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Nicht der aktuelle, aber einer der vielen schweren Unfälle mit Motorradfahrern am Kesselberg, hier an einem Freitag Anfang Mai.

„Es muss etwas passieren“

Bürgermeister schlägt nach Biker-Tod am Kesselberg Alarm: „Für Feuerwehr kaum noch leistbar“

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Am Dienstagabend stirbt ein Biker am Kesselberg - nach langer Reanimation durch  Feuerwehrler. Der Bürgermeister schlägt nun Alarm und spricht von einer „enormen psychischen Belastung“ für die Helfer.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Zu dem schweren Unfall kam es am Dienstagabend am Kesselberg. Dabei wurde ein 31-jähriger Motorradfahrer getötet. In den vergangenen Wochen hatte es auf der Bergstrecke – wie in jeder Saison – immer wieder Unfälle mit zum Teil schwer verletzten Bikern gegeben. 

Kochels Bürgermeister Thomas Holz fordert nicht zum ersten Mal Konsequenzen – vor allem mit Blick auf die psychische Belastung der Feuerwehrleute. 

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall gegen 20.30 Uhr: Der 31-jährige Motorradfahrer aus dem Landkreis Landsberg am Lech befuhr den Kesselberg bergab in Richtung Kochel am See. In einer starken Rechtskurve stürzte der Mann und rutsche hinter seiner Maschine auf die linke Fahrbahnseite. Dort erfasste ihn ein entgegenkommender 26-jähriger Motorradfahrer aus München. Der 31-Jährige verstarb nach erfolgloser Reanimation noch an der Unfallstelle. Zur Klärung der genauen Ursache wurde durch die Staatsanwaltschaft München II ein Gutachter in die Ermittlungen der Tölzer Polizeiinspektion mit eingebunden. Die beteiligten Motorräder wurden sichergestellt. 

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Als Ersthelfer vor Ort waren die alarmierten Aktiven der Kochler Feuerwehr. Sie versuchten auch, durch lange Reanimation das Leben des Mannes zu retten. Einsätze wie diese seien extrem belastend für die Ehrenamtlichen, sagt Bürgermeister Thomas Holz, selbst in der Bergwacht aktiv. „Am Dienstag waren auch einige junge Feuerwehrleute dabei. Mit denen führt der stellvertretende Kommandant jetzt Einzelgespräche, um das aufzuarbeiten“, berichtet der Rathauschef. „Wir haben auch angeboten, eine psychologische Betreuung zu organisieren, wenn das nötig wäre.“ 

Die sich häufenden Einsätze mit Verletzten auf der B11 verlangen den freiwilligen Helfer viel ab. „Das bereitet mit wirklich Sorgen“, sagt Holz. Das Ganze sei kaum noch leistbar. Er fordert Konsequenzen für die bei Motorradfahrern so beliebte Strecke. „Das ist eine enorme Belastung für die Feuerwehr. Es kann so nicht weitergehen. Es muss was passieren.“

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Da es sich um eine Bundesstraße handle, seien der Gemeinde leider die Hände gebunden. Einer zwischenzeitlich mal angedachte Sperrung des Kesselbergs für Motorradfahrer hatte Innenminister Joachim Herrmann zuletzt eine Absage erteilt (wir berichteten). Der Minister teilte mit: „Das wäre aufgrund der Rechtsprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs nur als ultima ratio möglich, wenn alle anderen weniger einschneidenden Alternativen keinen Erfolg bringen.“ 

Derzeit wird versucht, durch Leitschwellen, ein Wochenend-Fahrverbot in eine Richtung und verstärkte Kontrollen das Problem in den Griff zu bekommen. Der letzte tödliche Motorradunfall hatte sich 2011 am Kesselberg ereignet. 

va

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