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Beweisfoto: Die angebohrte Stelle in dem Buchenstamm ist deutlich zu erkennen.

Baumfrevel am Marc-Museum

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Kochel am See - Ein Unbekannter hat mehrere Bäume im Park neben dem Franz-Marc-Museum angebohrt. Die Gemeinde Kochel wird Anzeige erstatten. 

Da hört sich der Spaß auf. Der Kochler Bürgermeister ist zornig über einen Baumfrevel, der dieser Tage mehr oder weniger zufällig entdeckt worden ist. Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs haben im Franz-Marc-Park kürzlich drei Bäume umgeschnitten, weil sie dürr geworden sind, berichtete Thomas Holz in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Beim Aufarbeiten der Stämme habe sich dann herausgestellt, dass alle Bäume im unteren Bereich des Stamms angebohrt waren. „Bei einer Buche ist der Täter offenbar mit der Bohrmaschine abgerutscht“, so der Bürgermeister. Darauf lasse ein entsprechender farbiger Abrieb an der Rinde schließen. Diese Stelle sei den Arbeitern aufgefallen, und so sei der Baumfrevel entdeckt worden.

„Das ist alles andere als ein Bubenstreich“, sagte Holz. „Das ist mutwillige Beschädigung.“ Die Gemeinde werde deshalb Strafanzeige bei der Polizei stellen, kündigte der Rathauschef an.

Max Leutenbauer hat sich als Forstreferent des Gemeinderats die Stämme inzwischen genauer angeschaut. Alle sind bis auf eine Tiefe von zehn Zentimetern angebohrt. „Davon allein geht ein Baum aber noch nicht kaputt“, sagt Leutenbauer. Er geht davon aus, dass der unbekannte Täter noch mit Chemie nachgeholfen haben könnte. Kupfersulfat werde auf einschlägigen Internetseiten als wirkungsvolles Baumgift angepriesen, so Leutenbauer. „Ich kenne mich damit aber nicht recht aus.“ Als Förster habe er berufsmäßig ein Auge darauf, für einen gesunden Wald zu sorgen.

Die Bohrlöcher sind laut Leutenbauer eine „ungute Methode“. Hoffentlich mache derartiger Frevel keine Schule. Wer als Täter infrage komme, darüber wolle er keine Spekulationen abgeben. Der Vorfall sei aber „sehr ärgerlich“.

In Kochel ist dem Förster kein ähnlicher Fall bekannt. Beruflich habe er allerdings schon öfters erlebt, dass Bäume manipuliert wurden, um sie zum Absterben zu bringen. Bisweilen würden Kupfernägel verwendet, die in den Stamm geschlagen werden. „Das müssen aber schon sehr viele sein, damit der Baum irgendwann abstirbt.“

Baumfrevel ist ein seltenes Delikt, sagt der Kochler Polizeichef Steffen Wiedemann. „Vor rund drei Jahren gab es einen Nachbarschaftsstreit im Raum Benediktbeuern“, erinnert sich der Polizeihauptkommissar. Damals habe jemand nachgeholfen, dass ein offenbar störender Baum abgestorben sei. Die Polizeistation werde die Ermittlungen aufnehmen, sobald die Anzeige vorliege.

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