Ort angeschaut haben." Man müsse für die Einschätzung die umliegende Bebauung betrachten. "Und entlang der Hangkante gibt es einfach ein paar große Höfe."

Dass die Bewertung in Lenggries "nicht auf Begeisterung" stößt, sei ihm klar, sagt Niedermaier. "Natürlich wollen wir den Planungswillen der Gemeinde unterstützen. Aber ich kann doch nichts unterstützen, das hinterher vor Gericht nicht haltbar ist." Zudem habe die Gemeinde schon auch selbst zur Innenbereichs-Einschätzung beigetragen. "Die wollte den Sportplatz kaufen und betreiben" - das sei aber auf der geforderten grünen Wiese nicht möglich. "Wie sollen wir eine Sportanlage in einem reinen Außenbereich genehmigen?", fragt Niedermaier.

Dass die Gemeinde vom Schreiben an die Bima nicht informiert wurde, sei unglücklich. "Das hätte besser laufen können, ich verstehe den Ärger", sagt der Landrat. "Aber an der rechtlichen Situation ändert das nichts."

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