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In diesem umgebauten Feuerwehrauto tourte Henning mit seiner Hündin Lise. Das Fahrzeug müsste die gesuchte Dame wieder erkennen.

Dame müsste das Auto wiedererkennen

Mann sucht Frau aus Tölzer Land, in die er sich im Urlaub verliebte

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Das Leben und nicht selten auch die Liebe gehen manchmal ungewöhnliche Wege. Im Juli sind sich zwei Deutsche im Norden Norwegens begegnet: Henning (61) aus Schleswig-Holstein und eine Dame, die im südlichen Landkreis Bad Tölz, vermutlich im Loisachtal, lebt. Nun ist Henning auf der Suche nach dieser Frau.

Kochel am See– Denn diese angenehme Begegnung geht Henning seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf. Und deshalb hat er sich nun an den Tölzer Kurier gewandt in der Hoffnung, seine Reisebekanntschaft zu finden.

Aber der Reihe nach: Es war am Dienstag, 4. Juli – einem grauen, regenverhangenen Tag in diesem nasskalten Sommer in Norwegen. Henning, so schildert er in einem rührenden Brief, stand mit seinem roten Campingbus, einem 37 Jahre alten umgebauten Feuerwehrauto, auf dem Campingplatz Solvang nahe der Kleinstadt Alta. Mit dabei war Lise, seine sechs Jahre alte Labradorhündin. Die beiden liefen am Strand entlang, tobten sich aus, spielten.

Als Henning wieder zum Campingbus zurückkam, sprach ihn eine Frau auf Deutsch an. „Ich ahnte, dass diese Begegnung die angenehmste auf der ganzen Reise sein würde“, schildert der 61-Jährige beim Telefongespräch mit unserer Zeitung. Die Dame wollte zum Nordkap, allerdings den Trubel dort meiden, und fragte Henning, ob er ihr einen Tipp geben könnte. So ergab sich eine „ausführliche, angeregte Unterhaltung, in der das Nordkap fast schon keine Rolle mehr spielte“, erinnert sich Henning. Man schwelgte in philosophischen Betrachtungen darüber, warum man so ausgedehnte Reisen in den Norden unternehme. „Es war nicht das übliche ,Woher‘ und ,Wohin‘, und es waren auch keine Plattitüden, die ein Gespräch mit Zufallsbekanntschaften üblicherweise ausmachen. Es war so, als würden wir uns schon Jahre kennen.“

Henning (61) ist leidenschaftlich gerne in Skandinavien unterwegs. 

Die Dame erzählte ihm auch ein bisschen Privates – unter anderem, dass sie in Italien geboren wurde, in Kanada aufgewachsen sei und jetzt „in der Nähe des Walchensees“ wohne.

Weil es nach einer guten halben Stunde kalt wurde und wieder zu regnen begann, ging jeder in seinen Campingbus zurück. Die Dame war mit einem roten VW-Bus mit Tölzer Kennzeichen unterwegs, und auch sie hat einen Hund. Henning brach später nochmal mit Hündin Lise zu einem Abendspaziergang auf und steckte der Dame ein Anti-Mücken-Fläschchen unter den Scheibenwischer. Als der 61-Jährige später wiederkam, fand er unter seinem Scheibenwischer einen Zettel mit einem dicken Dankeschön. Zudem wünschte ihm die Dame eine gute Weiterreise. „Aber die Namensunterschrift konnte ich leider nicht entziffern.“

Am nächsten Morgen war die Dame abgereist. Aber das Schicksal wollte, dass sich die Wege der Reisenden nochmal kreuzten: Nämlich am Donnerstag, 6. Juli, auf der Küstenstraße Richtung Nordkap. Die Frau kam mit ihrem VW Bus Henning aus einem Tunnel entgegen, bremste, winkte, lachte. Allerdings: „Ich konnte an dieser Stelle nicht stehen bleiben“, schildert Henning. Er fuhr ein kurzes Stück weiter, hielt an, sprang aus dem Auto und lief zurück – aber sie dachte wohl, er wäre weitergefahren, und hatte nicht gewartet. „Ich hätte ihr ja auch nachfahren können“, sagt Henning. „Aber ich wollte nicht aufdringlich sein.“

Doch nun lassen ihn die Erinnerungen an diese dunkelhaarige Frau nicht mehr los. „Ich weiß, es ist ein ungewöhnlicher Weg, mich an eine Tageszeitung zu wenden“, sagt der 61-Jährige. „Aber wenn die Dame mich auch wieder sehen möchte und mit mir Kontakt aufnimmt, würde ich mich sehr freuen.“

Kontakt: Um die Privatsphäre von Henning zu schützen, wurde vereinbart, dass unsere Zeitung den Kontakt zwischen den beiden Personen herstellt. Wenn sich die Dame melden möchte, wird ihre E-Mail an Henning weitergeleitet: loisachtal@toelzer-kurier.de.

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