Beifall für ein Elektro-Rennauto: Das Kesselbergrennen 2011 findet keine Wiederholung. Foto: Pröhl/A

Kesselbergrennen: Elektroflitzern den Stecker gezogen

Kochel am See - Schnelle Elektroautos in den Kesselbergkurven - das bleibt ein einmaliges Ereignis. Der Kochler Gemeinderat hat sich jetzt gegen die Neuauflage einer derartigen Veranstaltung ausgesprochen.

Ausschlaggebend für das klare Nein ist eine gemeinsame Stellungnahme, in der sich die Tölzer und die Kochler Polizei sowie das Staatliche Bauamt und das Landratsamt gegen die Veranstaltung aussprechen. „Mit dieser negativen Beurteilung können wir nur ablehnen“, sagte Bürgermeister Thomas Holz in der Gem einderatssitzung am Montag.

Demnach sind Polizei und Behörden der Auffassung, dass bei der Veranstaltung 2011 „vorsätzlich gegen Vorgaben verstoßen wurde“. Vor allem sei auf der Bergstrecke zu schnell gefahren worden. Deshalb die klare Ansage des Straßenbauamts: Wir stellen die Strecke nicht für Rennen zur Verfügung.

Bürgermeister Holz machte deutlich, dass die Gemeinde „nicht grundsätzlich gegen Elektromobilität oder regenerative Energien eingestellt ist“. Schließlich werde im Walchenseekraftwerk „seit fast 90 Jahren sauberster Strom erzeugt“. Ein Kesselbergrennen entspreche jedoch nicht dem Ansinnen der Gemeinde. Kochel könne nach Übereinkunft mit der Regierung von Oberbayern einmal im Jahr den Kesselberg für eine Veranstaltung „mit geschichtsträchtigem Hintergrund“. Es dürfe aber nicht für einen Rennstrecke geworben werden. „Die sollten halt einen neuen Antrag stellen, ohne den Zusatz Rennen“, schlug Gemeinderat Hans Demleitner vor. Nur er und Thomas Eberl stimmten schließlich für den Antrag der Veranstalter Klaus Heidl und Helmut Renner.

„Muss das denn unbedingt am Kesselberg sein?“ Diese Frage stellte sich nicht nur Gemeinderat Max Leutenbauer, sondern auch sein Walchenseer Kollege Isidor Gerg. Günter Tochtermann und Michael Landerer missfiel die gewerbliche Seite der Veranstaltung, da 2011 für Elektro-Autos und -Räder geworben wurde.

Der Renncharakter bereitet inzwischen auch Maria Glasl Buchschmerzen. Der von ihr geführte Verein „Kochel aktiv“ war 2011 als Veranstalter aufgetreten. „Ich hatte damals nicht erwartet, dass es so extrem sein würde“, sagte Glasl.

Der Initiator und frühere Gemeinderat Helmut Renner ist über die Absage schwer enttäuscht. Seiner Meinung nach wurden „Fakten verdreht und falsche Informationen gestreut“. Er will in Kochel keine Aktivitäten mehr starten, „da Neid und Missgunst bei den Entscheidungsträgern höher stehen als Weitblick und nachhaltiges Handeln“. (ao)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Maskenpflicht im Biergarten: Wirtin gibt nach Beschwerde deutlich Konter - und tritt Facebook-Debatte los
Die Maskenpflicht in Biergärten und Gaststätten ist längst Alltag. Doch nicht alle Gäste sind einsichtig. Eine Jachenauer Wirtin machte sich dazu auf Facebook Luft.
Maskenpflicht im Biergarten: Wirtin gibt nach Beschwerde deutlich Konter - und tritt Facebook-Debatte los
Jetzt 21 Infektionen in und um Geretsrieder Gemeinschaftsunterkunft: Drei Schulklassen geschlossen
Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in unserem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.
Jetzt 21 Infektionen in und um Geretsrieder Gemeinschaftsunterkunft: Drei Schulklassen geschlossen
Regionale Produkte aus dem Automaten: Neues Angebot in Sachsenkam
„Aus der Region für die Region“ ist ein Grundsatz, der viel Zuspruch bei den Verbrauchern findet. Die passenden Produkte können sich die Kunden in Sachsenkam jetzt aus …
Regionale Produkte aus dem Automaten: Neues Angebot in Sachsenkam
Coronavirus bedroht auch die Psyche
Die Pandemie bedroht nicht nur das physische Wohlbefinden. Vor allem Senioren sind gefährdet. Warum, das erklärt der Ärztliche Direktor der Tölzer Schlemmerklinik im …
Coronavirus bedroht auch die Psyche

Kommentare