Laut Lawinenwarndienst Bayern herrscht im Voralpenraum an diesem Dienstag (19. Januar) Lawinenwarnstufe 3 („erheblich“).
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Laut Lawinenwarndienst Bayern herrscht im Voralpenraum an diesem Dienstag (19. Januar) Lawinenwarnstufe 3 („erheblich“).

Risikolage

Lawinengefahr anhaltend hoch: Besser keine Touren am Berg

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Tourengeher sollten sich dieser Tage zweimal überlegen, ob sie in die Berge aufbrechen. Sie könnten Schneebretter lostreten und damit sich und andere gefährden.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Spät, aber doch noch ist der Winter in Schwung gekommen und hat - auch wenn die Skigebiete geschlossen sind - zuletzt zumindest gute Bedingungen zum Langlaufen, Schlittenfahren oder Tourengehen geboten. Doch durch die starken Schneefälle und die nun einsetzenden steigenden Temperaturen hat sich das wieder geändert. Experten weisen auf die Lawinengefahr hin und raten aktuell von Skitouren ab.

Dass aber zu viel Schnee ein Risiko birgt, zeigte sich am Samstag, als unterhalb der Probstenwand zwei Skitourengeher von einer Lawine erfasst wurden. Die Lawinengefahr schätzt Klaus Held, Obmann der Lawinenkommission für den Bereich Kochel/Herzogstand weiter als hoch ein. „Wenn es jetzt wärmer wird, setzt sich der Schnee entweder, oder er rutscht ab.“ Das sei von der jeweiligen Hangneigung und dem Wind abhängig. Tourengeher könnten da leicht ein Schneebrett lostreten. „Da muss man sehr aufpassen, am besten sollte man gar keine Tour unternehmen.“ Oben am Herzogstand liegen Held zufolge 1,30 Meter Schnee. Weil es keinen Skibetrieb gebe, würden die Hänge auch nicht präpariert, es gebe keine Lawinensprengungen. In diesem naturbelassenen Zustand sei es noch gefährlicher.

Am Walchensee: Weg zwischen Urfeld und Sachenbach gesperrt

Der Straßenabschnitt zwischen Urfeld und Sachenbach wurde am Montag gesperrt. „Dort, im Bereich Dässelgraben, sind viele Fußgänger unterwegs“, so Held. Den Bereich zwischen Einsiedl und Jachenau beobachte man, warte mit einer Sperrung aber noch ab, so Held. Weiterhin gesperrt ist die Mautstraße Wallgau-Vorderriß. Wenn von den Hängen über solchen kleinen Straßen ein Schneebrett abgehe, werde die Fahrbahn unmittelbar getroffen, erklärt Klaus Bruckschlegl, Lawinen-Obmann für den Bereich Fall-Vorderriß. Weniger kritisch sei die Lage aktuell an der B 307. „Da ist mehr Platz.“ Außerdem liege der Schnee am Sylvenstein nur 80 Zentimeter hoch, „noch nichts Außergewöhnliches“, so Bruckschlegl. In den kommenden Tagen werde man Regen- und Föhnentwicklung genau beobachten.

Am Brauneck ist die Lawinenkommission aktuell nicht vor Ort im Einsatz, da der Skibetrieb ausgesetzt ist. Aber auch hier müssen Tourengeher aufpassen.

Mit Spaziergängen und Schlittschuhrunden auf dem Kirchsee-Eis dürfte es ebenfalls fürs Erste vorbei sein. „Es hat so viel draufgeschneit, dass man jetzt knietief im Schnee stehen würde“, sagt Sachsenkams Bürgermeister Andreas Rammler. Und wenn die Temperaturen steigen, der Schnee schwerer und das Eis dünner würden, steige die Gefahr.

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