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Amtsgericht

„Der Horror aller Mütter und Väter“

Wolfratshausen/Kochel am See – Das Amtsgericht verurteilt einen 61-Jährigen  wegen sexuellen Missbrauchs. Der Arbeitslose hat ein langes Strafregister vorzuweisen.

Ein Kind bekommt ein Eis von einem fremden Mann und folgt ihm nach Hause. Dort berührt er es, küsst es – gegen den Willen des Kindes. Es ist ein Szenario, vor dem Eltern ständig warnen, und doch geschieht es immer wieder. „Das ist der Horror für alle Mütter und Väter“, sagte Richter Urs Wäckerlin am Dienstag in seiner Urteilsbegründung. Ein 61-jähriger Kochler musste sich am Amtsgericht Wolfratshausen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Der gelernte Stahlwerker, der mehrere Umschulungen hinter sich hat, bis 2010 als Spüler tätig war und seither arbeitslos ist, hat ein langes Strafregister vorzuweisen. Mehrfacher Diebstahl, Betrug: In den Siebziger- und Achtzigerjahren saß er immer wieder für mehrere Jahre im Gefängnis. 1991 bekam er sieben Jahre, vier davon musste er absitzen – wegen einer Vergewaltigung und eines anschließenden Mordversuchs.

Die Straftaten-Karriere schien zu Ende zu sein. Bis zu seinem 60. Geburtstag, dem 24. Mai 2014: An einer Tankstelle in Kochel feierte der Mann nach eigenen Angaben und trank dabei „vier, fünf Bier“. An diesem Tag kam auch ein neunjähriges Mädchen zur Tankstelle, um Paysafe-Karten für ihre Mutter zu besorgen. Der Beschuldigte kannte es über die Eltern, die lange eine Gaststätte in Kochel betrieben hatten, in der er Stammgast gewesen sei. An seinem Geburtstag nun sprach er die Neunjährige an, kaufte ihr ein Eis und machte Fotos mit dem Mädchen. Die Tankstellen-Betreiberin kam dazu, durfte mit aufs Bild, ein unbekümmerter Nachmittag scheinbar.

Bis der Mann ihr Himbeertee und Videospiele versprach. Das Mädchen sagte ihrem Vater laut Anklageschrift, sie gehe zu einer „Spielfreundin“. Als die beiden in der Wohnung des Angeklagten ankamen, wurde der Kochler zudringlich. Erst strich er der Neunjährigen durchs Haar, dann begann er sie zu küssen, auf die Stirn, den Hals und schließlich im Dekolletébereich und Gesicht. Nachdem das Mädchen gesagt hatte, sie wolle das nicht, hielt der Mann es zunächst fest, ließ es dann aber gehen. So erzählte es die junge Kochlerin ihrer Mutter – allerdings erst ein Jahr nach der Tat.

Dass er dem Kind verboten hatte, den Vorfall zu erwähnen, räumte der 61-Jährige ein. Wie alles andere: „Das war der Alkohol, ich wusste selber nicht, was ich da gemacht habe. Ich bereue das und möchte mich bei allen entschuldigen“, sagte er bei der Verhandlung am Dienstagmorgen. Sein umfängliches Geständnis und die Beteuerung, er habe seitdem keinen Schluck Alkohol mehr getrunken, sah die Staatsanwältin als strafmildernd an.

Richter Wäckerlin sah das etwas anders: „Eine alkoholische Enthemmung kann ich nicht berücksichtigen. Als Erwachsener muss man das einschätzen können.“ Er verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Als Auflage muss er 150 Sozialstunden ableisten. 

Tobias Gmach

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