Die Führungsmannschaft des neuen Vereins „Kein PSW“ (v.li.): Andreas Fahrner, Sepp Heilinglechner, Benedikt Oswald, Albert Orterer, Hans-Peter März, Theresa Pfund, Niklas Warham, Benedikt Fischer jun. und Felix Kellner. Foto: esc

Kein PSW: Vereint gegen das Jochberg-Projekt

Jachenau - Aus dem Aktionsbündnis wird ein Verein: 77 Gegner des Pumpspeicher-Kraftwerks am Jochberg haben sich am Montag zu „Kein PumpSpeicherWahnsinn“ zusammengeschlossen.

Mindestens sieben gleichgesinnter Personen bedarf es, um in Deutschland einen Verein zu gründen. Diese Minimalanforderung übertraf das Jachenauer Aktionsbündnis „Kein PumpSpeicherWahnsinn (Kein PSW)“ am Montagabend um mehr als das Zehnfache, als zur Vereinsgründung ins Schützenhaus eingeladen war.

Die 77 neuen Vereinsmitglieder wählten mit Benedikt Fischer jun. und Albert Orterer die beiden Sprecher des Aktionsbündnisses zu den Vorsitzenden des gleichnamigen Vereins. „Wir wollen unser Bündnis auf eine breitere Basis stellen“, erklärte Fischer den Hintergrund der Umwandlung in einen Verein: „Um aus dem örtlichen Bereich herauszutreten, brauchen wir möglichst viele Mitglieder, auch außerhalb der Jachenau.“ Damit dies nicht an den finanziellen Möglichkeiten möglicher neuer Mitglieder scheitere, wurde der Jahresbeitrag auf fünf Euro festgelegt.

In der ebenfalls verabschiedeten Satzung wird als oberstes Vereinsziel angegeben: Die zukünftige Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen soll auf einer transparenten und nachvollziehbaren Basis begründet werden. Im Klartext soll das von der Energieallianz geplante Pumpspeicher-Kraftwerk auf dem Jochberg verhindert werden. „Damit die Jachenau so bleibt wie sie ist“, wurde mehrfach betont.

In einem Kurzvortrag versuchte Orterer dann aufzuzeigen, „warum weitere Pump-Speicherwerke unsinnig sind.“ So wäre das geplante PSW in seiner Dimension als Langzeitspeicher nicht geeignet („kein echter Speicher“). Auch würde die Zeit dem Projekt die wirtschaftliche Basis entziehen. Bis zur möglichen Fertigstellung im Jahr 2024 stünden aus verschiedenen Gründen häusliche Kleinspeicher im Vordergrund. Orterer favorisiert als Ersatz virtuelle Speicher in norwegischen Wasserkraftwerken und die Methanisierung von Strom („Power to Gas“) mit einer Rückverstromung über Block-Heizkraftwerke.

Im Verlauf der Gründungsversammlung wurden dann neben den beiden Vorsitzenden Hans-Peter März zum Kassier und Benedikt Oswald zum Schriftführer gewählt. Zu Beisitzern wurden bestimmt: Felix Kellner, Theresa Pfund, Niklas Warham, Andreas Fahrner und Sepp Heilinglechner. Als erste Aktionen sollen ein Schreiben an die Bundestagsabgeordneten gerichtet werden und Fachgruppen zur Durchforstung technisch, wissenschaftlicher Fachgruppen aufgestellt werden.

Das Vorhaben der beiden Vorsitzenden, ein Bürgerbegehren gegen das PSW sofort auf den Weg zu bringen, wurde vorerst zurückgestellt, bis die Vorlage entsprechend ausgearbeitet ist. Dann soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung darüber entscheiden. Fischer sprach von „sehr schwierigen und herausfordernden Aufgaben“ und betonte: „Die Jachenau soll sich zwar weiter entwickeln, ihre Natur aber auch in Zukunft so bleiben wie sie ist.“ (esc)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kesselberg: Viel zu schnell in 170-Grad-Kurve
Kaum wird’s wärmer, passieren die ersten Motorradunfälle am Kesselberg. Ein 21-jähriger Neubiberger verunglückte am Donnerstag gegen 20.15 Uhr mit seiner Yamaha. Der …
Kesselberg: Viel zu schnell in 170-Grad-Kurve
Neues Josefistift auf der Flinthöhe
Die Idee war schon vor Jahren angesprochen und gleich wieder verworfen worden: das Tölzer Pflegeheim Josefistift im Stadtteil Flinthöhe neu zu bauen. Zu viel Verkehr …
Neues Josefistift auf der Flinthöhe
Juniorwahlen in Hohenburg
Von wegen die Jugend interessiert sich nicht für Politik: Die Schülerinnen der St.-Ursula-Schulen Lenggries wünschen sich mehr Mitbestimmungsrecht an ihrer Zukunft.
Juniorwahlen in Hohenburg
Mobilfunkmast auf Kirchberg: Die Reichersbeurer sollen entscheiden
Mobilfunkmast auf dem Kirchberg ja oder nein: Die Reichersbeurer haben am Sonntag die Wahl. Hier gibt es alle Infos zu dem Bürgerentscheid am 26. Mai.
Mobilfunkmast auf Kirchberg: Die Reichersbeurer sollen entscheiden

Kommentare