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Naturparadies Walchensee: Aktuell wird über den Einsatz von Rangern diskutiert.

Diskussion um Stellenplan

Bürgermeister von Kochel: „Ranger am Walchensee müssen kommen“

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Im Kreisausschuss lehnte die CSU den Stellenplan des Landkreises ab – und damit auch die geplanten Walchensee-Ranger. Nun meldet sich Kochels Bürgermeister zu Wort.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Man fühle sich „grundsätzlich überfordert“ zu beurteilen, ob die 13 neuen Posten, die der Stellenplan des Landkreises vorsieht, wirklich nötig sind, hatte CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber in der Kreisausschusssitzung erklärt. 

Die Konsequenz: Seine Fraktion lehnte den Plan und in der Folge auch den Gesamthaushalt ab. Das Problem: Teil des Stellenplans sind auch die beiden Jobs für die Walchensee-Ranger, die ausgerechnet Vize-Landrat und Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU) zusammen mit seinem Jachenauer Kollegen Georg Riesch (FW) beantragt hatte.

Holz: „Die beiden Stellen für die Walchensee-Ranger werden dringend benötigt“

Holz selbst ist nicht Mitglied des Kreisausschusses, sei aber in den vergangenen Tagen mehrfach auf die Haltung der CSU angesprochen worden. „Ich teile die Sorge der Fraktion um die Zukunft unseres Landkreises angesichts des vorgelegten Haushaltsentwurfs und der in den kommenden Jahren zu erwartenden Ausgaben“, sagt Holz. Eines ist für ihn allerdings klar: „Die beiden Stellen für die Walchensee-Ranger werden dringend benötigt und müssen kommen.“

Die Erfahrungen aus der Pupplinger Au und zuletzt auch an der Isar haben für den Kochler Bürgermeister gezeigt, dass diese Stellen viel bringen. Dabei geht es nicht nur darum, Verstöße in der Natur zu ahnden, sondern Erholungssuchende auch für die Schönheit und Belange der Natur zu sensibilisieren.

Ehrenamtlichen kann man Kontrollen am Walchensee „nicht noch einmal aufdrücken“

Die Walchensee-Region hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Ausflugsziele entwickelt. Entsprechend hoch ist der Freizeitdruck, der auf dem Landschaftsschutzgebiet lastet. Damit einher gehen immer gravierender werdende Verkehrs-, Park- und Müllprobleme. „Wie die Sommermonate 2018 und 2019 gezeigt haben, reicht der Erlass einer Verordnung verbunden mit einer entsprechenden Beschilderung bedauerlicherweise nicht aus“, so Holz.

Im vergangenen Jahr gab es testweise Kontrollen von Naturschutz-Rangern und Forstbeamten – unterstützt durch Freiwillige der Feuerwehren Jachenau und Walchensee. Das Ergebnis: 400 Verstöße, zu denen die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt ein Verfahren eingeleitet hat. „Den Ehrenamtlichen kann man das aber nicht noch einmal aufdrücken“, sagt Holz. Die Anzahl der Verfahren zeige aber auch, „wie wichtig eine durchgehende und konsequente Kontrolle ist“.

Über Stellenplan des Landkreises wird am 19. Februar entschieden

Mit Fraktionschef Martin Bachhuber hat Holz nun abgestimmt, dass über das weitere Vorgehen in der Fraktion noch einmal gesprochen wird. Die endgültige Beschlussfassung über den Stellenplan und den Haushalt steht erst am 19. Februar im Kreistag an. „Die Notwendigkeit der beiden Ranger-Stellen für den Walchensee stand in der Fraktion nie zur Debatte“, ist Holz überzeugt.

Bachhuber ist etwas zurückhaltender. Ja, man werde sich noch einmal zusammensetzen und auch Vorschläge einbringen, „wie man den Haushalt insgesamt etwas geschmeidiger gestalten kann“, sagt der Heilbrunner. Momentan sieht das Zahlenwerk eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro, einen tiefen Griff in die Rücklagen und eine stärkere Belastung der Gemeinden vor, um alle Ausgaben schultern zu können.

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Generell sei aber jede Stelle zu hinterfragen – vor allem mit Blick auf die stetig gestiegenen Personalkosten des Landratsamts, sagt Bachhuber. Der Antrag für die Ranger-Stellen ist aus Sicht von Holz und Riesch aber „sicherlich richtig und begründet“. Alles weitere würden nun die Fraktionsgespräche zeigen.

Letztlich hängt die Entscheidung, ob die Ranger-Stellen kommen oder nicht, übrigens nicht allein von der CSU ab. Sie hält im Kreistag nicht die Mehrheit.

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