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Fehlersuche in der Maschinenhalle: Ein offenliegender Rotor einer sogenannten Einphasenmaschine wird auf kleinste Risse untersucht.

Acht-Millionen-Investition

Arbeiten am Walchenseekraftwerk: Sanierungen halten „alte Dame“ fit

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Mit Investitionen von über acht Millionen Euro will Uniper die Zukunftsfähigkeit des Walchenseekraftwerks sichern. Das Energieunternehmen hat in den vergangenen Monaten am Kochelsee eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Kochel am See „Es gibt eine Reihe von Fitnesskuren für die alte Dame“, berichtet Theodorus Reumschüssel. Der Sprecher der Uniper-Wasserkraft-Sparte listet in einer Pressemitteilung gleich etliche Baumaßnahmen am fast 100 Jahre alten Walchenseekraftwerk auf. Demnach wurden in den vergangenen Monaten die Schaltanlage zur Ableitung des Bahnstroms sowie die Leittechnik und der elektrische Schutz der vier Einphasenmaschinen und der vier Drehstrommaschinen erneuert. Zusätzlich hat das Unternehmen die Steuerung der auch touristisch genutzten Standseilbahn für rund 300 000 Euro erneuert. „Diese Maßnahmen dienen der langfristigen Einsatzfähigkeit der Anlagen und verbessern die Effizienz des Betriebs“, versichert Reumschüssel.

Auf der Suche nach mikroskopisch kleinen Rissen

Das Kraftwerk in Altjoch sei mit seinen Nebenanlagen „nach wie vor vor unverzichtbar“. Schnelle und hochflexible Anlagen wie das Walchenseekraftwerk werden laut Reumschüssel zum Ausgleich der immer größer werdenden Einspeisung von schwankenden Strommengen aus Windkraft- und Fotovoltaik-Anlagen eingesetzt. Das habe eine steigende Zahl von Starts und Stopps zur Folge, „bei denen große und wechselnde Fliehkräfte auf die drehenden Komponenten einwirken und die Maschinen stark belasten“. Deswegen seien umfangreiche Rissprüfungen an den neuralgischen Stellen – insbesondere den Läuferpolen des Generators – vorgesehen. Dazu werde der ausgebaute Pol mit einem Magnetpulververfahren untersucht, bei dem sich selbst mikroskopisch kleinste Risse im UV-Licht abzeichnen, heißt es in der Uniper-Mitteilung.

Letzte Handgriffe an der neuen Schaltanlage für die Bahnfreileitung im Walchenseekraftwerk.

Diese Untersuchungen seien an einer Bahnstrommaschine soeben abgeschlossen worden und werden in den nächsten Jahren an allen anderen sieben Maschinen durchgeführt. Allein für diese Prüfungen sind Kosten von rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Wichtige Verbindung zwischen Kraftwerk und Bahn-Transportnetz

Bereits seit Anfang 2019 wurde die 110-Kilovolt-Schaltanlage innerhalb des Kraftwerksgeländes erneuert. Mit dem nun fertiggestellten Umbau der Schaltanlage und dem Aufschalten der Einphasen-Maschinen ist die wichtige Verbindung zwischen Kraftwerk und Bahn-Transportnetz wieder für die nächsten Jahrzehnte sicher hergestellt, heißt es in der Pressemitteilung. Über diese Schaltanlage werde der im Walchenseekraftwerk mit Wasserkraft in den Einphasenmaschinen erzeugte Bahnstrom in das 110 000-Volt-Netz der Deutschen Bahn eingespeist, um für den Betrieb der elektrifizierten Strecken zur Verfügung zu stehen. Diese Maßnahme sei deshalb in enger Kooperation mit der DB erfolgt.

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