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Dank der Chromebooks können das Flüchtlingsmädchen Lana und die Kochlerin Aurelia (re.) gemeinsam arbeiten – aber jede in ihrem Tempo. Hinten: Schulleiter Jakob Dondl und Muafag Al Mufti (re.). Der Syrer unterstützt die Schule auch weiterhin bei Problemen mit den Computern.

Pilotprojekt

Chromebooks für die Grundschule

Es ist ein Pilotprojekt, das Schule machen könnte: Seit Kurzem können die Kinder an der Kochler Franz-Marc-Grundschule mit so genannten Chromebooks arbeiten. Sie sollen die Integration der Flüchtlingskinder erleichtern und ganz allgemein die Kinder mit der Computerarbeit vertraut machen.

Kochel am See – Rund 2000 Chromebooks hat der Verein Asyl Plus mit Sitz in Bad Tölz von der Firma Google bekommen. Einige davon hat er nun der Kochler Grundschule dauerhaft zur Verfügung gestellt. „Weil wir hier so viele Flüchtlingskinder haben“, wie Schulleiter Jakob Dondl erläutert. Damit ist die kleine Schule laut Muafag Al Mufti, Computerexperte und Vorstandsmitglied des Vereins, die erste Grundschule, die mit den vereinseigenen Chromebooks arbeiten darf. Berufsschulen, etwa in Wolfratshausen, würden das bereits seit Längerem erfolgreich tun.

Die kleinen mobilen Computer werden laut Dondl seit Januar unter anderem in den schulinternen Deutschkursen für Migrantenkinder verwendet, aber auch im regulären Deutsch- oder Mathe-Unterricht eingesetzt.

Denn an ihnen könne jedes Kind in seinem Tempo arbeiten. Damit können die Zweit- bis Viertklässler nun den Unterrichtsstoff mit pädagogisch erprobten Lernprogrammen aus dem Internet wiederholen.

„Keinesfalls als Ersatz, lediglich als Ergänzung zu den bisher angewandten Unterrichtsmethoden“, betont Dondl. Das Arbeiten an der Tafel sowie mit Heften und das Miteinander von Lehrer und Schülern stehe weiterhin im Mittelpunkt. Aber: „Die Arbeit mit Computern bietet, sinnvoll eingesetzt, so manche Möglichkeit.“

Etwa durch das Üben mit unmittelbarer Individualkontrolle oder beim Recherchieren für Referate. Was Dondl noch wichtig ist: „Die Kinder müssen einen verantwortungsbewussten und zielführenden Umgang mit dem Internet lernen.“ Über die Gefahren, aber auch die Chancen der digitalisierten Welt aufzuklären, „das verstehe ich als einen ganz wesentlichen Auftrag von Schulen heutzutage“.

Insgesamt hat die Schule 26 Geräte für den Unterricht bekommen, so Al Mufti, der selbst vor vier Jahren als Flüchtling aus Syrien gekommen ist. Weitere sieben Chromebooks werden den Eltern von Migrantenkindern zuhause zur Verfügung gestellt, damit sie mit Hilfe ihrer Kinder, die durch die Schule im Umgang mit den kleinen Computern geschult sind, beispielsweise an ihren Deutschkenntnissen arbeiten können. „Die Eltern erreichen über die Kinder“, nennt das Dondl.

Bei seinen Schülern kommen die kleinen Computer gut an. Hoch motiviert arbeiten sie mit den verschiedenen Lernprogrammen. „Das Tippen am Computer macht Spaß“, sagt Benjamin aus der zweiten Klasse. Laut Al Mufti haben bereits andere Grundschulen um Chromebooks angefragt.

(VON FRANZISKA SELIGER)

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