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Schneetreiben und einsetzende Dunkelheit machten den Einsatz der Kochler Bergwacht am Samstag am Jochberg zu einer Herausforderung.

Am Samstag am Jochberg

Bergwacht Kochel meistert schwierigen Einsatz bei widrigem Wetter

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Verletzte geborgen, gut versorgt, sicher ins Tal gebracht und mit allen Helfern erfolgreich zusammengearbeitet – und das alles unter widrigen Wetterumständen: Das ist die gute Bilanz nach einem Einsatz der Kochler Bergwacht am Samstag.

Kochel am See – Gegen 14.30 Uhr war der Notruf eingegangen, berichtet der stellvertretende Bereitschaftsleiter Richard Huber. Eine 27 Jahre alte Frau aus Tirol war zusammen mit ihrem Begleiter mit Schneeschuhen auf den Jochberg gewandert und hatte oben am Gipfel ein großes Problem mit dem Knie bekommen. Selbstständig ins Tal zu gehen, war nicht mehr möglich.

Aufgrund der unsicheren Wetterlage entschied sich die Bergwacht für ein zweigleisiges Vorgehen: Zum einen wurde der Rettungshubschrauber Christoph Murnau alarmiert, zum anderen fuhren die Retter mit dem Geländefahrzeug Richtung Jocher Alm.

Weil wegen des heranziehenden Schnees der Gipfel des Jochbergs in Wolken war, konnte der Hubschrauber die Einsatzstelle aber nicht anfliegen. Deshalb wurden der Notarzt und ein Bergwachtler in der Nähe der Jocher Alm abgesetzt. „Die Sichtverhältnisse waren schwierig“, berichtet Huber. Die beiden Ehrenamtlichen stiegen bei 30 Zentimeter Neuschnee zu Fuß zu der Patientin auf. Trotz des widrigen Wetters verlief die Erstversorgung der 27-Jährigen sehr gut – die Eingriffe des Notarztes waren erfolgreich, so dass die Tirolerin, gestützt von Helfern, zur Jocher Alm gehen konnte.

Ein zweiter Anflug mit weiteren Einsatzkräften und Rettungsmaterial musste wetterbedingt abgebrochen werden. Die Patientin wurde schließlich mit dem Geländefahrzeug der Bergwacht ins Tal gebracht. Der Notarzt und die restlichen Einsatzkräfte konnten auf den Pistenbully des SC Kochel zurückgreifen, den man zur Bewältigung des Einsatzes noch hatte ausleihen können, freut sich die Bergwacht.

Kurz vor 19.30 Uhr war der aufwendige Einsatz beendet. Beteiligt waren acht Kochler Bergretter mit drei Fahrzeugen von Bergwacht und Skiclub sowie das Notarzt-Team des Hubschraubers Christoph Murnau. Weil es der jungen Frau den Umständen entsprechend gut ging, fuhr sie mit ihrem Begleiter nach Österreich und begab sich dort selbst ins Krankenhaus in Innsbruck, berichtet die Bergwacht. „Der Einsatz zeigt, wie wichtig funktionierende Bergwacht-Abläufe gerade dann sind, wenn ein Hubschraubereinsatz nicht möglich ist“, sagt Vize-Bereitschaftsleiter Huber.

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