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Noch mehr Verkehr als gewohnt wird im September über den Kesselberg rollen.

Wegen Sperrung der B 2

Bürgermeister in Sorge: Im Herbst rollt Umleitungs-Verkehr über den Kesselberg

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Kochel und der Kesselberg haben ohnehin viel Ausflugsverkehr zu verkraften. Im September wird die B11 jetzt auch noch zur Umleitungsstrecke. 

Kochel am See/Garmisch-Partenkirchen– Mit Sorge blickt die Gemeinde Kochel auf die Zeit nach den Sommerferien:Das Staatliche Bauamt Weilheim sparrt voraussichtlich ab Montag, 16. September, für zwei Wochen die B 2 zwischen Eschenlohe und Oberau Nord. In dieser Zeit wird ein Teil des Verkehrs über den Kesselberg, Kochel und Wallgau umgeleitet. Während Bürgermeister Thomas Holz Böses schwant, glaubt man im Staatlichen Bauamt nicht an gravierende Auswirkungen.

Hintergrund der Sanierung sind umfangreiche Rodungsarbeiten. Oberhalb der Bundesstraße ist es laut Bauamt zu mehreren Felsabbrüchen und einem Durchschlag im Schutznetz gekommen. Im Hang wurden potenziell absturzgefährdete Felsblöcke gefunden. Deshalb muss in diesem Bereich ein neuer Sicherheitszaun errichtet werden.

Sperrung der B2: Verkehr wird auf B11 über Kochel und Kesselberg umgeleitet

Auf der B 2 rollen täglich rund 20.000 Fahrzeuge. Sie werden während der Vollsperrung von Montagmorgen bis Freitagmittag umgeleitet, und zwar auf zwei Strecken. Wer nach Garmisch-Partenkirchen will, muss auf der Staatsstraße 2062 und der B23 über Bad Kohlgrub und Oberammergau durchs Ammertal fahren. Der Fernverkehr Richtung Innsbruck wird von der A 95-Ausfahrt Murnau/Kochel über Großweil, Schlehdorf und Kochel auf die B 11 und über den Kesselberg und Wallgau Richtung Süden umgeleitet.

In Kochel macht man sich auf das Schlimmste gefasst: „An schönen Tagen ersticken wir ohnehin schon im Verkehr“, sagt Bürgermeister Thomas Holz. Er rechnet, vor allem auch aufgrund des Lkw-Transitverkehrs, mit „einer schweren und schlimmen Verkehrsbelastung“ im Herbst – und zwar nicht nur während der zwei Wochen Vollsperrung. Denn daran schließen weitere acht Wochen mit einer halbseitigen Sperrung auf der B 2 an. Auch in dieser Zeit „werden die Leute beim geringsten Stau nach einer Umfahrung suchen“, fürchtet Holz.

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Holz hat die Mitarbeiter der Behörde sowie die betroffenen Bürgermeister aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen bei einer Besprechung getroffen. „Immerhin konnte abgewendet werden, dass die Vollsperrung am Wochenende aufrecht erhalten wird.“ Da wäre man sonst „auf die Barrikaden“ gegangen. Holz fragt sich, ob man die umfangreichen Arbeiten nicht parallel mit zwei Firmen und auch in der Nacht durchführen könnte, um schneller voranzukommen. „Zwei Wochen Sperrung wären ja okay, aber zehn Wochen sind ganz schön heftig.“

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Wie berichtet wird für den Walchensee gerade ein Verkehrskonzept entwickelt. Heuer waren noch Verkehrszählungen und -messungen geplant, berichtet Holz. „Das ist jetzt hinfällig, weil so ja die Zahlen verfälscht werden“, ist der Bürgermeister enttäuscht. Mittelfristig fürchtet Holz durch die enorme Verkehrsbelastung auch um den guten Ruf der Walchensee-Region. „Gerade im Herbst kommen viele Wanderer. Die werden sich bedanken, wenn sie nur im Stau stehen.“

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Deutlich gelassener sieht der Situation, die im Herbst auf Kochel zukommt, Martin Herda entgegen, der im Staatlichen Bauamt Weilheim als Abteilungsleiter für den Landkreis zuständig ist. „Ich rechne auf der Umleitungsstrecke nicht mit immensem Verkehr“, sagt er. Denn die B 2 habe als Fernverkehrsverbindung keine so große Bedeutung wie zum Beispiel die Strecke durchs Inntal. Da der von der A 95 in Richtung Süden rollende Verkehr ja auf zwei verschiedene Ausweichrouten aufgeteilt werde, sei er überzeugt, „dass es funktioniert“.  

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