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„Da braucht man eine Portion Sturheit“: Verein rettet historisches Schusterhaus an bayerischem See

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Von: Oliver Menner

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Max Leutenbauer, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte in Kochel am See.
Max Leutenbauer, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte in Kochel am See. © Klaus Haag

Durch aufwendige Restaurierung ist aus einem alten Schusterhaus wieder ein echtes Juwel geworden. Ein Verein setzt sich für das alte Gebäude ein.

Kochel am See - „Heimat“, lacht Max Leutenbauer, „ist für mich ein Gefühl für die Region, in der man gerne lebt und arbeitet und sich dadurch wohlfühlt.“ Der 59-Jährige (von Beruf ist er Förster) ist Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte in Kochel, und er hat sich für ein Juwel eingesetzt, das dieses Zusammenspiel von Heimat, Arbeit und Wohlfühlen perfekt symbolisiert: das alte Schusterhaus in Kochel.

Im Jahr 2014, vier Jahre nachdem der letzte Bewohner, der Schöfmann Sepp, hochbetagt und kinderlos verstarb, erwarb die Gemeinde die Immobilie aus dem späten 16. Jahrhundert. Ein Museum sollte es werden, u.a. mit finanzieller Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durch Zweckerträge aus der Soziallotterie GlücksSpirale. Seit 1647 war das Haus ein Ort des Schusterhandwerks. Das gemauerte Untergeschoss datiert aus dem späten 16. Jahrhundert.

Kochel am See: „Die Bürokratie war das eigentliche Problem“

Seit bald zehn Jahren hat der Verein „die Nutzungsgeschichte erforscht und dokumentiert, wir haben Förderanträge geschrieben und über ein Museumskonzept gebrütet“, erklärt Leutenbauer. Im Herbst 2018 begann dann die Restaurierung des von Feuchtigkeit und Fäulnis befallenen Gebäudes. „Entrümpelung, Archivierung, Bestandsaufnahme, Nutzungsänderung. Der Dachstuhl wurde repariert, das Dach halb eingedeckt… Weniger die Bauarbeiten, als die Bürokratie waren das eigentliche Problem. All der Papierkram. „Da braucht man schon Durchhaltevermögen und eine Portion Sturheit“, grinst Leutenbauer.

Ein „echtes Glück“ sei es daher gewesen, dass der Verein rasch und unkompliziert auf die Fördergelder der Stiftung Denkmalschutz (insgesamt 130 000 Euro, davon allein 50 000 aus den der Stiftung von der Soziallotterie GlücksSpirale zugeflossenen Zweckerträgen) zugreifen konnte. „Eine Riesenhilfe.“ Und noch immer gibt es etwas zu tun. Die 80 Quadratmeter große Tenne will der Verein demnächst für Wechselausstellungen, Lesungen und Konzerte nutzen. Den früheren Stall als kleines Café, den ehemaligen Verkaufsraum als Museumsladen.

Die Werkstatt des alten Schusterhauses in Kochel am See.
Die Werkstatt des alten Schusterhauses in Kochel am See. © Klaus Haag

Denkmalschutz unterstützt von der GlücksSpirale

Bei der GlücksSpirale gewinnen alle: nicht nur die Spielteilnehmer. Denn die Zweckerträge der Soziallotterie GlücksSpirale fließen im Freistaat Bayern an den Deutschen Olympischen Sportbund, die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie den Bayerischen Naturschutzfonds. Diese gemeinnützigen Einrichtungen unterstützen mithilfe der Gelder aus der GlücksSpirale eine Vielzahl von Projekten im Freistaat Bayern. Denkmale als lebendige Zeitzeugen unserer Geschichte zu erhalten, das unterstützt die Soziallotterie GlücksSpirale bundesweit seit über 30 Jahren mit über 545 Millionen Euro. ome - *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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