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Immer wieder ist die Polizei am Kesselberg präsent.

Innsbrucker am Kesselberg geblitzt

59-Jähriger wegen Kennzeichenmissbrauch vor Gericht: „Zum Schluss war ich angefressen“

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Es ist bei vielen Bikern am Kesselberg ein beliebtes Spielchen: Die Kennzeichen werden so  angebracht, dass sie von Blitzern nicht gelesen werden können.

Kochel am See/Wolfratshausen – Diese Form des Kennzeichenmissbrauchs legte die Staatsanwaltschaft auch einem Innsbrucker (59) zur Last. Mittels Strafbefehl war der Kaufmann zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen legte der Mann Einspruch ein – und kam deutlich günstiger davon. Gegen Zahlung von 100 Euro an einen evangelischen Kindergarten wurde das Verfahren eingestellt.

Am 2. April dieses Jahres gegen 16.45 Uhr war der Österreicher mit seiner KTM Enduro bergauf fahrend in der Aussichtskurve von der Polizei kontrolliert worden. Den Beamten war der Mann bereits zuvor aufgefallen: Als er talwärts fuhr, hatte ein Polizist von oben beste Sicht auf den Biker. „Man hat beim Runterfahren schon gesehen, dass das Kennzeichen verbogen war“, sagte der Zeuge. Er erzählte auch, der Innsbrucker habe sich bei der Kontrolle „ziemlich aufgeführt“ und über die „willkürliche Polizeimaßnahme“ aufgeregt.

Aus seiner Aversion gegen die Gesetzeshüter machte der Mann auch vor Gericht kein Geheimnis. „Hatten Sie Schaum vor dem Mund? Waren Sie sehr verärgert? Wollten Sie ein Exempel statuieren?“, fragte er den Zeugen. Der Richter wies die Fragen zurück. Schon zu Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte mächtig gegen die Beamten vom Leder gezogen. „Bedauerlicherweise reichte der technische Sachverstand der beiden Polizisten nicht aus“, zeterte der Innsbrucker, dass die Beamten vor Ort seinen Erklärungen keinen Glauben schenkten. „Das sind keine Grünspechte, die das zum ersten Mal machen“, verteidigte der Richter die Beamten. „Zum Schluss war ich sehr angefressen“, räumte der Beschuldigte ein.

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Seiner Einlassung zu Folge sei die Maschine bei Beginn seiner Ausflugsfahrt, die ihn über den Achensee nach Kochel und zurück nach Innsbruck führen sollte, völlig in Ordnung gewesen. Unterwegs sei er jedoch mit der „geländetauglichen KTM Enduro“ (wie er mehrmals betonte) mal querfeldein gefahren. „Ich wollte sie das erste Mal im Gelände spüren“, begründete der Mann weshalb er auch Privatstraßen genutzt habe. Auf einer dieser „unbefestigten, holprigen Schotterstraßen“ müsse sich ein Holzkeil, der das Nummernschild in der richtigen Position gehalten habe, gelockert haben und schließlich abgefallen sein. Der ordnungsgemäße Zustand des Motorrads sei ihm vom Händler bestätigt worden, das entsprechende Schreiben legte der Mann dem Gericht vor. „Glauben Sie, wenn ich Dreck am Stecken hätte, wenn ich hinten illegal unterwegs gewesen wäre, wäre ich freiwillig nochmals an der Polizei vorbeigefahren?“, stellte der Angeklagte zum Schluss der Zeugenvernehmung in den Raum.

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Diesem „schlagenden Argument“ konnte sich das Gericht nicht verschließen. „Er wäre nicht wieder hochgefahren, wenn er es bewusst gemacht hätte. Er ist ja nicht deppert“, stellte Richter Helmut Berger fest und regte an, dass Verfahren gegen Zahlung von 100 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung einzustellen.

So kam es. „Es ist nicht der typische Fall, wie wir ihn am Kesselberg leider häufig haben“, betonte Berger.

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