Entscheidung bekannt: Das planen die Bayern mit Coman

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Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann hat sich gestern die Folgen des verheerenden Brandes angesehen. Im Hintergrund des Fotos ist das Grasseck zu sehen, die Nordseite des Jochbergs. 

Katastrophenfall ist beendet

Jochberg: Die Folgen des Feuers

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Kochel am See – Nach fast dreitägigem Kampf ist der Löscheinsatz am Jochberg/Graseck beendet. Welche Folgen der verheerende Großbrand für die Natur haben wird, ist derzeit noch schwer abschätzbar.

Seit der Silvesternacht wütete im Bereich des Grasecks auf der Nordseite des Jochbergs das Feuer. Die Flammen fraßen sich am Boden über 100 Hektar Fläche. Selbst nach den anhaltenden Schneefällen in der Nacht zum Dienstag wurden beim Erkundungsflug am Morgen noch „zwei offene Feuer ausgemacht“, sagte Kreisbrandrat Karl Murböck gestern Mittag in einer Pressekonferenz im Kochler Rathaus. Die Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers zeigte zudem rund 100 Glutnester.

Bis Mittag löschte die Maschine eines österreichischen Unternehmens noch einmal ganz gezielt aus der Luft. Dann konnte der Einsatz nach einem weiteren Erkundungsflug beendet werden. Die Kesselbergstrecke ist seit gestern Mittag wieder offen. Um 14.10 Uhr erklärte Landrat Josef Niedermaier den Katastrophenfall für beendet. „Die Gefahr ist weitgehend gebannt“, sagt Michael Foerst von der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt.

Das Ausmaß des Schadens, den das Feuer tatsächlich angerichtet hat, lässt sich im Moment schwer abschätzen. Man werde aber alles daransetzen, die Schutzfunktion des Bergwalds wiederherzustellen, sagte Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. Ihnen gehört etwa die Hälfte der betroffenen Fläche, „die dutzende Fußballfelder groß ist“. Am Vormittag hatte sich Neumeyer vor Ort ein Bild gemacht. Er betonte, wie wichtig der Schutzwald in diesem steilen Bereich ist. Er halte beispielsweise bei starken Regenfällen Wasser zurück, bewahre vor Murenabängen und Lawinen, die sonst Menschen und Straßen bis nach Kochel bedrohen könnten.

Martin Neumeyer (Mitte), Chef der Bayerischen Staatsforsten, dankte den Rettungskräften, dass sie ein Ausbreiten des Brandes verhindert haben. 

Das „Bewahren und Wiederherstellen des Ökosystems“ habe nun „Priorität nach der Brandkatastrophe“, sagte Neumeyer. Dabei setzen die Staatsforsten auf ein Drei-Punkte-Programm. Ab dem Frühjahr müsse erst einmal festgestellt werden, wie groß der Schaden ist. „Die betroffenen Bäume können allerdings auch noch nach ein bis zwei Vegetationsperioden absterben.“ Es handle es sich hier um „wertvolle Waldflächen“ mit einem bis zu 300 Jahre alten Kiefernbestand, so Neumeyer. Im Auge behalten wird zudem, ob sich Naturverjüngung einstellt, ob sich der Wald praktisch alleine regeneriert. Der Staatsforsten-Chef geht aber auch davon aus, dass Neupflanzungen vorgenommen werden müssen. „Wir werden die Chance nutzen, um heimische Baumarten wie Lärchen, Kiefern und Tannen, aber auch Buchen und Mehlbeere zu pflanzen.“

Was sich einfach anhört, ist im schwer zugänglichen Gelände eine echte Herausforderung. „Nicht nur das Löschen ist hier kostenaufwendig, sondern auch das Wiederherstellen des Ökosystems“, erklärte Neumeyer. „Letztlich müssen alle Pflanzen mit dem Hubschrauber nach oben gebracht werden.“ Danach ist Handarbeit der Forstmitarbeiter gefragt. „Das alles wird Kosten in sechsstelliger Höhe nach sich ziehen.“

Tag 2 der Löscharbeiten am Jochberg

Betroffen ist aber nicht nur Staats-, sondern auch Privatwald. Die rund 50 Hektar gehören einer Eigentümergemeinschaft und zwei weiteren Privatbesitzern aus Kochel, sagte Bürgermeister Thomas Holz. Auch hier lasse sich der genaue Schaden noch nicht beurteilen, ergänzte Ministerialrat Franz Brosinger aus dem Forstministerium. Für die Privatbesitzer gebe es bei der Wiederaufforstung Fördermöglichkeiten durch den Freistaat. Denkbar wäre aber auch, dass die Gesamtfläche zum Sanierungsfall erklärt wird. Damit würde die zuständige Fachstelle des Forstamtes die Koordinierung der Arbeiten übernehmen und die öffentliche Hand für die Kosten aufkommen.

Inwieweit hier Regressansprüche an die mutmaßlichen Verursacher gestellt werden können, wird sich zeigen. Wie berichtet ermittelt die Polizei gegen die beiden Wanderer, die vermutlich durch ein Lagerfeuer den Brand ausgelöst haben, wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Die Entwicklung der Ereignisse können Sie auch in unserem Ticker vom Dienstag nachlesen. Hier finden Sie außerdem Fotos und Videos vom Einsatzort. 

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