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Was ist technisch erlaubt, was nicht? Diese Frage wurde beim Aktionstag der Polizei am Kesselberg häufig gestellt. Unser Bild zeigt die Zweiradfahrer Sonja und Matthias Weiser (Mi.) mit zwei Beamten der Sonderkontrollgruppe. 

Motorradfahrer

Aktionstag am Kesselberg: „Gut, dass die Polizei das macht“

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Kochel am See - Bei einem großen Aktionstag am Kesselberg in Kochel hat die Polizei am Freitag den Dialog mit den Motorradfahrern gesucht. Viele Zweiradfahrer nahmen das Angebot interessiert an. Auch Polizeipräsident Robert Kopp war gekommen – in Biker-Kluft.

Ab 11 Uhr standen die Beamten am Fuße des Kesselbergs parat, und um 11.30 Uhr passierte gleich ein Unfall oben in Einsiedl. Ein Motorradfahrer aus München war zu schnell unterwegs, wurde aus der Kurve getragen und stürzte. Glücklicherweise blieb er unverletzt, der Sachschaden beläuft sich auf 500 Euro.

Die Polizisten waren natürlich schnell vor Ort. Rund 15 Beamte aus Kochel und Tölz sowie von der Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums standen am Parkplatz an der Einfahrt zum Walchenseekraftwerk, um mit den Zweiradfahrern den Dialog zu suchen. Auch Ilka Fottner (Vorsitzende der Kreisverkehrswacht), Georg Fischhaber (Leiter der Verkehrsbehörde im Landratsamt) und Mitarbeiter des BRK waren in Kochel. Die Aktion wurde sehr gut angenommen.

„Wir haben aus den Medien davon erfahren und sind gezielt hierher gekommen“, sagten zum Beispiel Sonja und Matthias Weiser aus Grainau. Das Ehepaar kommt regelmäßig an den Kesselberg und hat selbst auch schon gefährliche Überholmanöver und Raser gesehen. „Es ist gut, dass die Polizei so einen Aktionstag macht“, sagen sie. Die Weisers sprachen mit den Beamten über technische Details an Maschinen, ließen sich das aufgestellte Lasergerät erklären und testeten den „Promille-Kurs“ der Kreisverkehrswacht. Mithilfe einer speziellen Brille konnte man testen, wie sich Seh- und Reaktionsvermögen mit 1,2 Promille Alkohol im Blut verändern. Geradeaus zu laufen, war praktisch nicht mehr möglich.

Während der vierstündigen Aktion stoppten viele Motorradfahrer – nicht nur aus der hiesigen Region, auch aus dem Raum Augsburg, Landsberg oder Landshut. Von dort kam zum Beispiel Maximilian Mühlbauer mit zwei Kameraden. „Wir wussten nichts davon. Es ist ganz interessant“, sagte der 23-Jährige. „Aber ich bezweifle, ob man damit die Raser anspricht.“ Die Freunde kommen öfters an den Kesselberg: „Wegen der schönen Kurven.“

Dass die Strecke reizvoll ist und man den harten Kern der Raserszene nur schwer erreichen kann, ist auch Polizeipräsident Robert Kopp, selbst passionierter Motorradfahrer, bewusst. Er sagt aber auch: „Wir wissen, dass die Hochrisiko-Fahrer eine Minderheit sind.“ Schwerpunkt des Aktionstages sei, Gespräche anzubieten und zu informieren, um Gefahren minimieren zu können. „Mit dem richtigen Verhalten und der richtigen Ausrüstung lassen sich einige gefährliche Situationen vermeiden“, so Kopp. Weil er selbst in Biker-Kluft anwesend war, hielten ihn viele Besucher erstmal für ihresgleichen und waren dann überraschend, als sie erfuhren, wer da vor ihnen steht.

Die acht Beamten der speziellen Kontrollgruppe Motorrad sind im Sommer vier- bis fünfmal in der Woche im Einsatz, vor allem an den Brennpunkten Kesselberg und Sudelfeld. Im vergangenen Jahr kontrollierten sie 2500 Zweiradfahrer und schrieben 800 Beanstandungen. „Abgefahrene Reifen sind eigentlich selten geworden“, berichteten sie. Mittlerweile gebe es mehr Ermahnungen wegen unzureichender Kleidung.

Bei dem Aktionstag stellten die Motorradfahrer häufig Fragen, welche technische Ausstattung zulässig sei, etwa bei Auspuff und Spiegel. „Hier ist einiges auf dem Markt, was im Verkehr nicht genehmigt wird“, sagte ein Beamter. Auch das aufgestellte Lasergerät stieß auf großes Interesse – geblitzt hat es am Freitag aber nicht.

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