Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Wegen der Ampel am Kesselberg staute sich der Verkehr zurück bis in die Dorfmitte von Walchensee.

Ampel am Kesselberg 

Sommerwetter beschert Verkehrsinfarkt am Walchensee

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Das schöne Wochenende hat am Walchensee einmal mehr für erhebliche Verkehrsprobleme gesorgt. Und damit ist auch weiterhin zu rechnen: Die Ampel am Kesselberg wird noch bis Ende Juni in Betrieb sein.

Walchensee– Weil im Winter am Kesselberg ein Stück Hang abgerutscht ist, muss hier die Straße saniert werden. Deshalb steht auf der Bundesstraße schon seit längerer Zeit eine Ampel – und das wird auch noch dauern. „Durch den vielen Regen in den vergangenen Wochen konnte nicht an jedem Tag gearbeitet werden“, sagt Martin Herda vom Staatlichen Bauamt.

Geplant war eigentlich, dass die Bauarbeiten an diesem Freitag fertig sind. Doch jetzt werden sie sich über die Pfingstferien hinziehen, laut Herda auf jeden Fall bis in Kalenderwoche 25 (beginnt am 17. Juni). „Ich weiß, das ist eine unschöne Situation“, sagt Herda. Die Bauarbeiten seien aber unbedingt erforderlich, und dazu müsse man eine Ampel aufstellen.

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Gutes Wetter, bester Wind: Da zog es am Sonntag viele Surfer an den Walchensee.

Vor allem durch diese gab es am Sonntag einen gewaltigen Stau am See. Anwohner aus Walchensee berichteten unserer Zeitung, dass die Autoschlange um 15 Uhr schon bis ins Dorf reichte. Als Wassersportler und Wanderer im Laufe des späteren Nachmittags nach Hause wollten, war so gut wie kein Durchkommen mehr. „Wir haben allein von Urfeld bis Kochel eine halbe Stunde länger gebraucht als sonst“, berichtete ein Tölzer Autofahrer unserer Zeitung. Von der Lage waren auch Gäste betroffen, die mit dem RVO unterwegs waren. Die Menschen standen in Trauben an den Haltestellen, berichtet der Tölzer: „Die hatten in einem Bus, der noch dazu im Stau stand, sicher nicht Platz.“

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Es sei zu befürchten, dass diese Situation ein Vorgeschmack auf die kommenden Wochen und Monate sei, kommentierte Kochels Bürgermeister Thomas Holz das Geschehen. Situationen wie diese entstünden nicht mehr nur am Wochenende, „sondern mittlerweile sind die Straßen an jedem Tag mit schönem Wetter dicht“, sagt Holz. Die Situation mit der Ampel sei „wahnsinnig ärgerlich“: „Aber mir ist schon klar, dass man eine Hangverbauung nicht bei starkem Regen machen kann.“

Thomas Holz war am Montagnachmittag in Garmisch-Partenkirchen und nahm dort an einer Besprechung teil. Der Grund: Wegen einer umfangreichen Straßensperrung dort wird der Verkehr vermutlich im September über die Kochel- und Walchensee-Region umgeleitet. Details dazu will Holz heute Abend im Kochler Gemeinderat vorstellen (19 Uhr).

Die Bevölkerung leide unter dem Verkehr jedenfalls massiv, sagt Holz. Es sei schwierig, an solchen Tagen in der eigenen Gemeinde „von A nach B“ zu kommen. Schwierig sei es auch für Landwirte.

Mittlerweile hat es am Walchensee nun eine Bürger-Demonstration gegeben. Der „Over-Tourism“ am Walchensee müsse gestoppt werden oder zumindest sinnvolle Konzepte zur Bewältigung vorgestellt werden. Die Bürger des Ortes Walchsensee wollten nun mit einer Protest-Aktion auf die derzeitigen Mängel bei der Bewältigung des Massenansturms aufmerksam machen.

Mit Sorgen beobachten auch Rettungsorganisationen die Entwicklung. Die Wasserwacht Walchensee hatte am Samstag und Sonntag nur kleinere Einsätze. Trotzdem: „Am Sonntagnachmittag wäre es für uns schwierig gewesen, mit dem Rettungswagen nach Urfeld zu kommen“, sagt Leiter Alois Grünwald. Und am Kesselberg könne man mit dem Rettungswagen wegen der Fahrbahnteiler an einigen Stellen nicht mehr überholen. „Wir schauen schon mit Sorge darauf, wie das weitergehen soll“, sagt Grünwald.

Ist die Situation im Walchenseegebiet das, was man nun als „Overtourism“ bezeichnet, also „Übertourismus“? Bürgermeister Holz definiert das Wort anders. Touristen seien Urlauber, die mehrere Tage blieben. Für die aktuellen Probleme seien Tagesausflügler verantwortlich. „Durch sie gibt es schon Wertschöpfung, aber eben auch blockierte Straßen“, sagt Holz.

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Mit Kleinigkeiten wäre am Walchensee schon einiges zu verbessern, sagt Grünwald und nennt als Beispiel ein Parkleitsystem. Veränderungen wie diese wurden vor Kurzem beim Walchensee-Workshop (wir berichteten) besprochen. Nun muss die Umsetzung angepackt werden – und das wird dauern. „Wir brauchen einen großen Wurf“, fordert Holz. „Die Probleme haben in den vergangenen Jahren massiv und rasant zugenommen.“

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