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Die Besatzung im Hubschrauber: Christoph Murnau zog zuerst die Verletzten mit der Winde nach oben. Dann wurden die anderen Personen ins Tal gebracht. 

Drei Stunden im Einsatz

Sechs Menschen und ein kleiner Hund am Herzogstand in Not: Bergwacht Kochel hilft 

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Am Herzogstand sind Wanderer in Not geraten. Die Kochler Bergwacht musste am Dienstagnachmittag sechs Touristen und einen Hund bergen. Sie hatten sich verlaufen. Zwei Personen waren völlig erschöpft.

Kochel am See/Walchensee– Der Notruf ging am Dienstag um 14.15 Uhr bei der Kochler Bergwacht ein. Sechs Personen und ein kleiner Hund hatten sich im Bereich Herzogstand verstiegen.

Wie sich herausstellte, waren die Wanderer am Parkplatz der Herzogstandbahn gestartet und wollten zu Fuß auf dem Weg H2 zum Herzogstandhaus. Es handelte sich um Personen, die alle etwa 30 Jahre alt waren und zwei Dreiergruppen bildeten. Sie stammten aus Oberbayern, Norddeutschland und Dänemark, berichtet Toni Geiger, der Chef der Kochler Bergwacht.

Es ist anzunehmen, dass die eine Gruppe der anderen folgte. Ein Stück nach dem Wasserfall, wenn der Weg einen scharfen Knick macht, kamen die Wanderer dann offensichtlich vom Weg ab. Im Bereich des südlichen Grats am Martinskopf stellten die fünf Frauen und ein Mann dann fest, dass sie sich im steilen Latschen- und Waldgelände verstiegen hatten, und setzten den Notruf ab.

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Der Einsatzleiter der Bergwacht konnte per Telefon schnell feststellen, wo sich die Personen befanden. Zwei Wanderer waren schon verletzt und konnten wegen Knieproblemen beziehungsweise starker Erschöpfung nicht mehr weitergehen. Deshalb und wegen der starken Lawinengefahr entschieden sich die Retter für einen Einsatz mit dem Hubschrauber. „Auch für die Helfer war die Situation nicht ungefährlich“, berichtet Geiger.

Die Kochler Bergwacht war mit fünf Rettern im Einsatz, zudem kam der Hubschrauber „Christoph Murnau“ mit Besatzung und Notarzt. Das BRK Kochel rückte mit einem Rettungswagen an.

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Zwei Bergwachtler machten sich zu Fuß von der Herzogstand-Bergstation auf in Richtung der vermuteten Einsatzstelle. Ein anderer Helfer stieg mit der Hubschrauber-Besatzung auf. Alle sechs Wanderer wurden dann mit der Winde nach oben in den Helikopter gezogen. Zuerst kümmerte man sich um die beiden Verletzten, die dann im Tal vom Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren wurden. Dann folgten die vier anderen Personen. Der kleine Hund wurde von einem Helfer im Rucksack in Sicherheit gebracht. Nach drei Stunden war der Einsatz beendet. „Die Zusammenarbeit mit allen Organisationen hat reibungslos funktioniert“, freut sich Geiger.

Dem Kochler Bergwacht-Chef ist es ein wichtiges Anliegen, auf die derzeitigen Gefahren in den Bergen hinzuweisen. „Auf Südhängen besteht durch Gleitschnee eine enorme Lawinengefahr“, sagt Geiger. Der Schnee sei sehr hoch, deshalb seien Wege schwer zu finden. „Man sollte rechtzeitig umkehren, wenn der Weg immer schlechter wird.“ Leider würden das nicht viele Menschen tun, hat Geiger auch bei eigenen Bergtouren in jüngster Zeit festgestellt: „Da sieht man Leute mit Jeans und Turnschuhen im Schnee.“ Geiger rät allen Wintersportlern, die zu Fuß unterwegs sind, Bergschuhe und Funktionskleidung zu tragen, ein warmes Getränk und auch eine LED-Lampe bei sich zu haben.

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