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Trotz der Aufforderung, soziale Kontakte möglichst zu meiden und zu Hause zu bleiben, sind die Wanderparkplätze wie hier am Kesselberg gut gefüllt.

Gemeinden haben Sorge vor Ansturm

Appell an Ausflügler: „Bleibt zu Hause!“

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Wochenend’ und Sonnenschein: Diese Kombination zieht normalerweise tausende Wanderer und Spaziergänger in die Region. In Corona-Zeiten ist das aber vor Ort nicht gern gesehen. 

Bad Tölz-Wolfratshausen Ein Brandbrief aus dem Tegernseer Tal sorgte für viel Aufsehen: Die dortigen Bürgermeister forderten, die aktuellen Ausgangsbeschränkungen zu verschärfen. Denn das Tal will inmitten der Corona-Krise nicht weiter von Ausflüglern aus München überrannt werden. Vor dem anstehenden Wochenende wächst auch in Loisachtal und Isarwinkel bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl. Von vielen Stellen kommt der Appell: „Bleibt daheim!“

Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz kann nur den Kopf schütteln. Die Corona-Epidemie war bereits in vollem Gange, als es an den Ausflugszielen in seiner Gemeinde „zugegangen ist wie an Pfingsten“, sagt er. „Die Leute haben in der Gruppe am See gegrillt, die Wanderparkplätze waren voll.“ Holz befürchtet, dass es sich dieses Wochenende trotz der Ausgangsbeschränkungen wiederholt.

Dabei sei es aktuell nicht vertretbar, „wenn die Leute wie die Ameisen den Berg hochgehen oder zu zehnt am Walchensee-Ufer sitzen“. Im Ausflüglergetümmel sei es gar nicht möglich, untereinander genügend Abstand zu halten – und das Risiko einer Corona-Infektion steige.

Aus Holz’ Sicht passt es einfach nicht zusammen, „wenn alle Bürger sich einschränken, so weit es geht zu Hause bleiben und soziale Kontakte einschränken, und dann bei schönem Wetter halb München bei uns unterwegs ist“.

Holz fordert daher von der Staatsregierung eine „Ausflugssperre“. Er möchte gemeinsam mit seinen Amtskollegen der Nachbargemeinden diesbezüglich „auf die Staatsregierung zugehen“.

Bevor er sich da anschließt, möchte der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl die Lage noch einmal genau beobachten. „Und das werden wir dann entsprechend weitergeben.“ Am vergangenen Wochenende sei es in den Bergen „sehr viel ruhiger“ zugegangen, meint Weindl. „Aber das mag auch am Wetter gelegen haben.“

Ein Problem habe es nur in Fall gegeben. „Der Wohnmobilparkplatz ist nach wie vor gut gefüllt“, sagt Weindl. „Das wäre ja in Ordnung, wenn die Leute in ihren Wohnmobilen bleiben. Aber sie treffen sich heraußen beim Grillen.“ Die Gemeinde habe deswegen sogar die Polizei verständigt. Aber als die Beamten vor Ort waren, sei eben gerade keine Grillparty im Gange gewesen.

Auch mit dem Wandern an sich hätte Weindl kein Problem, „wenn jeder einzeln oder nur mit der eigenen Familie unterwegs wäre“. Das sei aber nicht realistisch. „Bei Ausflügen trifft man sich und setzt sich zusammen – und wenn die Hütte geschlossen ist, dann eben auf der Terrasse.“ Genau so etwas sei unter der aktuellen Vorgabe, seine sozialen Kontakte zu minimieren „nicht Sinn der Sache“, so Weindl. „Je mehr Menschen sich vernünftig verhalten, desto schneller können die Regeln auch wieder gelockert werden.“

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Auch der Jachenauer Rathauschef Georg Riesch hofft, dass Appelle an die Vernunft fruchten. „In den letzten Tagen hat es sich bei uns bei dem kalten Wetter in Grenzen gehalten – mal schauen, was das Wochenende bringt“, sagt er. Menschlich könne man es keinem verdenken, der aus der Stadt raus in die Natur wolle. „Aber laut Anordnung sollte zurzeit jeder so weit es geht zu Hause bleiben. Da bringt es nichts, wenn wir jetzt durch Ausflugsfahrten wieder eine weite Streuung bekommen.“ Daher könne er nur dazu aufrufen: „Bleibt zu Hause!“

Einig sind sich die drei Bürgermeister insofern, als sie nicht vorhaben, Wanderparkplätze in ihren Gemeinden zu sperren. Zum einen hätten sie davon so viele, dass sie damit nicht fertig würden, erklären sie unisono. „Und außerdem parken die Leute dann eben einfach ein Stück daneben. Das ist nicht die Lösung“, sagt Riesch.

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