Zu einem Rettungseinsatz per Hubschrauber rückte am Ostermontag die Bergwacht aus. 
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Schon beim ersten Überflug wurde der Vermisste vom Hubschrauber aus gesichtet.

Bergwacht mit eindringlichem Appell

Nächtlicher Absturz am Heimgarten: Einsatzkräfte rücken wegen Wanderer aus - jetzt droht ihm ein Corona-Bußgeld

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Einen glücklichen Ausgang nahm die Suche nach einem 59-jährigen vermissten Bergwanderer. Für ihn und seine zwei Begleiter wird die Tour dennoch ein Nachspiel haben.

  • Kochler Bergwacht und Polizei suchten am Dienstag in der Früh einen vermissten Bergwanderer im Bereich Herzogstand/Heimgarten.
  • Der Mann wurde leicht unterkühlt und geschwächt nach der Nacht im Freien gefunden.
  • Ihm und seinen beiden Begleitern droht nun aber ein Bußgeld, weil sie gegen Corona-Auflagen verstoßen haben.

Kochel am See - Bereits am Sonntag war die Gruppe zu Fuß vom Parkplatz der Herzogstandbahn zum Herzogstandhaus aufgestiegen. Dort übernachteten die drei auf der Terrasse.

Am Montag setzten sie die Tour dann über den Herzogstand und den Gratweg in Richtung Heimgarten fort. „Wohl aufgrund körperlicher Überforderung und der teilweise winterlichen Wegverhältnisse kam die Gruppe nur langsam voran“, berichtet die Polizei. Im Laufe des Abstiegs vom Heimgarten am frühen Abend trennte sich die Gruppe. „Der 59-jährige, wollte die beiden anderen nicht aufhalten, und den, ihm bekannten, Abstieg ab der Ohlstädter Alm zum Parkplatz alleine gehen.“

59-Jährige rutscht aus und stürzt in der Dunkelheit einige Meter ab

An einer vereisten Wegstelle rutschte der Mann aus, und stürzte in der Dunkelheit einige Meter nach unten. Aus eigener Kraft schaffte er es nicht zurück zum Weg. Auch den Notruf konnte er nicht wählen, weil der Akku des Handys leer war. Seine beiden Begleiter warteten die Nacht über vergeblich auf die Rückkehr des Mann. Am Dienstagmorgen alarmierten sie schließlich die Rettungskräfte.

Im Rahmen der Suchaktion von Bergwacht Kochel und Polizei wurde der Vermisste bereits beim ersten Helikopterüberflug gesichtet und mit der Rettungswinde an Bord geholt. Er war geschwächt und leicht unterkühlt, aber ansonsten unverletzt.

Gruppe hat gegen die nächtliche Ausgangssperre verstoßen: 500 Euro Bußgeld drohen

Ein Nachspiel hat die Mehrtagestour allerdings für alle Drei: Weil sie bereits in der Nacht zum Montag gegen die nächtliche Ausgangssperre verstoßen hatten, müssen sie mit einem Bußgeld von je 500 Euro rechnen.

Bergwacht weist auf die aktuell vereisten Wanderwege hin

Die Bergwacht weist einmal mehr auf die aktuell vereisten Wanderwege hin, und appelliert daran, dies bei der Tourenauswahl zu berücksichtigen. Die, für die Feiertage angekündigten Schneefälle werden die Situation weiter verschärfen.

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