Statische Probleme: Die kunstvolle Empore der Reutberger Klosterkirche ist seit Kurzem gesperrt, weil tragende Balken marode sind. Foto: Krinner

Kloster Reutberg: Ein Rückschlag als Glücksfall

Sachsenkam - Die Bemühungen um die Renovierung der Klosterkirche Reutberg haben einen Dämpfer erhalten. Eher zufällig ist man auf statische Schäden der kunstvollen Empore gestoßen. Sie wurde jetzt sicherheitshalber gesperrt.

Die Sanierung eines Deckenfreskos mit zahlreichen Tier-Darstellungen, die eigentlich in Kürze in Angriff genommen werden sollte, muss der rührige Freundeskreis des Klosters nun zurückstellen. Das ist zwar „ein Rückschlag“, aber „irgendwie auch ein Glück“, sagt Vorsitzender Walter Zainer. Ohne die Restaurierungsinitiative des in diesen Tagen ein Jahr alt gewordenen Vereins wäre nämlich „der Schaden an der Empore vermutlich gar nicht entdeckt worden“. Mit unter Umständen dramatischen Folgen. „Jetzt erst recht“, sieht Zainer denn auch den Rückschlag als Ermutigung für die weitere Arbeit des Vereins. Auch die Turm-Untersuchung steht noch auf der Agenda.

Als man einen kleinen Riss genauer untersucht habe, sei festgestellt worden, dass zwei tragende Balken der Empore marode sind, beschreibt der Reutberger Spiritual Josef Beheim den aktuellen Schadensbefund. Er hat Verständnis für die Sperrung. „Wer sollte denn sonst die Verantwortung übernehmen?“

Die Schließung der Empore hat übrigens in erster Linie Auswirkungen auf die derzeit fünf im Konvent lebenden Schwestern. Sie verfolgen die Gottesdienste nun nicht mehr von der Empore, sondern von der hinteren Sakristei im Altarbereich. Die Orgel könne auch nicht mehr gespielt werden und werde vorübergehend durch ein tragbares Gerät ersetzt, so der Monsignore. Ansonsten bleibe die Kirche ganz normal geöffnet. Es bestehe keine Einsturzgefahr.

Wie geht es nach der Emporen-Sperrung weiter? Es werden diverse Untersuchungen durchgeführt und ein Renovierungskonzept abgesprochen, sagt Bettina Göbner und nannte dafür einen Zeitrahmen „der nächsten Wochen und Monate“. Mit Kunst-Hauptabteilungsleiter Dr. Nobert Jocher und Hans-Jürgen Dennemarck, Ressortleiter „Bauwesen und Kunst“, fungieren immerhin zwei Vertreter aus der Führungsriege des Ordinariats als Berater des eigentlich selbstständigen Klosters.

Über dessen Zukunft - der Konvent ist überaltert und ohne Nachwuchs - hielt sich Weihbischof Wolfgang Bischof jüngst beim Redaktionsgesspräch im Tölzer Kurier bedeckt. Beim Erhalt des Klosterkonvents gelte es dennoch, sich den Realitäten zu stellen. Der Bischof würdigte indes die Arbeit des Freundeskreises. Da gebe es „eine große Solidarität“. (chs)

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