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In Ried wurde eine neue Eisenbahnbrücke ge baut. Bis Sonntag werden noch die Gleise hergerichtet und die Oberleitung montiert.

Bauarbeiten im Loisachtal bald beendet

Bahn: Ab Sonntag wieder Normalbetrieb

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Die Streckensperrung der Bahn im Loisachtal nähert sich dem Ende: Ab 10. September fahren alle Züge wieder nach Fahrplan. Die betroffenen Gemeinden sind mit der Zusammenarbeit mit der Bahn zufrieden. Kritik kommt jedoch von Pendlern.

Kochel am See/Benediktbeuern/Bichl– Das sind gute Nachrichten: „Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, sagt ein Pressesprecher der Bahn auf Anfrage unserer Zeitung. Das heißt, dass wie im Juli angekündigt alle Züge ab Sonntag, 10. September, wieder nach regulärem Fahrplan verkehren.

In den vergangenen Wochen waren besonders die Einwohner von Ried von den Bauarbeiten betroffen. Dort wurde die Eisenbahnbrücke erneuert. „Der Überbau aus Stahlbeton wurde bereits eingehoben“, teilt die Bahn mit. Jetzt härten die Fundamente aus, bis Sonntag werden Gleise und Oberleitung wieder aufgebaut. Klagen von Anwohnern über Lärm und Fahrzeuge habe es nicht gegeben, berichtet Kochels Bürgermeister Thomas Holz. „Ja, es war laut, aber jeder wusste, warum.“ Der Bahnübergang in Ried sei sehr wichtig für die Landwirte.

Holz ist froh, dass die Bahn in die Strecke investiert – nach Angaben des Unternehmens rund 20 Millionen Euro für den Bereich bis Seeshaupt inklusive neuer Elektronik. „Das heißt, dass die Kochelseebahn Zukunft hat“, sagt Holz. Das sei für die Gemeinde auch deshalb wichtig, weil Kochel unter dem zunehmendem Autoverkehr leide. „Ich denke, ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist sehr wichtig und sinnvoll für unsere Region.“ Da man außerdem noch zusätzliche Buslinien zum Walchensee geschaffen habe, sieht Holz positiv in die Zukunft.

Leidtragende des Schienenersatzverkehrs waren vor allem die Berufspendler. Die Busse starteten in Kochel 15 bis 20 Minuten früher als der Zug. „Spaß macht das nicht“, sagt Bernhard Schülein aus Großweil, engagiert in der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVW). Auch für Behinderte oder Menschen mit viel Gepäck sei die lange Sperrung mühsam. Schülein ist sich sicher: „Bis technisch alles rund läuft, gibt es bestimmt noch Probleme.“

Urlauber waren auf die lange Streckensperrung relativ gut vorbereitet, berichten die Tourist-Infos aus Kochel und Benediktbeuern übereinstimmend. „Der Schienenersatzverkehr lief ziemlich reibungslos“, berichtet TI-Leiter Manuel Huber aus Kochel. Ähnliches sagt auch Sabine Rauscher aus Benediktbeuern. „Die Bahn hatte die Sperrung im Vorfeld recht gut kommuniziert“, sagt die TI-Leiterin. Freilich gebe es immer wieder mal kleinere Probleme: etwa, wenn die Reisenden nicht wussten, dass der Ersatz-Bus nicht am Bahnhof, sondern an der Post halte. Das hatten zum Beispiel immer wieder mal Wanderer übersehen, die vom Tegernseer über die Benediktenwand gekommen waren. „Wenn man nach der Tour dann auch noch den Bus verpasst, kann ich den Ärger verstehen“, sagt Rauscher. Auch von Seiten des Klosters war Improvisation gefragt – etwa, wenn Gruppen mit 40, 50 Personen anreisten. „Dann kommt auch der Bus mit den anderen Reisenden an seine Platzgrenze.“ Das seien aber „Einzelfälle“ gewesen, sagt Rauscher.

In Bichl lagert die Bahn einige Sachen für die Baustellen. „Beschwerden von Anwohnern gab es keine“, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. „Es ist diesmal eine wirklich sehr angenehme Zusammenarbeit.“ Im Zuge der weiteren Ausbauarbeiten wird in Bichl der Bahnübergang im Gewerbegebiet Falak erneuert. Als Zeitpunkt sind August bis November 2018 vorgesehen, so die Bahn.

Und auch in den kommenden Monaten wird auf der gesamten Strecke im Technik-Bereich gearbeitet, damit die neuen elektronischen Stellwerke reibungslos laufen können.

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