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Kümmern sich derzeit um die Protestanten im Loisachtal: Pfarrer Jan Kesker und seine Frau Anna. Schon zum zweiten Mal springen sie in Kochel ein.

Urlaubsvertretung

Beten mit dem Pfarrer aus Schweden

Auch Pfarrer fahren hin und wieder in Urlaub. Damit die Gläubigen in dieser Zeit nicht ohne seelischen Beistand bleiben, gibt es Urlaubspfarrer. Einer von ihnen ist Jan Kesker. Der Schwede betreut derzeit die evangelische Kirchengemeinde im Loisachtal – und das schon zum zweiten Mal.

Kochel am See Ein bisschen fühlt sich Jan Kesker auch wie im Urlaub: Während seiner dreiwöchigen Zeit als Urlaubspfarrer wohnt er in einer gemütlichen Ferienwohnung. Er hat seine Frau Anna mitgebracht, eine pensionierte Lehrerin. „Wir müssen auch nicht so intensiv arbeiten wie normalerweise in einer Pfarrei“, sagt der Schwede. Weil eben Urlaubszeit ist und beispielsweise Taufen derzeit nicht stattfinden. Nur die deutschen Liedtexte für die Gottesdienste müsse er intensiv üben – weil es viele der Lieder in Schweden nicht gibt.

Jan Kesker ist 67 Jahre alt, pensioniert, achtfacher Großvater und vertritt Pfarrerin Antonia Janßen und das neue Pfarrer-Ehepaar Binder, die derzeit Urlaub machen. Kesker hält Gottesdienste ab, musikalische Besinnungsstunden und, wenn nötig, auch Beerdigungen. Sogar einen Berggottesdienst auf dem Herzogstand hat er vor einigen Tagen zelebriert. Und das als schwedischer Pfarrer. „Kein Problem“, sagt er lächelnd. Deutsch spricht er zwar nicht akzentfrei, aber trotzdem sehr gut. „Ich hatte in der Schule Deutschunterricht. Ab da habe ich versucht, immer weiter zu üben. Ich bin sehr interessiert an Sprachen“, sagt er.

Und er ist interessiert an der Welt. An Neuem. Während seiner Zeit als Pfarrer in Schweden war er in der Jugendarbeit tätig und hat mit seiner Frau fünf Jahre die schwedische Kirchengemeinde in New York betreut. Auch in Deutschland war er mehrfach – im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen der schwedischen und der bayerisch-lutherischen Kirche. „Das ist eine gute Möglichkeit, unsere beiden Kirchen kennenzulernen.“

In Kochel war Kesker bereits 2016 als Urlaubspfarrer tätig. „Und jetzt hat mich Frau Janßen gefragt, ob ich wieder kommen möchte.“ Natürlich wollte Kesker. Eigentlich lebt er in einer Kleinstadt nahe Göteborg, aber das Loisachtal gefällt ihm auch sehr gut. „Die Arbeit und die Menschen hier finde ich wunderbar. Es ist jedesmal eine gute Zeit hier.“

Auch die Landschaft gefällt Kesker sehr gut: zum Beispiel das Hochgebirge, das es so in Südschweden nicht gebe. In ihrer Freizeit erkunden die Keskers am liebsten die nähere und weitere Umgebung. Sie haben schon das Marc-Museum besucht, waren in Berchtesgaden und in Innsbruck. „Hauptsache, wir machen etwas zusammen.“

Auch die bayerische Küche hat es ihnen angetan. Schweinebraten mag Kesker besonders gerne. Und seiner Frau schmeckt das bayerische Bier. „Bier trinken, das hat sie erst hier gelernt“, sagt er lachend. Ob er nächstes Jahr wiederkommen wird? Kesker weiß es noch nicht. „Aber wenn nicht, dann kommen wir auf jeden Fall als gute Freunde wieder.“

Franziska Seliger

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