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Dieses Bild machte die Feuerwehr Kochel zur Dokumentation während des Bergwachteinsatzes. In den Stunden danach breiteten sich die Flammen weiter aus.

Münchner Wanderer befragt

Brand am Jochberg: Der Stand der polizeilichen Ermittlung

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Kochel am See - Der Großbrand am Jochberg/Graseck ist gelöscht. Derweil gehen die Ermittlungen gegen die beiden Münchner Wanderer, die das Feuer ausgelöst haben sollen, weiter.

Kochel am See – Steffen Wiedemann, Chef der Kochler Polizeistation, fasste in einer Pressekonferenz am Dienstag zusammen, was die Beamten bislang ermittelt haben. Am Silvesterabend waren die 32 und 36 Jahre alten Münchner vom Kesselberg aus in Richtung Norden zu ihrer Wanderung aufgebrochen. „Sie benutzten einen eher unbekannten Steig“, so Wiedemann. Ziel war das Gamsköpfl, eine, so Wiedemann, „aus dem Wald herausragende Felsnase“ südwestlich vom Graseck. „Dort oben haben sich die beiden niedergelassen, um das Feuerwerk zu beobachten“, so der Polizeichef. „Dann haben sie aus Ästen ein Lagerfeuer entzündet, um sich zu wärmen.“

Das war der Anfang vom Ende. Auf dem strohtrockenen Untergrund geriet das Feuer außer Kontrolle. Vermutlich beim Versuch, die Flammen zu löschen, stürzte der 32-Jährige rund 100 Meter im sehr steilen Gelände ab und blieb schwer verletzt liegen. Sein Begleiter alarmierte via Handy die Rettungskräfte. „Um 0.06 Uhr ging bei mir der Piepser“, schilderte der Kochler Bürgermeister Thomas Holz, selbst aktiv bei der Bergwacht. Mehr als ein Dutzend Rettungskräfte waren nötig, um den Mann ins Tal zu bringen. Anfangs hatte die Polizei nur von einem Beinbruch gesprochen, später hatten sich die Verletzungen als gravierender erwiesen. „Er ist aber nicht mehr in Lebensgefahr“, sagte Anton Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Der Mann habe generell noch Glück im Unglück gehabt. Ein Sturz in diesem Gelände hätte auch tödlich ausgehen können, so Huber.

Als sich die Retter mit ihrem Patienten in Richtung Tal vorkämpften, hatten sich die Flammen bereits Richtung Graseck ausgebreitet, wie Bilder, die die Kochler Feuerwehr am Einsatzort machte, belegen. „Die Flammen waren vielleicht 50 Meter von den Rettungskräften weg“, sagte Bürgermeister Holz. Im Tal lief der Großeinsatz an.

Ein Wanderer sagt aus, der andere schweigt

Die anfängliche Angabe, das Feuer sei als Signal für die Helfer entzündet worden, „hat sich als falsch herausgestellt“, so Wiedemann. Untermauern kann das die Polizei anhand von Aufnahmen der Webcam, die am Herzogstand steht und in regelmäßigen Abständen das Brandgebiet fotografiert. Hier tauchen die ersten Lichtpunkte gegen 23.20 Uhr auf. „Bei uns haben sich zudem Zeugen gemeldet, die ebenfalls um diese Uhrzeit von Kochel aus die ersten Flammen gesehen haben“, sagte Polizei-Sprecher Huber.

Die beiden Münchner Wanderer wurden zwischenzeitlich vernommen. „Einer hat ausgesagt, der andere macht von seinem Recht Gebrauch, keine Angaben zu machen“, so Huber. In den kommenden Tagen werden die Brandermittler der Kripo vor Ort versuchen, Beweise sicherzustellen. Bereits seit Montag laufen gegen die Männer Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Am Graseck kehrte am Dienstagnachmittag zum ersten Mal seit der Silvesternacht wieder Ruhe ein. Am Morgen hatte es zwar noch an zwei Stellen gebrannt, und die Wärmebildkamera zeigte rund 100 Glutnester. Nach einem weiteren gezielten Löscheinsatz aus der Luft wurden die Arbeiten aber gegen 13 Uhr eingestellt. Um 14.10 Uhr erklärte Landrat Josef Niedermaier den Katastrophenfall für beendet. In den kommenden Tagen wird die Hubschrauberstaffel der bayerischen Polizei das Gebiet aber weiter mit der Wärmebildkamera kontrollieren.

Appell an alle Wanderer: „Verzichten Sie auf offenes Feuer“

Wie hoch die Kosten sind, wird sich erst in den kommenden Tagen oder sogar Wochen beziffern lassen. Dasselbe gilt für die entstandenen Schäden. Niedergebrannt ist auf jeden Fall die private Oberschultehütte (Gaißalm). Welchen Schaden der Schutzwald genommen hat, wird sich erst in den kommenden ein, zwei Jahren richtig zeigen. Ein erstes Bild machte sich am Dienstag Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. Ihnen gehört etwa die Hälfte der betroffenen Fläche. Das „Bewahren und Wiederherstellen der Schutzfunktion des Waldes habe oberste Priorität nach der Brandkatastrophe“, so Neumeyer. Er richtete einen eindringlichen Appell an alle Wanderer: „Verzichten Sie bitte auf offenes Feuer im Wald. Es ist strengstens verboten und kann einen riesigen Schaden im Ökosystem anrichten.“

Tag 2 der Löscharbeiten am Jochberg

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